Gemacht zu Königen und Priestern
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.Gemacht zu Königen und Priestern
Gemacht zu Königen und Priestern
Bevor
wir zu unserem Thema kommen, bekennen wir vorweg: Wir hatten uns mit
einem unausgereiften Wissen des Themas angenommen. Schon zu Beginn
erstaunten wir, welche Wendung die Sache nimmt, auch aufgrund von
Diskrepanzeni
zwischen dem Textus receptus dem Text von Nestle Aland
(einschließlich dem byzantinischem Mehrheitstext). Eines wird durch
die Abweichungen erneut deutlich: Mit den Unterschieden lassen sich
dann und wann die ursprünglichen Passagen wieder herstellen. Die
wichtigste Voraussetzung dazu ist: Man liegt theologisch richtig,
d.h., man schließt oder öffnet mit dem Schlüssel der Wahrheit.
In den christlichen Versammlungen der
sogenannten offenen und geschlossenen Brüder wird das Lied „Dem
der uns liebt“ sehr oft gesungen. Im Liederbuch „Geistliche
Lieder“ findet es sich unter der Nummer 126 bei den geschlossenen
Brüder, im Liederbuch „Einklang“ der offenen Brüder unter der
Nummer 56. Zudem ist das Lied in „Feiern & Loben“ unter der
Nummer 155 verzeichnet. Dieses Liederbruch ist sowohl in den
Evanglisch-freikirchlichen Gemeinden als auch in den Freien
evangelischen Gemeinden (FeG) im Gebrauch.
Dem, der uns liebt
und uns von unsernSünden gewaschen hatin Seinem Blut und unsgemacht hat zu einemKönigtum, zu PriesternSeinem Gott und Vater.Ihm sei die Herrlichkeitund die Macht vonEwigkeit zu Ewigkeit!Amen, Amen.Text: Offenbarung 1,5-6;Musik: Christian Palmer (1811-1875), Julius Löwen 1877
Die Komponisten
Christian Palmer war Musiker und
evangelischer Theologe. Ab 1852 lehrte er als ordentlicher Professor
in Tübingen praktische Theologie“. Julius Löwen war Kaufmann, der
sich später der frühen Brüderbewegung anschloss. Durch Carl
Brockhaus, seinem Schwager, gehörte er zu den frühen Mitarbeitern.
Zwei Aufnahmen des Liedes verlinken
wir, bei der ersten handelt es sich um ein Solo mit instrumentaler
Begleitung, bei der zweiten um einen vierstimmigen Chor ohne
Instrumente.
Die Zeilen aus Off. 1,5-6 stehen im
Kontext der sieben Sendschreiben.
Das Lied
Nehmen wir den Text des Liedes ein
wenig unter die Lupe.
Dem, der uns liebt …Es ist war, der Herr liebt uns. In vielen Texten des Alten und des Neuen Testaments bezeugt er es. Und wer sich lieben lässt, der lässt sich vom Liebenden leiten und zeigt damit an, dass er den liebt, von dem er geliebt wird.Und uns gewaschen hat in seinem Blut …Auch das lesen wir häufig in der Bibel, insbesondere in 1. Joh. 1,7: „Und das Blut Jesu Christi reinigt uns von aller Sünde“; Hebr.9,22 liefert das Fundament: Ohne Blutvergießung gibt es keine Vergebung. Das Blut Jesu musste fließen, damit wir rein werden und rein bleiben.Und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu PriesternDazu lesen wir im Brief des Apostels Petrus: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“ 1.Petr. 2,9
Nun kennt der Apostel Petrus die
Schriften der Torah ziemlich genau und so könnte er bei der
Abfassung des zuvor zitierten Verses an die Worte Gottes aus 2. Mose
19 gedacht haben: „Wenn ihr – Israel – fleißig auf meine
Stimme hören und meinen Bund halten werdet, so sollt ihr mein
Eigentum sein aus allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und
ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation
sein. Das sind die Worte, die du zu den Kindern Israels reden
sollst.“
Israel soll ein Königreich sein, das
aus Priestern besteht, das kann es aber nur, wenn es auf die Stimme
Gottes hört und den Bund hält, den Gott mit ihnen geschlossen
hatte. Es ist nicht der Bund des Sinai, denn dort ging das
Priestertum auf einen einzigen Stamm über, auf Levi, der aber steht
für einen anderen Bund, der mit dem „Gesetz Mose“ eingeführt
wurde, präziser ausgerückt: Moses Gesetz wurde „nebenein
eingeführt“ und strebt von Anbeginn seinem Ablaufdatum entgegen.
