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Freundlichkeit erobert Herzen

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Freundlichkeit erobert Herzen

Freundlichkeit erobert Herzen

Eine feine und nützliche Redewendung, die bereits seit Tausenden von Jahren bekannt ist, und sie wurde, man glaubt es kaum, in der Bibel schriftlich festgehalten. Sie erweist sich auch heute noch im täglichen Leben als gut und wertvoll: „Verkehre doch freundlich mit ihm und halte Frieden, dadurch wird Wohlfahrt über dich kommen“, das sagte einst der Temaniter Eliphas zu Hiob, verband es allerdings mit einem Vorwurf. Damit erweist sich Eliphas als jemand, der genau in jener Sache fehlgeht, die er selbst rügt. Seine Rede war nicht freundlich, sondern harsch und obendrein unwahr.  Hiob 22

Und wie sieht es mit der Freundlichkeit des Volkes Gottes aus? „Denn auch deine Brüder und deines Vaters Haus, auch sie sind treulos gegen dich, auch sie rufen dir nach aus voller Kehle (d.h., sie schreien). Glaube ihnen nicht, wenn sie (auch) freundlich mit dir reden.“ Jeremia 12,6  

In den beiden oberen Absätzen wird das Wort freundlich im Hebräischen mit unterschiedlichen Begriffen ausgedrückt. Wenn Eliphas von Hiob freundliches Reden erwartet, dann verwendet er das Wort shalam, das u.a. „freundlich sein“ bedeutet, wobei die Bedeutungsbreite des Wortes auch Perfektion fordert. In Jeremia wird für das Wort freundlich der hebräische Begriff „tow“ verwendet und der bedeutet gut. Wer gut redet, redet eben auch freundlich, ansonsten ist es nicht gut. Sie aber, die anderen, können auch gut reden und dazu gute Worte gebrauchen, dennoch soll der Prophet ihnen keinen Glauben schenken.     
Nun wissen wir, die Autoren, nicht, was du, lieber Leser, unter Freundlichkeit verstehst. In den Reden und den Schriften der meisten Bibellehrer kommt der Aspekt der Freundlichkeit Gottes viel zu kurz, dabei bildet es das Herzstück zweier zentraler Begriffe. Sowohl das griechische als auch das hebräische Wort für Gnade bedeutet vor allem: Freundlichkeit, dann aber auch vorziehen, begünstigen, Wohlwollen. Im AT wird dazu das Wort Chen verwendet  und kommt 69 mal vor. Das griechische Charis mindestens 145 mal (abhängig von der Texttradition). Nun findet sich der hebräische Begriff Chen auch in hebräischen Namen wieder, wie z. B. im Namen Hannah, 13 mal, im Namen Jochanan, 22 mal, und im Namen Jehochanan, 11 mal. Diese Personen werden vom Herrn freundlich und wohlwollend behandelt, vorgezogen bzw. begünstig.

Warum tut Gott so etwas und warum werden Hannah bzw. Johannes bevorzugt? Wegen ihrer freundlichen Reaktion auf Gottes freundlicher Aktion. Auch hier scheint zu gelten: Freundlichkeit erobert Herzen. In beiden Fällen wird das Herz Gottes erobert. Hannah erobert Gottes Herz, weil trotz der Anfeindungen und Kränkungen durch die Rivalin sie freundlich bleibt, trotz aller Trauer.  Im Neuen Testament ist es Johannes, der Bruder des Jakobus, der seine freundliche Art gegenüber den Herrn von Anfang an zeigte, denn als Jesus bemerkte, dass ihm jemand folgt, drehte er sich um und fragte Johannes und Andreas: Was sucht ihr? Die zwei antworteten: Rabbi, wo hältst du dich auf?


