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Jesaja soll man streichen?

Skripts > Roger Liebi
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Feldzug gegen Nestle Aland und den Minderheitstext - O, wie abgefahren


Schon vor langer Zeit hat er sich auf den Weg gemacht und ist immer noch nicht am Ziel angekommen. Im jahrzehntelangen Feldzug gegen den wissenschaftlichen Text von Nestle Aland und gegen den Minderheitstext ist ihm bisher der entscheidende Schlag noch nicht gelungen, um die Schlacht für sich zu entscheiden. Auch die Scharmützel mit den Verantwortlichen der Elberfelder CSV-Version scheinen zu dauern. Tapfer kämpft er seinen Kampf, fürchtet weder rot noch Krampf.  

Wenn es an geistlichem Verständnis mangelt, verstrickt man sich leicht. Es sei gesagt, es reicht nicht hin, auswendig wie ein Kind zu lernen. Es macht viel Arbeit, kostet Müh, in Gottes Wort zu forschen.  

Sein törichtes Vorhaben führt er uns deutlich vor Augen und Ohren. Wir sollen aus unserer Bibel, im Markusevangelium, in Kapitel 1, Vers 2: Das Wort Jesaja streichen. Das  ist ein Anschlag ohne Gleichen; und auch: gefährlich ehrlich, denn alsbald den Gipfel hochgestelzter Tipps erklommen, gibt er bekannt, was er bereits begonnen, Tabellen zu erstellen, die helfen sollen, Fehler auszumerzen. Man übertünche, überschreibe, nur so rückt man dem Mindertext zu Leibe, damit die Mehrheit ewig bleibe, das Wahre Wurzeln treibe in unsern Herzen. Dem Hörer schwell'n Ohren, die Augen über, bei solch wildem Fieber.    

Da wir wissen, dass jener auch unsere Webseite liest und sich dann und wann über unsere Beiträge zu den verschiedensten Themen ärgert, startet er nun aus falschem Ehrgeiz heraus, verdeckt gegen uns zu agieren, aber nicht nur gegen uns. Er wendet tatsächlich 20 Minuten auf, um offen gegen die gesamte weltweite Gelehrtenschaft vorzugehen. In seinem ersten Vortrag zum Markusevangelium verunglimpft er die Schreiber der entsprechenden Handschriften, die Herausgeber des Nestle Aland, die Benutzer, Studenten und Professoren. Wir sind zuversichtlich, SEINE Schafe hören SEINE Stimme.

Nun haben wir in dem ein oder anderen Skript bereits dargelegt, dass es durchaus nützlich ist, verschiedene Texttraditionen zu haben und als wertvolle Referenz den wissenschaftlichen Text von Nestle Aland, denn dann können wir nicht nur vergleichen, sondern uns vom Herrn zeigen lassen, welches der ursprüngliche Text war. Dazu nun einige Beispiele.

Erstes Beispiel: 2. Johannes 2, 3;   
Mehrheitstext:  
Friede von Gott, dem Vater, und von dem Herrn Jesus Christus, dem Sohn des Vaters
Nestle Aland:  
Friede von Gott, dem Vater und von Jesus Christus, dem Sohn des Vaters.  
    

Warum darf hier nicht der Titel Herr stehen? Weil ohne den Titel deutlicher hervortritt, dass Gott der Vater einen Sohn hat und der heißt Jesus Christus. Die von Nestle Aland bevorzugte Variante im Fließtext wendet sich deutlich gegen die rabbinische und islamische Lehre, Jesus sei nicht Gottes Sohn. Im Islam wird noch tobend hinzugefügt: Gott hat keinen Sohn!  

Nachdenkzettel
Der Apostel Johannes verwendet in seinen drei Briefen nie den Titel HERR, dafür aber 9 Mal seinen Namen: Jesus. Die Zahl 9 steht für Vollkommenheit. Der Name Vater dagegen findet sich in den drei Briefen des Johannes 16 Mal, das sind 2 mal 8, jede steht für einen Neuanfang.  

Die Frau am Jakobsbrunnen ist die erste Person im Johannesevangelium, die Jesus mit HERR anspricht und dann auch noch 3 Mal. Insgesamt findet sich das Wort Herr 53 mal im Evangelium des  Johannes,  53 ist eine Primzahl, d.h. nicht teilbar. Der Name Vater für Gott wird im Johannesevangelium 107 Mal verwendet, auch eine Primzahl, die keine echten Teiler kennt.  