Der Bund, von dem Gott in 2. Mose 19 spricht, ist der Bund mit
Abraham, Isaak und Jakob. Alle drei Patriarchen waren priesterlich
tätig, bauten Altäre, opferten Gott und beteten zum HERRN;
außerdem taten sie Fürbitte, wie z.B. für Abimelech. Die
Patriarchen waren auch Herren und Fürsten. Das hatten die Hethiter
gut erkannt als sie Abraham antworteten: „Höre uns, mein Herr! Du
bist ein Fürst Gottes unter uns.“ Gleiches gilt für die Frau
Abrahams, ihr Name Sarah bedeutet Herrin, Edeldame, Gebieterin; zuvor
hieß sie Prinzessin – Sarai.
Vom Bund mit Abraham, Isaak und Jakob
lesen wir in 1.Chr. 16: „Er, der Herr, ist unser Gott; … Gedenket
ewiglich seines Bundes, des Wortes, das er geboten hat, auf tausend
Geschlechter hin, den er gemacht hat mit Abraham, und seines Eides,
den er Isaak geschworen hat. Und er stellte ihn Jakob zur Satzung,
Israel zum ewigen Bund.“
Könige, König- und Priestertum
Sehen wir uns jetzt die Könige und
Priester genauer an und fragen uns: Wen hat Gott zu einem Königtum
und zu Priestern gemacht? Schau'n wir mal.
Ausgehend von unserem Text aus
Offenbarung 1,5-6 untersuchen wir jetzt die nächstliegende
Schriftstelle, die aus Offenbarung 5. Johannes sieht jemanden auf
einem Thron sitzen, der ein Buch in seiner Rechten hält. Ein starker
Engel fragt: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen? Es findet sich
niemand, weder im Himmel, noch auf der Erde, noch unter der Erde.
Johannes weint darüber. Sein Weinen sieht einer der Ältesten und
dieser kommt tröstend zu Hilfe und sagt zu Johannes: „Weine nicht!
Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamme Juda.“
Daraufhin sieht Johannes inmitten der Szene ein Lamm stehen; und
genau dieses Lamm nimmt das Buch. Und nachdem es das Buch genommen
hatte, fielen vier lebendige Wesen und 24 Älteste nieder vor dem
Lamm und singen: „Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine
Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast für
Gott erkauft durch dein Blut aus jedem Stamm und Sprache und Volk und
Nation, und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht,
und sie werden über die Erde herrschen.“
Handelt es sich in Offenbarung 5 um die
gleichen Könige und Priester wie jene aus Kapitel 1? Kehren wir zum
ersten Kapitel zurück. Dort wird von Jesus gesagt, dass er der Fürst
(besser: der Erste) der Könige der Erde sei. Damit wird seine
Vorrangstellung gegenüber allen anderen Königen der Erde
hervorgehoben. Seine Herrschaft hat er aber noch nicht angetreten,
das wird erst in Offenbarung 19 gesehen und vor allem gehört. Eine
unzählbare Menge spricht dort mit einer Stimme: „ Der Herr, unser
Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten.“ Dieser Herr
ist derselbe wie in Daniel 7,13-14, nur dass er dort nicht Herr
genannt wird, sondern als „Sohn des Menschen“ bezeichnet wird und
dieser Sohn des Menschen ist der HERR,
Gott, der Allmächtige.
Was wir aus Kapitel 1 noch wissen, ist,
Johannes spricht stellvertretend für das Kollektiv, wenn er sagt:
„Und uns gemacht hat zu einem Königtum ...“. Hier steht nicht:
uns gemacht hat zu Königen; den eher individuellen Aspekt finden wir
in Offenbarung 5,10: „hast sie zu Königen und Priestern gemacht“
und zwar aus jedem Stamm, jeder Sprache, jedem Volk und jeder Nation.
Es gelten die Worte aus Kapitel 5 ebenfalls einem Kollektiv, aber im
Unterschied zu den Worten des Johannes in Kapitel 1, wo er sich als
Wortführer mit einbindet, sprechen die Ältesten in Kapitel 5 nicht
über sich, sondern über Menschen der Erde, die Gott zu Königen und
Priestern gemacht hat aus jedem Stamm, jeder Sprache, jedem Volk und
jeder Nation.
