Das Geheimnis Gottes - Offenbarung 10,7
Das Geheimnis Gottes
Das Geheimnis Gottes
B.W. Newton, der von J.N.D. scharf angegriffen und „exkommuniziert“ wurde, hat in seiner Schrift, „Gedanken über das erste Kapitel der Offenbarung“, gleich im ersten Absatz geschrieben: Unsere Unwissenheit mag zwar noch groß sein und unsere Fehler zahlreich; doch Er, mit dem wir es zu tun haben, hat die Gnade, unsere Schwächen zu vergeben und zu überwinden und uns sanft weiter in die Erkenntnis Seines Willens zu führen.
Den Satz muss man mindestens zweimal lesen. Die feine Gesinnung, die aus diesen Worten spricht, räumt nicht nur Fehler ein, sondern erkennt auch den Mangel an Erkenntnis an, und der ist heute größer denn je. So manches konnten sie damals nicht wissen, weder B.W. Newton, noch J.N.D, noch die anderen. Newtons Vertrauen aber, dass der Herr uns zur Erkenntnis Seines Willens führt, wird nicht enttäuscht.
Seine schlichten Worte wünschte man sich auch heute von allen Seiten zu hören. Obwohl auch ohne unseren Wunsch, sich anständig und respektvoll mit den Unterschieden auseinanderzusetzen, gehört der gesittete Umgang zum Fundament christlichen Verhaltens oder nicht? Was sagte der Apostel Paulus in Bezug auf Weissagungen (Prophetien)? Lasst zwei oder drei reden und die anderen urteilen. Schon damals urteilten die Redner. Wir sollten ihnen dahingehend entgegentreten, denn es ist nicht deren Angelegenheit zu urteilen. Es ist die Aufgabe der Hörer und die sind in die Pflicht genommen.
Auch wenn wir uns bewusst sind, dass wir so manche verrammelte Tür vorfinden werden, hören wir nicht auf, vom dem zu reden, was wir von unserem Herrn Jesus Christus gelernt haben.
Über das Geheimnis, von dem wir heute sprechen, ist uns von anderer Seite noch nichts zu Ohren gekommen. Werden unsere Verkündiger heutzutage, aus welchem Grund auch immer, „abgehalten“, wie Newton es formulierte, oder haben sie dazu keine Antwort in der Schrift gefunden?
Was ist das, das Geheimnis Gottes? Schau'n wir mal.
Offenbarung 10,6: “Sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn der posaunen wird, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein, wie er seinen Knechten, den Propheten, die frohe Botschaft verkündigt hat.“ Das Geheimnis Gottes wird positiv mit der frohen Botschaft verknüpft.
Die siebte Posaune ist besonders. Bevor sie geblasen wird, hört Johannes sieben Donner; ihre Reden soll er aber nicht aufschreiben, sondern versiegeln. Wie versiegelt man etwas, dass man nicht geschrieben hat? Der Engel, der zu Johannes spricht, redet nach den Donnern über die Vollendung eines Geheimnisses, das er in Verbindung mit dem Evangelisieren bringt. Er nennt es das Geheimnis Gottes und während der siebte Engel posaunt, wird dieses Geheimnis vollendet.
Nun wird die siebte Posaune erst in Kapitel 11,15 geblasen: „Und der siebte Engel posaunte: Und es geschahen laute Stimmen in dem Himmel, die sprachen: „Das Reich der Welt unseres Herrn und seines Christus ist gekommen, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Ist das das Geheimnis: die Herrschaft seines Christus?
Wir hören anschließend, wie die vierundzwanzig Ältesten dem dreieinigen Gott danken. Endlich hat der Herr seine große Macht angenommen und seine Herrschaft angetreten. In welcher Funktion hat er sie angetreten? Im ersten Kapitel offenbart er sich Johannes als Hoherpriester, der mittels der sieben Sendschreiben die Versammlungen zu korrigieren sucht. In Kapitel 6 sehen wir den Priester gekrönt und auf dem weißen Pferd, um Menschen für sein Reich zu erobern, gleich wie in den vier Evangelien.