Prüfet alles, das Gute behaltet.

Zweites Beispiel: 1.Petrus 3,21
Mehrheitstext:
Welches Gegenbild auch uns errettet …
Nestle Aland:  
Welches Gegenbild auch euch errettet …
    

Der Apostel Petrus schreibt an die Fremdlinge in der Zerstreuung (1.Petr. 1,1). Es handelt sich bei dem Brief, wie übrigens auch beim zweiten, um einen Rundbrief. Und weil Petrus nicht nur ein Apostel sondern auch ein Prophet ist, muss dieser Brief auf die Endzeit gedeutet werden. Wenn Petrus also den Fremdlingen in der Zerstreuung schreibt, dass das Gegenbild der Sintflut die Taufe ist, dann deutet er mit dem Vergleich Sintflut – Taufe,  auf das Gericht am Ende der Tage, also auf die Endzeit. Aus diesem Grund lesen wir: Welches Gegenbild auch „euch errettet“. Würde an dieser Stelle „uns errettet“ stehen, müssten wir davon ausgehen, dass Petrus sich irgendwo versteckt hält und auf die rettende „Taufe“ wartet.   


Prüfet alles, das Gute behaltet.


Drittes Beispiel: Markus 1,2
Mehrheitstext:  
Wie geschrieben steht in den Propheten: Sieh, ich sende meinen Boten ...
Nestle Aland  
Wie geschrieben steht in Jesajas, dem Propheten: Siehe, ich sende meinen Boten …
     

Welche Textvariante entspricht dem Urtext?  Nach unserem Studium können wir gar nicht anders entscheiden: Es ist der Text von Nestle Aland. Warum das wissenschaftliche Team sich für die Variante „Jesajas, dem Propheten“ entschieden hat, wissen wir nicht, dürfen aber vermuten und zwar anhand der Textgestaltung, wie z.B. im App-Modul unseres Bibelprogramms, denn dort setzen sie die Zitate nach einem Punkt, der die Funktion eines Doppelpunktes hat. Das Entscheidende des Satzes kommt nach dem Doppelpunkt. Dem allerdings müssen wir aus gutem Grund widersprechen.

heute wie damals muss ein Satz oder Text sinnvoll strukturiert werden, dazu verwendet man Hilfsmittel u. a. Satzzeichen, wie z.B.  Komma, Punkt und Doppelpunkt. Aus einer Kolonne von großen Buchstaben die Einzelwörter von einander abzugrenzen, um einen leicht lesbaren Satz zu bilden, war damals nicht einfach. Ein ungeübter Leser tat sich schwer. Versuche dich am folgenden kurzen Satz: NACHTAGENTRUGEINDIEB … um zu erahnen, welche Leistungen Abschreiber Übersetzer vollbrachten.  

Was wollte Markus dem Leser tatsächlich mitteilen? Das lässt sich ganz einfach erklären: Man setze die Interpunktion neu: „Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes, gleichwie geschrieben steht in Jesaja, dem Propheten.“

Und was steht im Propheten Jesaja? Wir lesen vom Evangelium, dessen Erfüllung Markus in seinem Buch bezeugt. An wen richtet sich Markus mit seinem Zeugnis vor allem? Zitat aus Jesaja 42: „Siehe, mein Knecht, den ich stütze, mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich haben meinen Geist auf ihn gelegt, er wird den Nationen das Recht kundtun.“ Markus richtet sich demnach an die Nationen. Das Evangelistensymbol des Markus ist der Stier und der steht dafür, für die Nationen, insbesondere für den Westen, erwachsen aus der griechisch-römischen Kultur.

Am deutlichsten tritt das Evangelium von Jesus Christus in Jesaja 53 hervor (hebr. “נג“);  Und deshalb heißt es richtigerweise: Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes, wie geschrieben steht in Jesaja, den Propheten. Der Hinweis auf Jesaja war für die Griechen wichtig, denn noch gab es das Neue Testament nicht. Ein Grieche musste sich ein Altes Testament besorgen, um dem Hinweis von Markus nachzugehen. Für einen Griechen wird  es eine Überraschung gewesen sein, dass in den Schriften der Juden, die hunderte von Jahren zuvor abgefasst wurden, Zukünftiges erzählt wird.  