Wer sind diese Ältesten?
Bereits in Kapitel 4 der Offenbarung
sieht Johannes 24 Älteste auf 24 Thronen sitzen. Jeder von ihnen
trägt eine goldene Krone auf seinem Haupt. (Wir erinnern uns: Gold
steht metaphorisch für Gerechtigkeit.) Die 24 Throne stehen um einen
weiteren Thron; und der darauf Sitzende wird mit den Schönheiten
zweier Edelsteine verglichen, einem Jaspis und einem Sardis; zudem
sieht Johannes noch ein regenbogenfarbiges Gebilde um den Thron. Wir
können schlussfolgern: Die 24 Älteste sind Könige, die auf ihren
Thronen sitzen und auch der, der in der Mitte der Throne sitzt, ist
ein König.
Wer sind nun aber die 24 Könige, die
in Abgrenzung zu den Königen der Erde als Älteste bezeichnet
werden? Im Griechischen wird für Ältester der Begriff Presbyteros
verwendet, 67 mal im Textus receptus und 66 mal im Nestle Aland. Die
Verteilung des Wortes Presbyteros im Neuen Testament ist auffällig
einseitig. Der Apostel Paulus zum Beispiel verwendet das Wort nur in
den Briefen 1.Timotheus, Titus und im Brief an die Hebräer –
insgesamt 6 Mal. In der Offenbarung finden wir die Ältesten 12 mal
und als Selbstbezeichnung verwendet nur Johannes den Begriff
Presbyteros.
Aus dem zweiten und dritten Brief
des Johannes
Der Älteste der auserwählten Frau,
wörtlich Herrin (deutet u.a. auf Sarah). 2. Joh. 1,1.
Der Älteste dem geliebten Gajus,
wörtlich Herr (deutet u.a. Abraham). 3. Joh. 1,1.
Wie wir bereits in den Kommentaren zum
2. und 3. Brief des Johannes ausführen, müssen die beiden Briefe
prophetisch gedeutet werden, denn nur dann lässt sich der tiefere
Sinn erfassen und ihr finaler Zweck erkennen.
In Bezug auf die Empfänger der beiden
Briefe ist Johannes Ältester. Er besitzt eine gewisse Autorität,
nicht nur des Alters wegen. Und so schreibt er ihnen ernstlich und
doch würdevoll. Der Herrin sagt er: „Nehmt ihn nicht auf!“ Der
Satz steht in der Befehlsform. Auch Gajus erhält Befehle, der erste
lautet: „Ahme nicht das Böse nach!“ Bekanntlich steht der
Befehlsgeber höher als der, der den Befehl ausführen soll, nicht
wahr? Johannes ist somit der Schlüssel zur Beantwortung der Frage,
wer die Ältesten sind.
Johannes spielt zudem noch eine Art
Doppelrolle. Er ist sowohl der Älteste gegenüber der Herrin und
Gajus, aber eben auch einer der 24 Ältesten im Himmel. Das
Doppelrollen-Phänomen findet sich an vielen Stellen der Bibel in
Bezug auf den HERRN. In
der Szene von Offenbarung 5 erkennen wir es bei Johannes, er ist
sowohl der Seher als auch einer der Ältesten.
Wenn nun Johannes dem Kreis der 24
Ältesten angehört, so muss er zuvor entrückt worden sein. Die
Entrückung kann jedoch nicht in Kapitel 4,2 stattgefunden haben,
weil der Kreis der 24 bereits vollständig ist. Alle 24 Älteste
sitzen bei der Ankunft des Johannes auf ihren Thronen, das bedeutet,
die Throne müssen zuvor aufgestellt worden sein und die Könige
Platz genommen haben, gleichwie in Daniel 7,9 berichtet wird. „Ich
schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Alter an Tagen sich
setzte.“ Es ist nicht dieselbe Szene wie in Offenbarung 4 oder 5,
aber aus Daniel sieben lässt sich unschwer nachvollziehen, dass
zuerst die Throne aufgestellt werden müssen, bevor die Edlen ihren
Platz einnehmen. Auch in der Szene seiner Ankunft im Thronsaal lässt
sich das Doppelrollen-Phänomen erkennen, einerseits gehört Johannes
zu dem Kreis der 24 Ältesten, andererseits kehrt er nach seinem
Dienst als Brief-Bote zurück zu seinem Auftraggeber.