Freundlichkeiten in der Offenbarung (Wer hätt's gedacht)
Blättern wir zum letzten Buch der Bibel und sehen uns das Verhalten der 144.000 an. Von ihnen heißt es: „Diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin irgend es geht.“ Die 144.000 bringen etwas sehr schönes zum Ausdruck, nämlich ihre Anhänglichkeit dem Lamm gegenüber. Ihr herzliches Anhangen an Jesus wird durch den Apostel Johannes vorgebildet, von dem es heißt: Welchen Jesus liebte. Und warum liebte Jesus ihn besonders? Johannes folgte Jesus aus eigenem Antrieb nach. Ohne zuvor direkt und persönlich angesprochen worden zu sein, folgt er Jesus nach. Johannes ist ein Mann des Herzens und mit diesem hatte er sofort verstanden, was Johannes der Täufer über Jesus sagte: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt.“ Ähnliches lesen wir von diesem Jünger noch einmal in Johannes 20,8: „Dann ging nun auch der andere Jünger, (den welchen Jesus liebte), hinein, der zuerst zu der Gruft gekommen war, und er sah und glaubte.“

Und genau das gleiche Sehen und den gleichen Glauben dürfen wir auch für die 144.000 annehmen und deshalb liebte sie Jesus, so wie er Johannes liebte. Sie, die 144.000, lieben Jesus, so wie Johannes Jesus liebte. Damit wird klar, warum von den 144.000 gesagt wird, das sie dem Lamm folgen, wohin es irgend geht. Die Parallele findet sich bei Johannes in seiner Frage: „Rabbi, wo hältst du dich auf.“ Noch persönlicher klingt es, wenn man übersetzt: „Rabbi, wo wohnst du?“ Auf ihre freundliche Frage erhalten die beiden eine freundliche Einladung: „Kommt und seht.“

Die 144.000 werden auch wegen ihrer Liebe und Hingabe zu Jesus als Erstlinge der Erde bezeichnet. Der Begriff Erstlinge hat sowohl eine zeitliche Dimension als auch eine stellungsmäßige. Noch lässt es sich nicht mit Sicherheit belegen, dass die 144.000 bildlich durch Benjamin dargestellt werden. Auf jeden Fall ist er der Letztgeborene der 12 Söhne Jakobs und hat die gleiche Mutter wie Joseph - Rahel.


Benjamin und der Kindermord des Herodes
Im Neuen Testament zitiert Matthäus aufgrund der Tötungen der Kinder durch Herodes einen Vers aus Jeremia, der nur dann einen Sinn ergibt, wenn Benjamin für den Überrest Israels steht. Die Kinder, die um Bethlehem herum ermordet wurden, lebten allesamt in Judäa, dem Erbteil Judas. Wenn also Rahel ihre Kinder beweint, dann sind es ihre eigenen Kinder und nicht die von Lea, Silpa oder Bilha.

Das Zitat: „So spricht der Herr: Eine Stimme wird in Rama gehört, Wehklage, bitteres Weinen. Rahel beweint ihre Kinder, sie will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder, weil sie nicht mehr sind.“

Der Ort Rama, wo Weinen und Wehklage gehört werden, liegt nicht in Juda, sondern wo? Im Buch der Richter erfahren wir es: „Und er (der Levit) sprach zu seinem Knaben: Komm, dass wir uns einem der Orte nähern und in Gibea oder Rama übernachten. Und so zogen sie vorüber (vorbei an Jebus) und gingen weiter, und die Sonne ging ihnen unter (Endzeit) nahe bei Gibea, das Benjamin gehört.“

Auch Rama gehört zu Benjamin, der Ort liegt etwa 4 km nördlich von Gibea und dieses wiederum ca. 5 km nördlich von Jerusalem. Bethlehem dagegen liegt ca. 10 km südlich von Jerusalem (das ehemalige Jebus).