Nach dem Hinweis auf den Propheten Jesaja kehrt Markus zurück zum Anfang und zitiert zum Beweis zwei Schriftstellen, die den Anfang vorhersagten. Markus geht dabei chronologisch vor, deshalb musste er zuerst Maleachi zitieren und erst dann Jesaja. Maleachi kündigt den Vorboten an und was er tun wird. Mit dem Zitat aus Jesaja wird das öffentliche Auftreten des angekündigten Boten beschrieben und dass er genau das tut, was Maleachi gesagt hat. Johannes der Täufer bereitet den Weg für den Messias vor. In Vers 4 bezeugt dann Markus kurz und knapp: Kam! Taufte! Und Predigte!  


Prüfet alles, das Gute behaltet.

 

Der Levit und sein Ansatz
Nun sehen wir uns eine ähnliche Vorgehensweise an, wie die von Markus. In Kapitel 27 schreibt Matthäus in seinem Evangelium: „Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremias geredet ist, welcher spricht“, und dann zitiert er  aus Sacharja und nur aus Sacharja. Das ist seltsam, nicht wahr?

Der Evangelist Matthäus war ein Levit und mit den Schriften des Alten Testaments bestens vertraut,  auch mit der Art, wie Juden rhetorisch erzählen und argumentieren. Von einem Fehler in der textlichen Überlieferung des Verses ist nicht auszugehen, und so bezeugen uns heute alle schriftlichen Überlieferungen den gleichen Wortlaut, sowohl der Textus receptus, als auch der Mehrheits- und Minderheitentext, überall  lesen wir: „Was durch den Propheten Jeremias geredet ist.“  Das macht es uns leicht, gegen die Aufforderung, den Jesaja aus Markus 1,2 zu streichen, mutig entgegenzustellen.

Matthäus geht in gleichweise wie Markus vor, er verweist auf den Propheten Jeremia. Er fordert damit den Leser auf, dem Hinweisschild Jeremia zu folgen und anschließend dort weiterzufahren, wo man als Leser im Evangelium zuletzt gestanden hat. Auf diese Weise versteht man die Zitate besser: Das Evangelium lesen, der Abbiegung folgen und am Ende zurückkehren zum Ausgangspunkt.   


Jesus und Jeremia
Jeremia erlebte von Jugend an viel Leid, zudem wurde er mit dem Tod bedroht, besonders deshalb, weil er die Zerstörung des Tempels ankündigte. Doch er fand treue Fürsprecher, die darauf hinwiesen, dass bereits Micha vor langer Zeit ebenfalls die Zerstörung des Tempels ankündigt hatte, deswegen aber nicht getötet wurde. Gott bewahrte den Propheten, er durfte leben.  

Nun ist Jeremia ein Schattenbild auf den Messias, der gleichfalls von Anfang an mit dem Tod bedroht wurde. Mit den gleichen Anschuldigen konfrontiert durch Zeugen, die man zuvor präpariert hatte, wollte man Jesus zum Tode verurteilten.  


Der Prozess
Jesus wird bei Nacht verhaftet und durch die Hohenpriester Kajaphas und Annas verhört. Dann stellt man ihn vor den Sanhedrin, doch die Zeugen, die Jesus belasten, taugen nichts. Auf dem Höhepunkt der Verhandlung zieht der Hohepriester die Notbremse, denn die Sache drohte ihm aus dem Ruder zu laufen. Anders als er erhofft hatte, nutzen ihm auch seine zwei Zeugen nichts, ihre Aussagen waren nicht stimmig und somit werlos; und so steigt die Spannung in den Reihen der Richterschaft, die auch Kajaphas spürt, denn nun saß er auf heißen Kohlen. Da war Gefahr in Verzug und viel stand für ihn auf dem Spiel.  