In Kapitel 11, nach dem Dank der 24 Ältesten, wird der Tempel im Himmel geöffnet und die Lade des Bundes wird gesehen; daraufhin geschehen Blitze und Donner und ein schwerer Hagel, ein Gewitter globalen Ausmaßes trifft die Erde. Hatte sich der priesterliche König in den vorangegangenen Zeiten mitleidend gezeigt mit unseren Schwachheiten, siehe Hebräerbrief, entbrennt nun sein kurzer und heftiger Zorn gegen jene, die nicht Buße tun. In Kapitel 15 werden die Schalen des Zorns erwähnt, es sind keine Becher, sondern flache Gefäße aus Gold. Wir erinnern uns, Gold steht für Gerechtigkeit und hier für die Gerechtigkeit Gottes. Und so ergießt sich in Kapitel 16 der gerechte Zorn Gottes ratzfatz über:
- diejenigen, die das Malzeichen angenommen und das Bild des Tieres anbeten, sie bekommen ein böses und schlimmes Geschwür;
- das Meer, so dass alles Lebende darin stirbt; das Blut ist wie das Blut eines Toten;
- die Ströme und Wasserquellen, die ebenfalls zu Blut werden;
- die Sonne; deren Feuer die Menschen versengt;
- den Thron des Tieres; dessen Reich verfinstert wird; die Menschen zerbeißen ihre Zunge und lästern Gott, wegen der Pein und den Geschwüren – dennoch tun sie nicht Buße;
- den Euphrat, der vertrocknet; die Könige von Sonnenaufgang haben nun freie Fahrt;
- die Luft; es folgen Blitze, Donner und das gewaltigste Erdbeben seit Menschengedenken, d.h., seit Menschen auf der Erde wohnen; die Welt wird erschüttert, „die große Stadt“ - Jerusalem - dreigeteilt und die Städte der Erde fallen in sich zusammen.
Erläuterungen zu den sieben Schalen
Die Stärke des Erdbebens liefert uns einen Hinweis auf den Zustand der Erde am Anfang der Schöpfung. Wenn der Engel sagt: „ein so großes Erdbeben, dergleichen nicht geschehen ist, seitdem die Menschen auf der Erde waren“, deutet er auf jenen Anfang, von dem es heißt: „Und die Erde ward wüst und leer.“ Auch hier schließt sich der Kreis vom Buch der Offenbarung zum Buch der Genesis.. Dazu lese man, was im Anfang geschah
In Vers 5 proklamiert der Engel, der die dritte Schale über die Wasser ausgießt: „Du bist gerecht, der da ist und der da war, der Heilige, dass du also gerichtet hast. Denn Blut von Heiligen und Propheten haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind es wert.“ Und dann bekräftig der Altar das Gesagte, wenn er spricht: „Ja, Herr, Gott, Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte.“
Zeitliche Einordnung
In Off. 1,4 schreibt Johannes den sieben Versammlungen: Gnade euch und Friede von dem, der „da ist und der da war und der da kommt“. Jesus ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht zurückgekehrt. Gleiches lesen wir in Off. 4,8: „ der da war, und der da ist und der da kommt.“
Der Engel in Off. 16,5 weicht nun von der Standardformulierung ab, wenn er sagt: „der da ist und der da war, der Heilige“. Er tut es deshalb, weil der Herr gekommen ist, wenn auch für die Menschen noch nicht sichtbar. Bereits zu seinem Regierungsantritt hören wir in Kapitel 11,17 die Betenden sprechen: „der da ist und der da war, dass du angenommen hast deine große Macht und angetreten deine Herrschaft.“ Der rote Faden seiner Wiederkunft verläuft in der Offenbarung von Kapitel 6 bis Kapitel 16, siehe hier
Das Gold im Schöpfungsbericht
Kehren wir zum Anfang zurück, ganz zum Anfang, ins erste Buch Mose. Dort wird, scheinbar ganz nebenbei, im zweiten Kapitel, Vers 11, erzählt: „Der Name des ersten (Flusses) Pison; dieser ist es, der das ganze Land Hawila umfließt, wo das Gold ist; und das Gold dieses Landes ist gut; daselbst ist das Bdellion und der Stein Onyx.“ Man fragt sich beim Lesen des Abschnitts: Warum wird Gold erwähnt und was hat das Gold mit der Schöpfung zu tun? Gott schuf Himmel und Erde, danach trennte er die Wasser, machte Pflanzen, Tiere und den Menschen. Und gleichsam unvermittelt wird Gold erwähnt, noch bevor der Herr Eva machte. Ausdrücklich wird gesagt: Dort wo das Gold ist – im Land Hawila.
Das Gold eines Landes namens Hawila und dann wird es noch mit einem gut bewertet. Auch wenn wir den Vers immer und immer wieder lesen, es ergibt keinen Sinn. Was nun tun? Wir suchten nach weiterem Gold, das machen die Goldsucher so. Neun Mal fanden wir es im Buch der Genesis in Form von Ringen, Halsketten und Armreife, doch nirgends ein Hinweis auf die Bedeutung des Goldes. Von Abraham wird gesagt, dass er reich an Gold war, aber was sagt das schon als nur, dass Abraham davon in Überfluss hatte. Rebekka, die spätere Frau Isaaks, bekommt einen goldenen Ring und zwei goldene Armreife geschenkt. Soll der Reichtum des Gebers hervorgehoben werden oder eher der Schmuck einer Frau?