Um eine nachvollziehbare Interpretation vorzunehmen, gilt es, eine weitere, nicht leichte, Hürde zu nehmen. Die Orte Gibea und Rama befinden sich nicht nur im Stammesgebiet von Benjamin, sie liegen gleichzeitig auch im Gebirge Ephraim, woher auch der levitische Mann stammte, dieser lebte allerdings „an der äußersten Seite“ dieses Gebirges. Von dort aus machte sich der Levit auf den Weg nach Bethlehem, um sein Kebsweib heimzuholen. Mit freundlichen Worten redete er zu ihrem Herzen und sie hörte auf ihn. Die Phrase „redete zu ihrem Herzen“ bezieht sich im Alten Testament auf allegorischer Ebene immer auf Israel, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheinen mag. (1.Mo.34,3; Ruth 2,13; 2.Chr.30,22; Jes. 40,2;)

Nachdem das Kebsweib einwilligte, mit ihrem Mann zu gehen, machen sie sich gemeinsam auf den Nachhauseweg. Unterwegs müssen einen Stop in Gibea einlegen, weil die Sonne untergegangen war. Ein alter freundlicher Mann, ein Fremdling, öffnet den Reisenden sein Haus, so dass sie herbergen können. Alle anderen Männer der Stadt waren gar nicht so freundlich, wie wir noch sehen werden.

Nun ein paar Hintergrundinformationen: Der levitische Mann ist ein Ephraimiter, weil er dort sein Zuhause hat und priesterlich tätig ist. Gemäß der Tradition wird ein Levit jenem Stamm zugeordnet, in dem er wohnt und arbeitet. Das Kebsweib stammt aus Bethlehem, somit gehört sie dem Stamm Juda an. Sie kehrt für ein paar Monate dorthin zurück und wohnt im Haus ihres Vaters. Das Drama allerdings ereignet sich auf dem Boden des Stammes Benjamin.


Die allegorischen Zuordnungen
Der levitische Mann spricht von Jesus, dem Hohepriester, der vom Himmel her zur seiner Frau redet, s. Hebräerbrief. Der Himmel wird im Text als „äußerste Seite“ des Gebirges Ephraims bezeichnet. Gleichzeitig deutet der Ausdruck „äußerste Seite des Gebirges Ephraim“ auch auf den zeitlichen Anfang der ehelichen Beziehung, diese reicht bis zur Zeit Abrahams zurück. Das Kebsweib repräsentiert die Juden in der Endzeit, genauer gesagt, sie steht für den Überrest Israels. Und das dieser Überrest wirklich sehr klein ist, lesen wir in Richter 20.

Die bösen Buben, Söhne Belias genannt, stehen für jenen Teil Israels, der völlig verdorben ist, sowohl politisch, als auch religiös, als auch moralisch.


Scheidung und Wiederherstellung der Ehe
Einst verlies das Kebsweib von sich aus wegen Hurerei den Mann. Das Zweitbeste das sie tun konnte, war, irgendwann ins Haus ihres Vaters zurückkehren. Das Haus des Vater steht als Metapher für Zweierlei: 1. das Haus steht für die jüdische Religion im Allgemeinen und 2. der Vater steht für das jüdische Verständnis über Gott, der im Kollektiv mit Awinu (Unser Vater … ) angerufen wird. Nun reist der levitische Mann ihr nach, redet freundlich zur ihr und erobert auf diese Weise ihr Herz. Auch der Vater (der Awinu) des Kebsweibes, ist hocherfreut über den Ehemann seiner Tochter. Er kann von diesem Mann einfach nicht lassen. Mehrere Mal gelingt es ihm, den levitischen Mann zum Längerbleiben zu überreden; dem Paar ging es im Haus ihres Vaters wirklich gut.  


Die Heimreise
Der Levit, sein Weib und sein Knabe kehren in Gibea bei einem freundlichen alten Mann ein, der ebenfalls aus Gebirge Ephraim kam. Dieser gute alte Mann steht für den Überrest des christlichen Zeugnisses. Man könnte da an Paulus dem Alten denken, der einst einen solch liebevollen Brief schrieb, dass der Empfänger gar nicht anders konnte, als dem Apostel eine Herberge zu bereiten. Im Brief an die Hebräer, in 13,2, erinnert der Apostel die Adressaten: „Der Gastfreundschaft vergesset nicht, denn durch dieselbe haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“ Wenn Paulus von Etlichen redet, dann war es eben nicht nur Lot, der den Boten eine Herberge bot, sondern eben auch der freundliche alte Mann.