Und wir gehen nochmals zurück zu
Offenbarung 1,5-6. Wir fragen uns, wer spricht: „Dem der uns liebt,
und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns
gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater?“
Aus dem Textzusammenhang erkennen wir, es spricht der Älteste, der
König Johannes. Und wenn Johannes gemeinsam mit dem Kreis der
Ältesten in Offenbarung 5 von den Königen und Priestern der Erde
spricht, so steht er mit den anderen 23 in der Hierarchie des von
Gott errichteten Königtums über der Herrin und über Gajus und über
alle Könige und Priester der Erde.
Gottes Plan verwirklicht sich
Bereits in 1.Mose 19 wollte der Herr,
das jeder Israelit König und Priester sei. In Offenbarung 5 aber hat
Gott aus allen Nationen, Völker, Stämmen und Sprachen Menschen zu
Königen und Priestern gemacht. In Offenbarung 1 hat er ebenfalls
Menschen zu Königen und Priestern gemacht, diese aber scheinen nur
aus dem Volk Israel zu kommen, denn, vergessen wir nicht, die
Offenbarung ist ein jüdisches Buch. Und so fragen wir uns: Sind
Christen gemäß Offenbarung 1,5-6 zu Königen und Priestern gemacht
worden?
Der Apostel Paulus, der von sich selbst
sagte, dass er ein Apostel der Nationen ist, hat uns in keinem seiner
Briefe als Könige und Priester bezeichnet. Im Brief an die Epheser
wünscht er für uns, dass wir heilig und tadellos seien mögen vor
Ihm, unserem Herrn, der uns zur Sohnschaft zuvorbestimmt hat und sich
der Gemeinde (Versammlung) als Haupt gegeben hat und uns hat
mitsitzen lassen in dem Himmlischen; und das die ehemals Fernen (die
Nationen) mitaufgebaut werden zu einer Behausung Gottes im Geist.
Wo aber bleibt das Königtum für
die Versammlung?
Die Lösung findet sich in Epheser 5.
Paulus schreibt: Denn der Mann ist das Haupt des Weibes, wie auch der
Christus das Haupt der Versammlung ist, er ist des Leibes Heiland.
Aber gleichwie die Gemeinde dem Christus untergeordnet ist, also auch
die Weiber ihren Männern in allem. Ihr Männer liebet eure Weiber,
gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für
sie hingegeben hat, auf dass er sie heiligte, sie reinigend durch die
Waschung mit Wasser durch das Wort, auf dass er die Versammlung sich
selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder
etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.
Also sind auch die Männer schuldig, ihre Weiber zu lieben wie ihre
eigenen Leiber. Wer sein Weib liebt, liebt sich selbst. Denn niemand
hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt
es, gleichwie auch der Christus die Versammlung. Denn wir sind
Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinen Gebeinen.
„Deswegen wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen
und seinem Weib anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein.“
Dieses Geheimnis ist groß; ich aber
sage es in Bezug auf Christus und auf die Versammlung.
Wenn die Gemeinde sein Leib ist, ist
sie mehr als alle Könige der Erde und auch mehr als die Könige des
Himmels - die 24 Ältesten. Sie, die Versammlung, wurde nicht zu
Königen und Priestern gemacht, obwohl sie priesterlich dient, obwohl
sie königlich handelt. Dieses Geheimnis wird im Buch Esther erzählt,
deren Name Stern bedeutet. Dieser Stern weist hin auf die sieben
Sterne in seiner Hand und die lässt er nie wieder los.
Es ist wahr, als Einzelne sind wir
Kinder Gottes, die aber bald zu Söhnen herangereift sein werden. Wir
bilden als Gesamtheit auch: 1. einen Sohn (entweder Ephraim oder
Manasse), 2. eine Behausung Gottes (bestehend aus dem unsichtbaren
und sichtbaren Teil), 3. einen Leib mit dem Herrn als Haupt und 4.
wir sind sein Weib. Alle diese Aspekte blitzen beim Lesen des Briefes
an die Epheser kurz auf. Aber von Königen wird nicht gesprochen und
auch nicht von Priestern, obwohl, wie zuvor gesagt, wir priesterlich
dienen und königlich handeln.