Im zweiten Buch Moses wird das Wort Gold, hebräisch Sahaw (זהב), am häufigsten verwendet und zum ersten Mal in 2. Mose 25, dort führt es die Materialliste für den Bau des mobilen Heiligtums an. Wir nahmen die Spur auf. Die Israeliten gaben zum Bau der Stiftshütte von allen 14 benötigten Materialien freiwillig, so auch Gold. Ein Teil des Goldes wurde zuerst für die Bundeslade verwendet. Sie war aus Holz und wurde inn- und auswendig mit Gold überzogen, darauf kam ein Deckel, der aus reinem Gold war, so auch die Cherubim, sie wurden nicht auf den Deckel angebracht, sondern sie waren aus einen Guss mit dem Deckel hergestellt worden. Auch der Leuchter mit den sieben Lampen war aus reinem Gold.
Insgesamt findet sich das hebräische Wort Sahav 389 mal in 333 Versen des Alten Testaments, aber es gibt keinen Hinweis auf die tiefere Bedeutung des Goldes. Auch im Neuen Testament findet sich kein direkter Hinweis. In Offenbarung 21 wird dem Johannes die Heilige Stadt gezeigt, sie ist reines Gold, welches wiederum so klar ist wie Glass (Vers 18). Und dass das Gold der Stadt für die Gerechtigkeit Gottes steht, kommt indirekt in Vers 21 dadurch zum Ausdruck, dass gesagt wird: „Und nicht wird in sie eingehen irgend etwas Gemeines und was Gräuel und Lüge tut, sondern nur die geschrieben sind in dem Buch des Lebens des Lammes. Kurz gesagt: Nur Gerechte kommen in die goldene Stadt Gerechtigkeit.
Nun fanden wir das Gold doch noch im Neuen Testament und zwar durch die Zuordnung der 14 Materialien der Stiftshütte zu den 14 Briefen des Apostels Paulus. Das erste Material auf der Liste von 2.Mo. 25, das Gold, muss daher im ersten Lehrbrief, dem an die Römer, zu finden sein, und? Bingo! Der Römerbrief beschreibt die Gerechtigkeit Gottes, auf dass „die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unserem Herrn“.
Was nützt es einem Menschen, wenn er durch den Glauben gerecht wird, aber eines Tages doch den Tod erleiden muss? Mit dieser Frage kommen wir dem Geheimnis Gottes ganz nah, denn wie zuvor gesagt: die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben. Auch an dieser Stelle der Hinweis, den wir immer dann geben, wenn wir auf jenes Kapitel zu sprechen kommen. In Kapitel 15 des ersten Korintherbriefes wird nicht die Entrückung beschrieben. Man lese das Kapitel aufmerksam und suche irgend einen Hinweis darauf.
Wie das ewige Leben entsteht
Paulus wiederholt die Frohe Botschaft mit dem Ziel, die Verwandlung der Toten und Lebenden zu erklären. Zum Beweis, dass Tote auferstehen, nimmt er die Auferstehung unseres Herrn. Jesus erschien zuerst dem Petrus, dann den „Zwölfen“, dann fünfhundert Brüder auf einmal, danach seinem Halbbruder Jakobus und schlußendlich erschien er dem Apostel Paulus. Kurz gesagt: Jesus ist auferstanden mit einem neuen Leib, deshalb bezeichnet ihn Paulus als Erstling der Entschlafenen. Und wenn er dann in Vers 52 von einem Geheimnis spricht, dann redet er über die Verwandlung des Verweslichen in Unverweslichkeit, verbunden mit der entsprechenden Herrlichkeit, die Himmlischen mit einer himmlischen Herrlichkeit und die Irdischen mit einer irdischen Herrlichkeit. Bei der siebten Posaune, das ist die letzte Posaune, finden zwei Ereignisse statt, die mit dem Ausdruck „Geheimnis Gottes“ verbunden werden müssen, das erste Ereignis geschieht in einem Augenblick und das andere schnell mittels der sieben Schalen.
In einem Augenblick werden die Toten mit einem unverweslichen und verherrlichten Leib auferstehen und die Lebenden werden mit einen unverweslichen und verherrlichten Leib überkleidet. Das ist die frohe Botschaft, von der Off. 10,6 redet. Und danach wird der Zorn Gottes mittels der sieben Schalen ausgegossen.
Dann endlich wird erfüllt sein, was durch den Propheten Daniel gesagt ist: „70 Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um die Übertretung zum Abschluss zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen, und die Ungerechtigkeit zu sühnen.“ In Offenbarung 16 kommen die 70 Jahre zu ihrem Ende, wenn die letzte Schale ausgegossen ist. Und dann wird der Herr auch auf der Erde sichtbar „eine ewige Gerechtigkeit einführen“ mit allen seinen Heiligen, auf dass sein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.
Na, wenn das keine frohe Botschaft ist. Die Verwandlung in einen herrlichen und unverweslichen Leib und die Aufrichtung der ewigen Gerechtigkeit bilden das Geheimnis Gottes. Die Verwandlung, wie sie Paulus in 1. Kor. 15 beschreibt, ist die Regel. Abweichend von dieser Regel bildet die Entrückung der Erstgeborenen. Weiteres hier
Berlin, den 3. November 2026
© Copyright H. Randy Rohrer
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