Während der Levit, noch auf dem Marktplatz stehend, dem alten Mann mitteilt, dass er für sich und sein Kebsweib Brot und Wein mitführt, erinnert es uns an das Abendmahl. Und dieses Mahl ist der tiefste Grund für das sich dann abspielende Drama.

Nach dem Sonnenuntergang und nachdem die Nacht hereingebrochen, die Nacht, in der niemand wirken kann, wie Jesus einmal sagte, treiben die Gibeaniter Hurerei, sprich Götzendienst. Gott treibt die Metapher ihrer Hurerei auf die Spitze, wenn er uns durch den Schreiber wissen lässt, dass sich die Gibeaniter einer Art Gruppensex hingeben, die als Massenvergewaltigung bezeichnet werden muss. Gott beschreibt mit deutlichen Worten, wie schwer die Sünde dieser Gewalt in seinen Augen ist. Und darüber hinaus, wie schwer die Sünde des Götzendienstes der Gemeinde Laodicäas in der Endzeit ist, sie wiegt so schwer wie die gemeinschaftliche sexuelle Gewalt.

Das Kebsweib kommt zu Tode. Die Gerechte, die im Haus ihres Vaters zu ihrem Ehemann umgekehrt war, kommt durch die Gewalt der Söhne Belials um. (Man erinnere sich ähnlicher Vorfälle in Deutschland und in Israel und übertrage es dann auf den praktizierten Götzendienst. Hoffentlich kommt jedem Leser nicht nur der Ekel vor solch gräulichen Taten, sondern eben auch ein gleichgroßer Ekel vor dem Götzendienst, vor dem der Apostel Johannes so eindringlich warnte.

Für die Hebräer aus der Gemeinde Laodicäas, aber nicht nur sie, muss diese Hurerei ausdrücklich allegorisch verstanden werden. Der Herr ist nicht in ihrer Mitte. Und so hat sich ein anderer der Mitte bemächtigt und zwingt mit Gewalt zum Götzendienst. Sie, die Überwinderin, flieht aus dem Haus der Hurerei. Der Herr geht der Entflohenen nach, steht vor ihrer Tür und klopft an. In dem das Kebsweib ihm öffnet kehrt sie zurück, nicht nur zum Gott ihrer Väter, sondern auch zu ihren Mann, dem Hohenpriester aus Offenbarung 1 bis 4. Der Herr hat immer Brot und Wein dabei und so essen sie frohgemut, wie Jesus versprochen hat, gemeinsam das Abendbrot.



Warum das Kebsweib zu Tode kommen musste

Vorbemerkungen
Bevor wir die Antwort erarbeiten, möchten wir zuvor erklären, dass wir (die Autoren) von dem Geschen als historisches Ereignis völlig überzeugt sind. Jedes Wort ist untrüglich Gottes Wort. Nun tun wir wohl, wenn wir die Art des Redens Gottes lernen, denn so mache Details sind schwerlich zu deuten. Eines haben wir bereits verstanden: Das gesamte Richterbuch kommt erzählerisch mit gehörigen Portionen von Allegorien daher, die es nötig machen, sie genauestens zu untersuchen. Es ist uns wichtig, dass unsere Deutungen für alle nachvollziehbar sind. Nicht jeder Leser wird unseren Ausführungen gleich zustimmen, das braucht es auch nicht, denn Erkenntnis und Verständnis sind Dinge, die erst beim persönlichen Studium der Heiligen Schrift erworben werden.