Und jetzt noch eine Ergänzung
Weiter oben haben wir gesagt, dass nur
der Apostel Johannes sich selbst als Ältester – Presbyteros –
bezeichnet und das ist auch richtig; und doch schrieb ein anderer
Apostel über sich, dass er ein Mitältester sei, griechisch:
Sympresbyteros. 1.Petr. 5,1: „Die Ältesten, die unter euch sind,
ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden des Christus und
auch Teilhaber der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll. Hütet
die Herde Gottes, die bei euch ist.“ Herde Gottes unterscheidet
sich von der Herde des Guten Hirten. (Wir gehen in diesem Skript
nicht weiter darauf ein. Der eine oder andere mag vielleicht der
gelegten Spur nachgehen.)
Beim ersten Brief des Apostels Petrus
handelt es sich um ein Rundschreiben, es richtet sich an die
Auserwählten (nicht an die Fremdlinge) in der Zerstreuung, das sind,
so die vorherrschende Meinung, vornehmlich Juden und die haben in
ihren Versammlungen Älteste eingesetzt, die die Herde Gottes hüten
sollen. In Bezug auf diese Ältesten ist der Apostel Petrus ein
Mitältester, griechisch: Συμπρεσβύτερος.
Gleich
dem Tüpfelchen auf dem i unser Argumentation, verhält es sich mit
der Eigenschaft des Wortes Sympresbyteros, unser i-Tüpfelchen heißt
Hapax legomenon, das ist ein Wort, das nur einmal in der Bibel
vorkommt und auf die Endzeit deutet, ja, mehr noch, es deutet auf die
Zeit nach der Entrückung des Erstgeborenen (bildlich-geistlich durch
Ephraim dargestellt). Auch der sprachliche Ausdruck “Herde Gottes”
ist ein Hapax legomenon, der ebenfalls auf die Endzeit hindeutet und
nur vom führenden Juden-Apostel Petrus verwendet wird.
An
dieser Stelle erinnern wir daran, das wir die Briefe des Neuen
Testaments in drei siebener Gruppen eingeteilt haben. Die dritte
Gruppe wird gebildet aus den sogenannten allgemeinen Briefen. Sie
müssen dringendst in „jüdische Briefe“ umbenannt werden, denn
nur dann werden die „schwierigen Stellen“ mit einem Schlag
verständlich.
Unsere Ausführungen können wir mit
Offenbarung 19 abrunden, denn dort werden die Ältesten, welche
Könige sind, von der großen Volksmenge und von der Braut des Lammes
unterschieden; eine sehr große Menge spricht ab Vers 1; man stelle
sich das vor, Millionen sprechen mit einer Stimme, das erzeugt
Gänsehaut pur, nicht wahr? in Vers 6 proklamieren sie den Antritt
seiner Herrschaft, die 24 Ältesten beten in Vers 4 Gott an und ab
Vers 7 redet nochmals die große Volksmenge; sie kündigen mit großer
Freude die bevorstehende Hochzeit des Lammes an, denn auch die Braut
hat sich bereitgemacht.
Unser Fazit
Das Lied „Dem der uns liebt“ kann
von Gläubigen vor der Entrückung als auch nach der Entrückung
gesungen werden, denn im Grundtext steht: der uns gemacht hat zu
einem Königtum; und zum Königtum gehört ein Manifest, die Könige
der Erde und des Himmels und die Königin; nur das mit dem
Priestertum als solches, auch wenn wir priesterlich dienen, scheint
nur für jene zuzutreffen, die als Zweitgeborene noch einen Auftrag
auf der Erde zu erfüllen haben, bevor der HERR
auch sie vor der großen Drangsal, den letzten dreieinhalb Jahren vor
seiner Wiederkunft, in Sicherheit bringt. Der priesterliche Dienst
findet damit aber kein Ende.
Berlin, den 28. Mai 2026
©
Copyright H. Randy
Rohrer
i Der
Textus receptus liest in Offenbarung 1,6: Könige, der
Mehrheitstext (Robinson/Piermont) sowie Nestle Aland
lesen: Königtum. Unsere Entscheidung für die Lesart nach NA
und dem
Byzantinischem Mehrheitstext
fußt auf Erkenntnisse, die wir im jahrelangen Studium der Bibel
erworben haben und an vielen Schriftstellen liegt es auch auf der
Hand. Zum Beispiel lesen wir im Evangelium nach Matthäus 31 mal vom
Reich der Himmel, wörtlich: Königreich der Himmel. Dann lesen wir
in allen vier Evangelien den Ausdruck „Reich Gottes“, auch hier
wörtlich: Königreich Gottes; diesen Ausdruck verwendet auch der
Apostel Paulus. Es handelt sich daher um ein allumfassendes
Königreich, das die Himmel (Plural) und die Erde einschließt.
