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Die Trilogie der Liebe - Teil 2


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Trilogie der Liebe

Teil 2

Urija! Wo schläfst du heut' Nacht?


  
Trilogie der Liebe

Teil 2
Urija! Wo schläfst du heut' Nacht?



Vorwort
Es wird auch heute noch immer wieder behauptet, Origenes hätte mit seinen allegorischen Deutungen der Ersetzungstheologie das Wort geredet, will sagen, die Gemeinde habe Israel ersetzt. Auf Wikipedia lässt sich, wenn auch etwas gefärbt, genau das Gegenteil entnehmen und zwar in seinem Kommentar zum Matthäusevangelium und in seiner Verteidigungsrede Contra Celsum äußert sich Origenes zur heilsgeschichtlichen Rolle Israels. Zum Scheidebrief in Mt 19,7–8 sagt er, die Synagoge (Anmerkung der Autoren: Synagoge bildet einen Gegensatz zur Gemeinde) sei die erste Frau des Logos (= Jesus Christus), sie aber habe sich von ihm getrennt. Dennoch gemäß Römer 11,2 erwartet Origenes die endgültige Rettung Israels. Eine Ersetzungstheologie lässt sich daraus nicht konstruieren.

Nun war Origenes kein Theologe, sondern er verstand sich in erster Linie als Philosoph. In seinen Schriften erweist er sich als großer Denker seiner Zeit, der den Widersachern des Evangeliums sowohl im Denken als auch im Argumentieren überlegen war und so jeder anderen Philosophie erfolgreich die Stirn bieten konnte. Es ist ein Irrtum, wenn nicht sogar eine Lüge, wenn man ihm die Ersetzungstheologie unterschiebt. Zu den erbitterndsten Feinden gehörte Epiphanios, der im vierten Jahrhundert alle seine Kräfte einsetzte, um den Ruf des Origenes zu zerstören, bis zu seinem Tod kämpfte Epiphanios gegen einen treuen Zeugen.  Siehe hier:



Teil 2 - Urija
Während wir im ersten Teil den Fokus auf Bathseba legten, betrachten wir im zweiten Teil vor allem Urija. Sein Name findet im Alten Testament in 33 Versen eine Erwähnung. Die Zahl erinnert uns an was? Spontan fällt uns dazu eine mögliche Altersangabe ein. Ob Urija 33 Jahr alt war, als er sterben musste, wissen wir nicht, dass aber unser Herr ungefähr 33 Jahre alt war, als er auf Golgatha zum Lamm Gottes wurde, ist unbestritten. Als nächstes denken wir an die Zahl 3, die wir in Bezug auf die Endzeit immer wieder entdecken, wie z.B. die drei Herbstfeste nach dem Kalender Gottes: Sardes, Pergamos und Thyatira oder die ersten drei Söhne der Bathschua:  Schimea, Schobab und Nathan oder die drei Briefe des Apostels Johannes und um noch ein letztes Beispiel nennen, die drei  Passahfeste, die im Evangelium des Johannes erwähnt werden, die prophetisch auf die ersten dreieinhalb Jahre der letzten Danielwoche hindeuten.

Kommen wir jetzt zum Namen des Soldaten. Er lautet Urija und bedeutet: eine Flamme Jahs. Sein Name erinnert an die Augen des Herrn in der Offenbarung, die wie eine Feuerflamme beschrieben wird. Seine Erscheinung hat das Aussehen eines Hohenpriesters, dessen Dienst es ist, die Dinge in Bezug auf die Sünden zu ordnen, und dazu braucht es vor allem eine flammende Liebe, die noch immer auch für Bathseba Laodicäa brennt, gleichwie im Hohelied: „Lege mich wie einen Siegelring an dein Herz, wie einen Siegelring an deinen Arm! Denn die Liebe ist gewaltsam wie der Tod, hart wie der Scheol ihr Eifer. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Jahs.“

Was wissen wir noch über Urija? Seine Vorfahren waren Hethiter. Er selbst aber ein Ausländer, der, weil er in zweiter Generation in Israel lebte, sich das vollwertige Bürgerrecht erworben hatte. Damit war es ihm erlaubt, eine Benjaminiterin zu heiraten. Vom Wesen her wird er als still und bescheiden vorgestellt. Die einzigen Worte, die von ihm überliefert sind, zeichnen ihn als klugen Mann aus, der sich sehr wohl vor David zu erklären weiß. In seiner Rechtfertigungsrede führt er dem König vor Augen, was ihm im Innersten seines Herz bewegt. Es sind die Sorgen um das Leben seiner Kameraden, die sich aufopfern für Juda und Israel, jenen galt es, sie im Kampf zu unterstützen, diesen aber zu schützen. Damit bezeugt er kurz und knapp seine anhaltende Liebe und Treue zu ganz Israel. Zugleich hält er dem König den Spiegel vor.    