Der Aufmarsch gegen Benjamin
Das Gericht der 11 Stämme über Benjamin hat sich in der Vergangenheit eben nicht ereignet, das offenbart uns der Prophet Hosea, er enthüllt: „Seit den Tagen von Gibea hast du gesündigt - Israel; dort sind sie stehen geblieben; nicht erreichte sie zu Gibea der Streit gegen die Kinder des Frevels.“

Hosea erhellt und erweitert die Sicht auf den Kreis der Schuldigen. Wir erfahren, die Schuld der Kinder des Frevel liegt auf ganz Israel. Ephraims unrühmliche Rolle wird besonders hervorgehoben. Er hat versagt, indem er eben nicht gegen die Söhne Belials vorgegangen ist. Durch sein Schweigen wurde er in den Frevel hineingezogen. Indem er seine Zurückhaltung nicht aufgab, beteiligte er sich an dem Exzess, nicht in der Tat, sondern im Nichtstun. Dies wurde ihm zur Sünde mit schweren Folgen. Das Gift aus Gibea breitete sich dann auch im ganzen Nordreich aus.

Sowohl die römische Kirche als auch die evangelische Kirche Deutschlands sind am Verbreiten dieses Giftes besonders fleißig und bewerben dieses Unkraut, das dann zur endzeitlichen Hurerei führen wird. Online-Apotheken bieten Ähnliches. Die Erstgenannten verbreiten es durch ihr heimliches Tun von Mann zu Mann, die Zweitgenannten mehr durch ihre öffentliches Reden, Stellungnahmen und durch Bilder und Filme. Die Letztgenannten liefern, allerdings nur gegen Entgelt, ein durchaus vergleichbares Gift. Geistliche Dinge gehen Hand in Hand mit der sichtbaren Wirklichkeit. „Kinder, hütet euch vor den Götzen“ und hütet euch vor den Giften, die euch zudröhnen, auch musikalisch. Wichtige Texte: Hos. 9 u. 10 und Matt. 13,24-30.

Das alles ereignet sich in einer Zeit, von der es heißt: In jenen Tagen war kein König in Israel. Damit wird angedeutet, dass der Messias erst nach diesen Dingen sichtbar kommen wird. Zuvor jedoch dient er als Priester, der vom Himmel her redet (Gebirge Ephraim), wie es im Hebräerbrief heißt. Sein Schattenbild ist Samuel der Ephraimiter, der gleichsam wie ein Hohenpriester dem Volk dient.

Interessanterweise wird Samuel während seiner Dienstzeit nie als Priester bezeichnet. Nur einmal wird er durch einen namentlich nicht genannten Propheten angekündigt. Der namenlose Prophet teilt dem amtierenden Hohenpriester Eli mit, dass Gott ihn und seine Söhne richtet, aber sich einen treuen Priester erwählen wird und diesem Einen wird er ein beständiges Haus bauen. Das Gericht über Eli ist der prophetische Hinweis auf die Abschaffung des aaronitischen Priestertums; und die Erwählung Samuels deutet auf das andere Priestertum, das der Apostel Paulus im Hebräerbrief vorstellt und erklärt. Sollte es jemand übersehen haben, Samuel stammt nicht aus der Linie Aarons, Samuel war ein Ephraimiter.


Das Drama
Der levitische Mann feiert fröhlich mit seinem Weib und dem Herrn des Hauses. Da kommen die Söhne Belials anmarschiert, umringen das Haus und fordern vom alten Mann, dass er den Leviten herausgibt. Sie wollen ihn erkennen, wie sie sagen, eine euphemistische Umschreibung für: Wir wollen ihn sexuell missbrauchen. Was der Herr des Hauses aber nicht zulassen will, denn die Gastfreundschaft galt in jenen Tagen als ein hohes und wichtiges Kulturgut, das auf keinen Fall besudelt werden durfte. Und so bietet der alte Mann seine Tochter, die noch Jungfrau ist, und das Kebsweib an. Der Levit schreitet ein. Er nimmt sein Kebsweib, bringt sie zu den Männer hinaus; diese stürzen sich zugleich auf die Frau, missbrauchen und misshandeln sie die ganze Nacht. Erst beim Morgenrot lassen sie sie gehen. Auf der Schwelle des Hauses ihres Gastgebers angekommen, verstirbt sie an den Folgen der Misshandlungen.



