Die vier Reiter der Offenbarung
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. Die sieben Siegel der Offenbarung
UND
Die vier apokalyptischen Reiter
Die vier Pferde bzw. die vier apokalyptischen Reiter aus Offenbarung 6
Auch in diesem Skript möchten wir zu Beginn darauf hinweisen, dass sich sich alle siebener Einheiten, sowohl des Alten als auch des Neuen Testaments, den sieben Gemeinden der Offenbarung zuordnen lassen. Bei keinem anderen Apostel finden wir eine so offensichtlich präzise Ordnungsstruktur mittels der Zahl sieben wie bei Johannes. Wer einmal verstanden hat, dass sich alle siebener Einheiten auf die sieben Gemeinden beziehen, der muss nur noch untersuchen, ob sich die Aufzählung der Sieben auf den historischen Verlauf bezieht, d.h. auf die Reihenfolge der Sendschreiben, wie wir sie in der Offenbarung vorfinden oder auf den Festzyklus der sieben Feste des Herrn aus 3.Mo. 25.
Denn die sieben Sendschreiben lassen sich auch in eine andere Reihenfolge bringen, die sich aus den Inhalten der einzelnen Schreiben ergeben, wenn diese neu sortiert, erhalten wir den Festzyklus. Die Anordnung sieht dann wie folgt aus: Laodicäa, Ephesus, Smyrna, Philadelphia, Sardes, Pergamos, Thyatira.
Offenbarung 6
Das weiße Pferd
Ein religiöses Jahr beginnt in Israel immer mit dem Monat Nissan, von dem Gott nach dem Auszug aus Ägypten sagte: Dieser Monat soll euch der erste Monat sein. Und am 14. des Monats Nissan soll Israel das Passah feiern. Es ist das erste Fest des religiösen Jahres. Es erinnert bei der alljährlichen Wiederholung an das erste Passah in Ägypten. (Es ist damit auch ein Erinnerungsfest, gleichwie das Abendmahl.)
Was musste Israel in Vorbereitung dieses Festes tun? Ein Lamm ins Haus nehmen, es hüten und pflegen wie ein Familienmitglied und es dann am 14. Nissan auf der Schwelle des Hauses schlachten. Das deutet auf Golgatha, als Jesus zum Lamm Gottes geworden war.
Dieses Lamm, symbolisiert im Brot, bietet der Herr einem jeden in Laodicäa an. Jesus sagt der Gemeinde: Sei nun eifrig und tue Buße. Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an, wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir.
Warum nennt es Jesus Abendbrot? Um an das erste Passah in Ägypten zu erinnern, das ebenfalls am Abend gegessen wurde. Wenn der Abend zu Ende geht, beginnt mit Einbruch der Dunkelheit ein neuer Tag und dieser neue Tag, in Verbindung mit dem Abendbrot. zeigt an, das etwas Neues angefangen hat, nämlich eine neue und wundersame Beziehung. Das Abendbrot deutet aber nicht nur auf das Pflegen dieser Gemeinschaft. Mit dem Essen des Brotes wird auch das Einswerden angedeutet, wie beim Abendmahl. Einerseits nannte Jesus das Brot „sein Leib“, andererseits sagt Paulus, dass dieses eine Brote die Gesamtheit aller Gläubigen anzeigt. Wenn Jesus sagt, ich mit ihm und er mit mir, drückt es genau dieses intime Einssein aus. Es ist keine einseitige Angelegenheit, sondern: „Er mit mir und ich mit ihm“.
Das bewirkt das weiße Pferd, das erste, das auf die Kraft des Heiligen Geistes deutet. Pferde stehen daher immer für Kraft und Macht, wie zum Beispiel „Die Macht des Todes“, die Johannes mit dem fahlen Pferd, dem vierten, beschreibt. Oder nehmen wir das schwarze Pferd, das dritte. Wofür steht hier das Schwarz? Es steht für das (in Schwarz geschriebene) Gesetz, angezeigt mit einer Balkenwaage. (Off. 6,5), deshalb sagen wir auch: „Kraft des Gesetztes“, oder, wie manch ein Politiker drohend ausspuckt: Wir werden „mit der ganzen Härte des Gesetzes“ … Sei es im Guten, so ist es gut in den Augen Gottes. Sei es im Bösen, also nach der Abänderung des gutes Gesetzes in ein schlechtes, werden sie auch mit ganzer Härte das (Un-)recht durchzusetzen.
Wir halten fest:
- Das Weiß steht für fleckenlos und rein, zeigt damit die Reinheit der wirkmächtigen Kraft an, der weiße Reiter steht für den Heiligen Geist.
- Das Rot steht für Blut, zeigt damit die Kraft an, die das Schwert führt, um zu Schlachten; der rote Reiter steht für den Widersacher der Menschen - Satan.
- Das grünlich Blasse, (fahl, wie die Farbe einer Leiche), deutet die Macht des Todes an. Der fahle Reiter steht für den Tod.
- Das Schwarze deutet auf die Macht der Tinte, mit der das mündlich formulierte Gesetz schriftlich auf Papier gebracht wurde. Der schwarze Reiter steht für das geschriebene Gesetz.