In Bezug auf unsere Erkenntnisse möchten wir kurz auf die Geschichte Jakobs eingehen. Rahel hat vier Kinder: Joseph, Benjamin und die Adoptivsöhne Manasse und Ephraim. Allgemein anerkannt ist, dass Joseph ein Schattenbild auf den Messias ist, dem Herrscher Ägyptens. Weniger oder gar nicht bekannt ist, dass Benjamin das Schattenbild für den Überrest Israels abbildet, aus dem auch der Antichrist hervorkommt. Daher ist Benjamin auch der letzte Sohn, der seinen leiblichen Bruder in Ägypten sieht – erkennt – und anerkennt. Manasse und Ephraim dagegen kennen ihren Vater Joseph als Herrscher von Ägypten von Geburt an. Beide Söhne werden von Jakob adoptiert und dadurch in eine höhere Stellung gebracht. Zudem erhalten sie ein Geschenk: ein eigenes Erbteil in Israel. In dieser erhöhten Stellung wird Ephraim zum Erstgeborenen erklärt und Manasse zum Zweitgeborenen; und ganz nebenbei werden Manasse und Ephraim durch die Adoption zu Brüdern Josephs. Und was noch erstaunlich ist, und daran dürfen wir uns ein Beispiel nehmen, Manasse und Ephraim leben weiterhin in Frieden miteinander. Nirgends in der Schrift wird auch nur der Hauch einer Auseinandersetzung erwähnt.
In Bezug auf unsere Erkenntnisse möchten wir kurz auf die Geschichte Jakobs eingehen. Rahel hat vier Kinder: Joseph, Benjamin und die Adoptivsöhne Manasse und Ephraim. Allgemein anerkannt ist, dass Joseph ein Schattenbild auf den Messias ist, dem Herrscher Ägyptens. Weniger oder gar nicht bekannt ist, dass Benjamin das Schattenbild für den Überrest Israels abbildet, aus dem auch der Antichrist hervorkommt. Daher ist Benjamin auch der letzte Sohn, der seinen leiblichen Bruder in Ägypten sieht – erkennt – und anerkennt. Manasse und Ephraim dagegen kennen ihren Vater Joseph als Herrscher von Ägypten von Geburt an. Beide Söhne werden von Jakob adoptiert und dadurch in eine höhere Stellung gebracht. Zudem erhalten sie ein Geschenk: ein eigenes Erbteil in Israel. In dieser erhöhten Stellung wird Ephraim zum Erstgeborenen erklärt und Manasse zum Zweitgeborenen; und ganz nebenbei werden Manasse und Ephraim durch die Adoption zu Brüdern Josephs. Und was noch erstaunlich ist, und daran dürfen wir uns ein Beispiel nehmen, Manasse und Ephraim leben weiterhin in Frieden miteinander. Nirgends in der Schrift wird auch nur der Hauch einer Auseinandersetzung erwähnt.
Auf der allegorischen Ebene, wenn man sie
akzeptiert, setzt sich die Versammlung des lebendigen Gottes aus
zwei Teilen zusammen, den einen Teil bildet Manasse-West, der die
Juden repräsentiert, den anderen Teil bildet Ephraim und der
repräsentiert die Nationen. (Sie bilden wahrscheinlich auch die
beiden Söhne des Öls aus Sacharja 4,14.)
Der Ausdruck „Versammlung der
Erstgeborenen“ in Heb. 12,23 ist ein Hapax legomenon, das ist ein
Wort bzw. sprachlicher Ausdruck, der nur einmal in der Bibel
vorkommt und auf die Endzeit hinweist; nur im Brief an die Hebräer
wird dieser Term verwendet. Die Erstgeborenen befinden sich bereits
im Himmel, als dem Zweitgeborenen gesagt wird, dass er gekommen ist
zu dem Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem
himmlischen Jerusalem. Heb.12,18-24. Weiteres über die Erst- und
Zweitgeborenen lese man im Skript: Einführung in den Hebräerbrief.
© Copyright: H. R. Rohrer
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