Die etwas andere Interpretation
In Vorbereitung zu der nachfolgenden Deutung haben wir in den obigen Absätzen bereits einige Dinge beschrieben, die den Leser auf die allegorische Redeweise einstimmen soll. Was man jetzt im Gedächtnis halten sollte, ist, viele prophetischen Textabschnitte bilden Zeitraffer. Dazu ein Beispiel: Nach der Flucht, von ihrem Ehemann hinweg, kehrt das Kebsweib nach langer Zeit ins Haus ihres Vaters zurück. Wir sind davon überzeugt, dass die Rückkehr nach Bethlehem eine Metapher für die Rückkehr der Juden nach Israel darstellt. Der viermonatige Aufenthalt in Bethlehem deutet auf die festlose Zeit, die nach dem Laubüttenfest beginnt und vor dem Passah endet. In diesem Zeitraum sind die vier Monate enthalten.

Auf der wortwörtlichen Ebene sind es die vier Wintermonate vor dem Monat Nissan, dem ersten Monat des religiösen Kalenders. 3.Mo.23 Der erste bürgerliche Monat beginnt im siebten Monat, dem ersten Tischri. Auf der allegorischen Ebene repräsentieren die vier Monate eine lange Zeit, ca. 2000 Jahre. Gott hat in den zurückliegenden bald 2000 Jahren, metaphorisch durch die  kalten „Wintermonaten“ beschrieben, nicht direkt zum Kebsweib (als Kollektiv) geredet. Aber im und durch das Haus des Brotes, Bethlehem, hatte sie persönlich und als als Kollektiv alle Jahre wieder, und jetzt kommt das Weihnachtsfest in Spiel, die Chance, von der Menschwerdung des Sohnes Gottes zu hören und zu lesen.

Wenn es je unter Menschen ein Fest gab, dass in fast allen Kulturen Eingang gefunden hat, dann ist es Weihnachten, dabei spielt es keine Rolle, ob die Feiernden an Jesus glauben oder nicht.  Selbst Muslime werden von Weihnachten tief berührt und auch das kommunistische China feiert Weihnachten, wenn auch ohne Jesus, aber immerhin. Bei geschätzten 80 Millionen Christen in China dürfte es ihnen ein Leichtes sein, die wahre Bedeutung des Festes zum Sprungbrett der Verkündigung des Evangeliums zu nutzen. Nur im rabbinischen Judentum war (und ist?) es seit bald 2000 Jahren ein Ärgernis.

Bethlehem ist in den Augen Gottes eine ganz besondere Stadt; von dort stammte das Kebsweib des levitischen Mannes, von dort stammte auch Boas, der die Moabitin Ruth heiratete. In dieser Stadt wurde König David geboren, ein Mann nach dem Herzen Gottes;  und gleichsam als Krönung sandte Gott seinen Sohn nach Bethlehem, dort geboren in einem Stall, wurde er zum Heiland der Welt und zum (noch verworfenen) König Israels.

Am Ende der Tage redet der Herr zu Israel vom Himmel her. Das Kebsweib kehrt um und feiert Passah (1. Fest – Laodicäa). Nun bilden die ersten drei Feste eine Einheit. Am 14. Nissan ist Passah, das erste Fest, gefolgt vom Fest der ungesäuerten Brote, vom 15. Nissan bis zum 21, dem zweiten Fest. und daran schließt sich dann das Fest der Gerstenerstlinge an, dem dritten Fest. Wenn das Kebsweib in Bethlehem Passah gefeiert hat, dann eben auch das Fest der ungesäuerten Brote (2. Fest – Ephesus) und das dritte Fest (das Fest der Gerstenerstlinge – Smyrna). Die Gerstenerstlinge deuten auf die 144.000 der Offenbarung.

Weil wir uns auf der allegorischen Ebene befinden, müssen wir die Heimreise geistlich-bildlich verstehen, denn während des dritten Festes wird das Kebsweib missbraucht und misshandelt. Nicht umsonst bedeutet Smyrna bitter. Liest man den Brief an Smyrna aufmerksam, erkennt man, dass der Schwerpunkt des Briefes auf Leiden und Tod liegt.