Urija leidet mit, wenn er in Gedanken bei seinen Kameraden ist. So etwas wie Sofa-Soldatentum kennt er nicht. Ein Soldat gehört nicht ins Bett, sondern an die Front! Auch deshalb will er zurück, er will Vorbild sein für die Verzagten und weniger Mutigen. Hören wir nochmals rein, was er will sein: „ Und Urija sprach zu David: Die Lade und Israel und Juda weilen in Hütten, und mein Herr Joab und die Knechte meines Herrn lagern auf freiem Feld, und ich sollte in mein Haus gehen, um zu essen und zu trinken und bei meinem Weib zu liegen? So wahr du lebst und deine Seele lebt, wenn ich dies tue.“   

Und so gehorcht Urija gerne den Befehlen des Königs und begibt sich wieder an die vorderste Front, dort stirbt er für seine Kameraden, stirbt für Juda und Israel und für seine Freundin – Bathseba. Eine größere Liebe kann man nicht erweisen, als für die Freunde zu sterben.  

Nun kommen wir zum Erstaunlichsten, das uns im Nachgang über Urija berichtet wird. Er erhält eine besondere Auszeichnung, die an nur sehr wenigen in Israel vergeben wurde. Er wird Held genannt. Mit diesem Ehrentitel wird er verzeichnet in den Annalen Israels, damit es niemals und von niemandem je vergessen wird: Urija, ein Held Davids.  2.Sam.23. Die nachträgliche Ehrung durch David offenbart nicht nur das gereinigte Herz des Königs, auch dessen Einsicht, wie wahres Heldentum im Alltag gelebt werden kann. Auf diese Weise wir man zu einem Gefäß, das nützlich ist für den Herrn des Hauses.  




 


In seinem Bild verwandelt werden
Urija ist nicht nur ein Schattenbild des Messias, der heute in und für Israel an vorderster Front kämpft, er ist auch ein Schattenbild für seine Nachfolger, sei es, dass sie in der Armee dienen oder im zivilen Leben einem Beruf nachgehen. Und weil wir den Blick insbesondere auf die Zeit Laodicäas richten, hat auch ein Soldat des Messias so seine Sorgen und Schwierigkeiten. Nicht alles läuft glatt, da kommt die enge Kameradschaft durchaus zu Hilfe, denn in keinem anderen Lebensbereich ist man so sehr aufeinander angewiesen wie im Krieg. Kameradschaften unter Soldaten sind gleichsam geschaffen für die Ewigkeit. Urijah steht aber zudem in einem anderen, ganzer persönlichen Krieg und den wollen wir jetzt so vorsichtig wie möglich, aber so deutlich wie nötig beschreiben.  

Wie schon gesagt, Urija ist gerne Soldat. Er weiß, sein Dienst gilt nicht nur der Verteidigung seines Landes, er weiß eben auch, dass sein Einsatz das Leben vieler seiner Brüder rettet. Daher bleiben persönliche Dinge Zuhause,  ja, sie müssen dort bleiben, denn ansonsten wäre er für den Kriegsdienst untüchtig, er würde dem Feind unkontrollierte Flanken öffnen und wäre damit für seine Kameraden eine Gefahr. Nun denn, sein Kriegseinsatz bringt es mit sich, dass er das benötigte Potential an notwendiger Verdrängung mitbringen muss.  


Vorgeschichte
Im 10 Kapitel des zweiten Samuelbuches wird erzählt, dass König Nahas von Ammon gestorben war und als David davon hörte, sendete er Boten, um die Hinterbliebenen, besonders den Sohn Hanun, zu trösten. Doch die Fürsten Ammons unterstellten den Boten Davids, dass sie Kundschafter seien. Darauf hin ergreift Hanun die Boten Davids und kürzt mit Gewalt deren Bärte und auch deren Kleidung.  