Obwohl es ihm als Hohenpriester nicht erlaubt war, selbst den Angeklagten zu befragen, setzte er sich rotzfrech über alles Recht hinweg, um den für ihn ungünstigen Verlauf der Verhandlung doch noch zu drehen, zu seinen Gunsten zu wenden. Kaiphas wusste, wenn Jesus jetzt nicht verurteilt wird, dann … Wenn die anderen anwesenden Richter kein Urteil fällen, dann ...  Schon vor seinem Auftritt zerreisst es ihn innerlich, und weil es keine Innerlichkeiten gibt, die nicht auch gleichzeitig Äußerlichkeiten sind, kocht es in ihm hoch, er springt auf und in die Mitte (Mesos), schreit (damit es ja keiner verpasst): „Ich beschwöre dich beim lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes.“ Die Frage offenbart: Kajaphas wusste, dass der Messias der Sohn Gottes ist und das er Jesus nur dann zur Bejahung seiner Frage zwingen kann, wenn er Jesus unter Schwur stellt. Jesus antwortet nicht mit einem simplen: Ja!, Er antwortet: „Du sagt es.“ Damit bestätigt Jesus, dass der Hohepriester sehr wohl wusste, das er – Jesus –  Gottes Sohn und der Messias ist.  

Viele der anwesenden Richter, auch Kajaphas, konnten sich in den zurückliegenden fünf Tagen davon überzeugen, dass Jesus der Messias sein musste. Die Menge an Wundern, die Jesus im Tempelbezirk vor ihren Augen tat, waren für alle Juden ein erdrückender Beweis. Sie verurteilen ihn wider besseren Wissens dennoch zum Tod  Im Urteil waren sich alle anwesenden Priester einig, aber warum? Weil es einen tiefersitzenderen Grund gab, Jesus aus dem Weg zu räumen. Diesen Grund erfährt der Leser nach der Jeremia-Lektüre, wenn er das Zitat aus Sacharja 11 liest, welches ebenfalls als Hinweisschild dient, doch bitte das ganz Kapitel zu lesen,  um u.a.  zu erfahren, was den Hohenpriester so erhitzte.  


Warum Kajaphas so sehr in Wallungen kam
Wir kommen jetzt zu dem verdeckten Motiv des Hohenpriesters, dem eigentlichen Beweggrund seines Denkens, Wollens und Handelns. Der Apostel Paulus schreibt dazu: „Denn die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen.“ Und genau das war die innerste Triebfeder des Hohenpriesters, seine Geldliebe. Aber nicht nur Kajaphas war geldgeil, die gesamte Priesterklasse gehörte zu den Reichsten des Landes. Ihren Reichtum aber haben sie nicht redlich erworben, sondern von anderen geraubt. Das warf ihnen Jesus vor, als er sagte, sie haben den Tempel zu einer Räuberhöhle gemacht. Eine schwerwiegende Anklage und das zurecht. Während ein Dieb nur stiehlt, tötet der Räuber bei seinem Raub. Und so ist der von Matthäus zitierte Vers aus Sacharja 11 ein erster Wink auf die Räuber, gleichzeitig erklärt uns Matthäus, wie man studiert. Und so folgen wir seiner gelegten Spur und lesen nicht nur Jeremia, sondern auch Sacharja 11 vollständig. Sacharja 11  – Diese Prophetie wiederholt sich.


Auszug aus Sacharja 11  
Also sprach der Herr, mein Gott:  
  • „Weide die Herde des Würgens.“
    • Ein Hirte wird angesprochen, ein Hoherpriester – Jesus.
  • „deren Käufer sie erwürgen, und nicht büßen“,  
    • die amtierende Priesterschaft tötet die Käufer.
  • „und deren Verkäufer sprechen: Gepriesen sei der Herr, denn ich werde reich.“  
    • insbesondere die Klasse der Hohenpriester.
  • „Und deren Hirten sich nicht verschonen“.  
    • Das sind die Hirten der Käufer.    



Prüfet alles, das Gute behaltet.
Aber:Stütze dich nicht auf deinen Verstand.



Berlin, den 9. August 2026  



© Copyright H. Randy Rohrer


P.S.: Lasst euch nicht dazu verführen, irgend etwas im Wort Gottes zu streichen oder zu überschreiben. Der Herr wird euch Verständnis geben. Und außerdem:Gott wacht über sein Wort.  

Markus – Teil 1 (Kap. 1,1-7): Einführung; Bezug auf Ankündigung aus Jesaja und Maleachi https://youtu.be/LrGnqYGWsQc



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