Und dem Boten der Gemeinde in Smyrna schreibe:
Dieses sagt der Erste und der Letzte; der starb und wieder lebendig wurde.
Ich kenne deine Drangsal und deine Armut – du bist aber reich – und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans (dort findet man die Söhne Belials). Fürchte nichts von dem, was du leiden wirst. Siehe der Teufel wird etliche von euch in Gefängnis werden, auf dass ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage. Sei getreu bis zum Tod und ich werde dir die Krone des Lebens geben. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt. Wer überwindet, wird nicht beschädigt werden von dem zweiten Tod.


Sieben Mal redet der Herr vom Tod oder deutet ihn an.
Das erste Mal spricht er von sich und seinem Tod, die anderen sechs Male richten sich an Smyrna: Tod durch Drangsal, fürchte dich nicht - vor dem Tod, was du leiden wirst – bis zum Tod, Gefängnis – mit Todesfolge wie die Apostel Paulus und Petrus, getreu bis zum Tod, nicht beschädigt vom zweiten Tod.

Das Kebsweib des levitischen Mannes repräsentiert die 144.000, die als Erstlinge der Erde bezeichnet werden, weil sie aus tiefer Liebe zu ihrem Herrn bereit sind, für den Namen Jesus zu sterben. Manch ein Leser wird sich hierbei fragen: Warum liefert der levitische Mann sein Kebsweib den Söhnen Belials aus und was hat das mit Smyrna zu tun?

Vor 12 Jahren starteten wir unser intensives Bibelstudium ausgehend von Richter 14. Bei den Kapitel 17 bis 21 klebten wir noch zu sehr am wörtlichen Text, so dass es uns nur in Ansätzen möglich war, die Texte zu verstehen und zu deuten. Wir meinen, dass der Herr uns damals deutlich machte, dass wir diese Kapitel auf Eis legen sollten, was wir auch taten. In der Rückschau begreifen wir, viele Abschnitte mussten von uns studiert und verstanden werden.

Nun zu der oben gestellten Frage, warum der levitische Mann sein Kebsweib ausliefert. Dazu müssen wir unbedingt die allegorische Ebene zu Hilfe nehmen.

Nun wissen wir bereits, dass der Herr vom Himmel her redet, das tut er im Fall von Smyrna ebenfalls, zusätzlich redet er auch durch seinen Brief. Kommt der Herr zu Beginn des Schreibens auf seinen Tod zu sprechen, will er, das Smyrna sich beim Lesen erinnert, dass er für sie starb und nach drei Tagen wieder auferstanden ist. Damit gibt der dem Sendschreiben den entscheidenen Drall. Jesus will Smyrnas Hoffnung auf das ewige Leben bei und mit ihm stärken. So sicher wie ich  auferstanden bin, wirst auch du, Smyrna, auferstehen. Und weil er aus Liebe für Smyrna gestorben ist, werden dann auch etliche aus Smyrna (die 144.000) aus Liebe zu ihm bereit sein und in den Tod zu gehen. Für sein Liebstes zu sterben ist der höchste Ausdruck von Liebe.

Wenn der levitische Mann sein Kebsweib zu den Söhnen Belials hinausbringt, war auch sie bereit, sich der Auseinandersetzung mit den Feinden zu stellen. Laut Arnold Fruchtenbaum verstehen einige jüdische Gelehrte das Geschen auch als verbale Auseinandersetzung. Wir, die Autoren, sehen darin durchaus den geistlichen Krieg, den das Kebsweib mit den Söhnen Belials aus der Synagoge Satans führt. Das Kebsweib streitet und argumentiert gegen den einzigartig bizarren religiösen Kult, aber die Söhne des Frevels halten frech dagegen. Im Einzelfall landet der eine im Gefängnis, ein anderer wird gequält und misshandelt, wiederum ein anderer bezahlt seine Treue mit dem Tod.

Bei all unseren Versuchen, die endzeitliche Dramatik der Auseinandersetzung auch nur annähernd richtig zu beschreiben, müssen wir passen, denn das Gewaltpotenzial und die Abartigkeiten der Synagoge Satan lässt sich einfach nicht in Worte fassen.