Die Elberfelder übersetzt die Passage wie folgt: “… und ihre Oberkleider (ließ er) zur Hälfte abschneiden, bis an ihre Gesäße.“ Luther dagegen übersetzt: „Und schnitt ihnen die Kleider halb ab bis an den Gürtel.“ Je nach Kultur, man könnte auch von Mode sprechen, war die Bekleidung mal länger mal kürzer. Um den Boten Davids die Bärte und die Kleidung zu kürzen mussten sie Gewalt anwenden. Der Paralleltext aus 1. Chronika 19 liefert dazu ein paar Andeutungen, was auch geschah. Während 2. Samuel 11 gesagt wird, dass den Männern die Bärte abgeschnitten wurden, fällt in 1.Chronika 19 auf, dass eine  kleine, man könnte meinen, fast unbedeutende Variante des Geschehens erzählt wird. Sie ist aber nicht unbedeutend, denn was in Rabbah geschah, lässt sich, wie auch heutzutage, aus Scham nur umschrieben. Wer Opfern solcher Taten zuhört, erfährt fast ausnahmslos, dass sie sich die Betroffenen schuldig fühlen; und  dieses Gefühl kehrt ein Leben lang immer wieder zurück.  

Sehen wir uns die Textvarianten von 1.Chronika und 2.Samuel nach Luther genauer an:

2.Sam.10 Da nahm Hanon die Knechte Davids und beschor ihnen den Bart halb und schnitt ... 1.Chr. 19 Da nahm Hanon die Knechte Davids und beschor sie und schnitt ihre Kleider …
Beide Textvarianten machen deutlich, es war der ammonitische König selbst, der Hand anlegte, er „rasierte“ den Schambereich und seine Fürsten und Knechte halfen ihm dabei; das will die Variante in 1.Chr.19, gleichsam euphemistisch, mitteilen, weil die Bärte nicht erwähnt werden und nur vom Scheren geredet wird. Aber selbst diese Tat würde noch nicht ausreichen, um zu verstehen, warum wir in 2.Sam. 12 eines der furchtbarsten Abschnitte des Alten Testaments finden.  

„Da versammelte David alles Volk und zog nach Rabbah, und er stritt wider dasselbe und nahm es ein. … Und das Volk, das darin war, führte er hinaus und legte es unter die Säge und unter eiserne Dreschwagen und ließ sie durch einen Ziegelofen gehen. Und also tat er allen Städten der Kinder Ammon.“  

Warum diese furchtbare Rache? König Hanon (auch: Hanun) und seine Fürsten hatten die Boten Davids nicht nur geschoren, sie hatten sie vergewaltigt und Urija war einer von ihnen. So traumatisiert, konnte Urija gar nicht zu Bathseba gehen. Verstehen wir jetzt, warum David den Urija nicht nach dessen Wohlbefinden fragen wollte, ja, gar nicht fragen durfte? Zu tief berühren solche Dinge eine Seele und das ein Leben lang.  

Ganz gleich, warum jemand in solche Situationen gerät, was sie am dringendsten nötig haben, ist, eine „stille Begleitung“. David hatte in dieser Sache das einzig Richtige getan, Urija nicht nach dem Wohlergehen zu fragen. Selbst wenn Urija hätte reden wollen, es wäre ihm nicht wirklich gelungen, auch deshalb nicht, weil er immer und überall, auch bei Bathseba, auf Unverständnis gestoßen wäre. Und helfen kann da niemand und schon gar die Verwundung heilen. Einen schönen Dienst verrichten wir, wenn wir solche in unseren Gemeinden besondere Ehre zu Teil werden lassen, denn sie gehören zu den stillen Helden, die jeden Tag aufs Neue im Kampf stehen, bis zu ihrem Tod.  

Reichlich Anschauungsmaterial finden wir dazu bei der israelischen Armee. Da gibt es den ersten, den zweiten und auch den dritten Urija. Der Erste wird uns helfen, dem Zweiten wünschen wir Kraft und Weisheit und dem dritten, dass er weiß, er ist nicht allein. Was alle drei am Ende eint ist ihr heldenhafter Tod. Daher: Wer Kriegsdienste tut, verwickle sich nicht in Dingen dieses Zeitlaufs.    

Wenn wir raten dürfen? Mütter haben auch darin oft eine feineres Händchen. Väter dagegen helfen, wenn sie schweigen und ein gutes Vorbild sind.  



Berlin, den 11. September 2026



© Copyright H. Randy Rohrer



Demnächst: Trilogie der Liebe – Teil 3
 




Nachtrag
Wir wählten den Nachtrag, um die noch fehlenden Details zu erklären, die wir oben nicht unterbringen wollten und auch nicht konnten, doch diese Angelegenheiten deuten zu offensichtlich auf die Endzeit. Man sieht es rundherum, ob wir nun wollen oder nicht. Aus diesem Grund sahen wird uns (die Autoren) in die Pflicht genommen, den Leser genauestens darüber zu unterrichten. Indem wir sie jetzt detailliert beschreiben, gezwungener Maßen ins Klein-Klein gehen, kann sich ein  jeder ein zuverlässiges Bild machen, das dann auch wirklich wetterfest ist. Und bevor wir es vergessen: Die Bücher der Chroniken zeichneten nicht nur die Geschichten der Vergangenheit auf, sie sind auch Chroniken der Zukunft und müssen deshalb auch prophetisch gedeutet werden.   