Das rote Pferd
Wenn wir mit dem weißen Pferd, das rein und fleckenlos ist, die Kraft des Heiligen Geistes identifiziert haben, der in der Gemeinde Laodicäa bewirkt, dass Menschen mit Jesus Passah feiern, dann müsste gemäß des Festzyklus das Fest der ungesäuerten Brote folgen. Ist es nicht so, sobald ein Mensch eine Bekehrung zu Jesus erlebt, startet der Feind einen Gegenoffensive und sucht das Volk Gottes zu vernichten. Und dieser Vernichtungsfeldzug wird mit dem roten Pferd angedeutet. Und weil wir damit beim Fest der ungesäuerten Brote angelangt sind, gehen wir von Laodicäa, gemäß des Festzyklus, zur Gemeinde Ephesus. Wer rein und ungesäuert gemacht wurde, (durch das weiße Pferd), der erlebt in der Endzeit heftigsten Widerstand. Genau in dieser Zeit, so Offenbarung 6,4, werden die Menschen einander schlachten, dem „Reiter“ wird zudem ein Schwert gegeben. Aus Römer 11 wissen wir, dass der Obrigkeit von Gott das Schwert gegeben wurde, um die Bösen zu bestrafen und die Guten zu belobigen. Die sich gegenseitig Schlachten, tun Unrecht, denn es heißt: Du sollst nicht töten.
Das schwarze Pferd
Kommen wir zum Schwarzen Pferd, das wir gemäß des Festzyklus, der Gemeinde Smyrna zuordnen müssen, die wiederum das Fest der Gerstenerstlinge repräsentiert. Das Schwarze Pferd steht für die Kraft des Gesetztes; und was lesen wir dazu im Sendschreiben an Smyrna? „Fürchte nichts von dem, was du leiden wirst. Siehe der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, auf dass ihr geprüft werdet.“ Nach welchem Recht und welchem Gesetz werden die im Gefängnis Sitzenden geprüft? Ist es die Scharia oder das noachidische Gesetz oder ist es (noch) das nationale Recht? Interessant ist, das mit dem Öffnen des dritten Siegels, das uns das Schwarze Pferd sehen lässt, auch eine Hungersnot vorhergesagt wird. Der Herr lässt Smyrna auch in diesen Nöten nicht allein, denn er sagt ihr. Ich kenne deine Drangsal, ich kenne deine Armut, aber fürchte dich nicht.
Das fahle Pferd
Kommen wir zum vierten Pferd, der grünlich-hässlichen (fahlen) Macht, dem Tod. Als viertes Pferd deutet es auf die durch Philadelphia beschriebene Zeit, die Erntezeit. Eine nicht zählbare Schar von Menschen wird sich zu Jesus bekehren und das mit ihrem Leben bezahlen. Zu Philadelphia aber sagt der Herr: Weil du mein Wort des Ausharrens bewahrt hast, (daran festgehalten, es immer wieder gelesen und sich daran erfreut und fröhlich verkündigt hast), werde auch ich dich bewahren (schützen, in Sicherheit bringen und geleiten in eine Wüste (hebr. Midbar – eine Weide für Kleintier-Herden, wie Schafe und Ziegen) und dort ernähren.
Wir stellen abschließend fest, die vier Pferde aus Offenbarung 6 beschreiben die vier Zeiten der vier Frühlingsfeste. Nun sind sie nur ein Teil der sieben Siegel und da stellt sich die Frage: Wie sind die weiteren drei Siegel zu deuten? Der logische Schluss kann nur sein: Sie beschreiben die Zeit der drei Herbstfeste und das sind: 1. Fest des Posaunenhalls, 2. Sühnungstag (nicht Versöhnungstag, denn die Böcke werden nicht versöhnt, sondern gerichtet) und 3. das Fest der Laubhütten.
- Sardes repräsentiert das Fest des Posaunenhalls,
- Pergamos den Sühnungstag (Jom Kippur)
- Thyatira das Laubhüttenfest.
Die letzten drei Siegel offenbaren demnach die letzten dreieinhalb Jahre der siebten Danielwoche, das ist jene Zeit, in der sowohl das Tier als auch sein Prophet 1260 Tage ihr Unwesen treiben. Was tun sie? Das wird zusammengefasst im gleichen Kapitel, nachdem die vier Pferde beschrieben wurden und zwar beim öffnen des fünften Siegels. Johannes sieht all jene Seelen unter dem Altar, die um des Wortes Gottes und des Zeugnisses willen, geschlachtet wurden. Und beim öffnen des sechsten Siegels – Pergamos, der große Sühnungstag, da geschieht ein großes Erdbeben, die Sonne verfinstert sich, der Mond wird rot wie Blut, die Sterne des Himmels fallen auf die Erde, wie unreife Feigen, die von einem starken Wind (Geist) von den „Feigenbäumen“ geschüttelt werden. Man beachte, die Feigen sind unreif. In Vers 17 (Off. 6) sagen sie dann: Gekommen ist der große Tag seines Zorn! Der große Tag seines Zorns ist nichts anderes als der große Sühnungstag (Jom Kippur). Eine Jude versteht das sofort. Dessen Sünde am Jom Kippur nicht gesühnt wurde, ist nicht versöhnt und muss sterben.
Mit unserer Systematik wird deutlich: Der große Zorn kommt über die Menschen kurz und während seiner Wiederkunft. Was sich vorher ereignet, darf nicht als der große Zorn bezeichnet werden, schon gar nicht die vier Pferde. Sie stehen für die Macht des Heiligen Geist, die Macht des Widersachers (wie seit Anbeginn ist er der Menschenmörder), die Macht des Rechts und die Macht des Todes. Diese vier Kräfte waren bereits im Anfang wirksam, aber im Kontext deutet es auf die Zeit der Gemeinde und insbesondere auf die vier Frühlingsfeste Israels während der Zeit von Laodicäa. Der Herr versprach ihr: Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinen Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater gesetzt habe auf seinen Thron.
Berlin, den 9.Oktober 2026
© Copyright H. Randy Rohrer
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