So spricht der Herr:    
Eine Stimme wird in Rama gehört, Wehklage, bitteres Weinen. Rahel beweint ihre Kinder, sie will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder, weil sie nicht mehr sind. Jer. 31,15


So spricht der Herr:   
Halte deine Stimme zurück vom Weinen und deine Augen von den Tränen, denn, (Smyrna!), es gibt (doch) Lohn für deine Arbeit, spricht der Herr, und sie werden aus dem Lande des Feindes zurückkehren; und Hoffnung ist da für dein Ende (Auferstehung), spricht der Herr, und deine Kinder werden in ihr Gebiet zurückkehren (ins Land der Lebendigen). Jer.31,16-17


Siehe Anhang.



Berlin, den 25. Juni 2026


© Copyright H. Randy Rohrer






Anhang

In Richter 21 lesen wir, dass die übrigen Stämme über den Stamm Benjamin sprechen, als wäre er nur eine Person: Und die Kinder Israels ließen sich’s gereuen über Benjamin, ihren Bruder, und sie sprachen: Heute ist ein Stamm von Israel abgehauen (vom Baum Israel)! Nicht ganz, 600 Benjaminiter können in die Wüste fliehen. Jeder von ihnen ergattert sich später eine Frau und so bleibt der Stamm erhalten.

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Zum besseren Verständnis sei hier das Gebirge Ephraims ein wenig erklärt. Ein Gebirge beherrscht das Landschaftsbild und so beherrscht auch heute noch das Christentum die Welt, denn Ephraim, der zum Erstgeborenen Jakobs wurde, hatte eine ähnliche Stellung wie Joseph. Ephraim steht bildlich fast immer für dass christliche Zeugnis, das allerdings immer auch mit Götzendienst in Verbindung stand, sowohl in Israel als auch im Christentum. Die Parallele ist verblüffend.

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Kommen wir zurück zu den Erstlingen, den 144.000. Sie werden nicht für den Himmel erkauft, sondern für die Erde. Benjamin ist dieser Erstling, der durch die 144.000 dargestellt wird. Zwar ist Ephraim der Erstgeborene, aber nach der Entrückung beginnt für Israel ein neuer Anfang, denn der Herr wendet sich ihnen in Freundlichkeit zu. Und so wie Johannes mit dem Herzen glaubte, dass Jesus das Lamm Gottes ist, werden es die 144.000 auch glauben. Sie werden dem Lamm folgen, wo irgend es hingeht, so wie Johannes. Er folgte dem Lamm bis zum Kreuz auf Golgatha.  

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Die Phrase, ein beständiges Haus bauen, bezieht sich das erste Mal auf Samuel, 1.Sam.2,35; das zweite Mal auf David, 1.Sam. 25,28; und ein drittes Mal auf Salomo, 1.Kö.11,38.

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Wer alles sind die Kinder Rahels, wenn du es weißt?
Rahel hatte lange warten müssen, bis der Herr ihren Leib öffnete. Ihr Erstgeborener ist Joseph. Auf dem Weg ins verheißene Land bringt Rahel ihren zweiten Sohn zur Welt, doch bei der Geburt von Benjamin stirbt sie im Wochenbett. Einige Zeit später, wird Joseph von den Brüdern an Ismaeliter verkauft und diese verkaufen ihn an einen hochstellten Ägypter. Dem Vater Jakob wird durch das blutgetränkte Gewand vorgegaukelt, ein wildes Tier habe Joseph zerrissen. Von da an war Jakob der Meinung, er habe nur noch einen Sohn von Rahel. Viele Jahre später erfährt er dann aber, das Joseph lebt. Nachdem er nach Ägypten zu Joseph zog, adoptierte er am Ende seines Lebens die beiden ältesten Söhne Josephs, damit hatte auch Rahel vier Söhne. Und alle Nachkommen von Benjamin, Manasse und Ephraim sind Kinder Rahels. Aus dem Textzusammenhang von Jeremia 31 lässt sich das unschwer erkennen.   
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