Die Beschaffenheit der Kleidung
Das hebräische Wort, das in 2.Sam. 11 und 1.Chr. 3 für Kleidung verwendet wird, lautet Medev - מדו - und bedeutet: maßgeschneiderte Kleidung und das Wurzelwort: sich ausdehnen. Das Wort ist ein Dis legomenon, das ist ein Wort, das nur zweimal in der Bibel vorkommt und auf die Endzeit deutet. Das Wort Medev wird nur für die Kleidung der Boten verwendet.  

Ob es zur Zeit der ersten Könige Israels einen Bekleidungsstoff gab, der sich ausdehnte, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Wir denken, dass dies nicht der Fall war, aber sie trugen maßgefertigte Kleidung. Weil aber die Wortwurzel ausdrücklich auf dein dehnbares Material hinweist, ist es uns ein deutlicher Wink auf die Bekleidungsstoffe der Endzeit zu schauen, insbesondere auf die elastanhaltige Stoffe, die für körpernahe Kleidung verwendet wird, wie z.B. für Jeans und andere Sporthosen und zwar mit der Absicht, das Männliche, wenn auch verdeckt, zur Schau zu stellen.  


Die Länge der Kleidung
In 1.Chronika 19 und nur dort, wird eine genauere Angabe zu der Länge der Kleidung gemacht, wie genau, hat auch uns überrascht. Es heißt in Vers 4: „Da nahm Hanun die Knechte Davids und ließ sie scheren und ihre Kleidung zur Hälfte abschneiden 'bis ans Gesäß'.“ Ob genau die Hälfte gemeint ist, oder die Angaben, bis ans Gesäß oder bis and die Lenden, nur so ungefähr? Sowohl die Elberfelder als auch Luther konnten nicht ahnen, wie sehr sie zum Verständnis beitragen würden. Die Elberfelder übersetzt „bis ans Gesäß“, Luther dagegen „bis an die Lenden“.   

Sehen wir uns den hebräischen Begriff genauer an, um herauszubekommen, bis auf welche Länge die Kleidung tatsächlich gekürzt wurde. Das Wort lautet Mif-sa-ah' (מִּפְשָׂעָ֑ה), (die Betonung liegt auf der letzten Silbe, angezeigt durch das Hochkomma). Bei diesem Wort handelt sich um ein: Na!? Richtig! Um ein Hapax legomenon und das ist ein Wort, das nur einmal in der Bibel vorkommt und auf die Endzeit hinweist.  Das Wort lautet wörtlich übersetzt: Schritt und euphemistisch, d.h. schön geredet, bedeutet es Schritt. Auch dieses Wort hat eine Wortwurzel, das sinntragend ist, es lautet: einen (großen) Schritt machen, um sich auf etwas zu stürzen.  

Der ammonitische König Hanun und seine Fürsten stürzten sich auf die Boten aus Israel. Ihre Schrittlänge entspricht der Länge, die sie abgeschnitten hatten, d.h. sie schnitten etwa 80 cm ab, (bei einer Körpergröße von ca. 1,75 m), dass wiederum entspricht der Länge vom Damm bis zum Boden, ein Maß, das ein Schneider benötigt, um die richtige Beinlänge der Hose zu erhalten. Nun müssen wir noch die Höhe des Fußes einbeziehen. Wir messen ca. 13 cm gleich oberhalb des Knöchels und die müssen wir dann zu den 80 cm hinzu addieren, um die exakte Höhe des Saumes zu erhalten, damit wären wir dann bei etwa 93 cm. Diese Länge wiederum entspricht in ca. dem Abstand vom Boden bis zum oberen Rand des Trochanters, s. Bild.

Damit liefert uns das Hapax legomenon tatsächlich zwei Längen und zwar deshalb, weil umschreibend angedeutet werden soll, was Hanun und seine Fürsten tatsächlich getan hatten. Die erste Länge, ca. 80 cm, begrenzt in etwa den  den unteren Bereich des Tatorts und die zweite Länge, die wir über Umwege ermittelt haben, bildet die obere Grenze. Das Verbrechen bleibt nicht ungestraft, sowie auch nicht der Terror des 7. Oktobers.

© Copyright H. Randy Rohrer
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