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Eine Einführung in die Apostelgeschichte?

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Einführung in die Apostelgeschichte?

Theatralisch vorgeführt - durch Norbert Lieth

Der Lärm zu Beginn der Vorführung ist unerträglich und eines Predigers des Evangeliums unwürdig. Norbert Lieth: „Das den anderen Geschlechtern nicht geoffenbart worden ist“, trägt er; mit Unheil schwanger; vor. Er köchelt, er brodelt, dann zischt er: „Der Sinn eines Geheimnisses ist ja, dass da etwas verborgen ist, und darüber gibt es KEINERLEI VORWISSEN! NIX! NULL UND NICHTIG!“ Kracht es auf die Zuhörer hernieder. Wie muss sich Norbert Lieth zuvor geärgert haben, um solch ein Donnerwetter loszuschlagen. Was Treue treulich zeugen und auch belegen, kommt Herrn Lieth sehr ungelegen. Tja, ein Tor ist, der da meint: Das nicht sein kann, was nicht sein darf. Also begleitet  Herr Lieth sein Spektakel mit wild-spastisch-gestikulierenden Gesten, um die Richtigkeit seiner Behauptungen zu unterstreichen. Bei dieser seiner Show, ich weiß nicht wie, passierte mir ein Déjà-vu. Unnüchternheit gesehen und oft erlebt, entgleist zu einer schlecht inszenierten Show. Stolpernd trunken hin zur Posse, parodiert Herr Lieth sich selbst. Gestoßen hat er sich an jene, die sachlich diskutierten und ihn des Falschen überführten.

An wen oder was hat sich Herr Lieth gestoßen?

Eine Bibelstunde -  nicht nur für Norbert Lieth

„Das in anderen Generationen den Söhnen der Menschen nicht „kundgetan“ worden, wie es jetzt „geoffenbart“ worden ist seinen heiligen Aposteln und Propheten „im Geist“.“ Fassen wir den Inhalt des Verses kurz zusammen: (ehemals) nicht kundgetan, jetzt geoffenbart im Geist. Damit wir die Aussagen besser verstehen, untersuchen wir einige Begriffe, die uns anschließend helfen, den tieferen Sinn zu verstehen. Wenn Paulus sagt, dass das Geheimnis „jetzt“ kundgetan wurde, dann drückt er mit dem Adverb aus, dass es seiner Generation kundgetan, was in den vorangegangen Geschlechtern aber nicht geoffenbart wurde. Das Adverb „jetzt“ bezieht sich daher auch nicht auf den Zeitpunkt der Abfassung des Epheserbriefes, denn der wurde fast 30 Jahre nach der Auferstehung Jesu geschrieben.
Nun sehen wir uns das Wort kundgetan mit allen seinen Wortwurzeln an, sowohl der griechischen, als auch der hebräischen und anschließend betrachten wir das Wort „betrachten“ und was diese Dinge mit uns zu tun haben.

Kundgetan

Das Wort „kundgetan“ lautet im Griechischen: gnorizo – γνωριζω – und bedeutet: bekannt machen oder wissen. Das Wort leitet sich ab vom Verb ginosko – γινωσκω – und bedeutet:

G1097 γινώσκω ginosko – Verb
1. wissen: konkret und nicht nur aus einer persönlichen Perspektive oder Erfahrung.
Einen ersten Tipp an den Theatermann: Das Wissen beruht nicht auf die
             persönliche Meinung und Erfahrung und der sich daraus ergebenen  
             Schlussfolgerung.
1.2 Zweiter Tipp an den Theatermann: Unter dem nachfolgendem Punkt 2 wird die
              Quelle des  Wissens angezeigt.

2. Nachdrücklich bedeutet es: a) absolut wissen, b) ausnahmslos wissen, d.h., wissen nicht nur aufgrund persönlicher Beobachtung oder Wahrnehmung, sondern aufgrund tatsächlicher und rationaler Wahrheit (wie zum Beispiel bei Corona), das geht weit über das hinaus, was gesehen und erfahren wird. Es beruht daher nicht auf unsere Beobachtungen und Wahrnehmungen und ist auch nicht daran gebunden. Absolutes Wissen kommt von Gott, es kann auch nur durch ihn vollständig erfasst und verstanden werden; das Gleiche gilt für das Wie und das Warum. Mit diesem Wissen besitzt man den notwendigen Scharfsinn, es frei und ohne Fehler anzuwenden.

3. Durch einen alten hebräischen Euphemismus (verhüllende Redeweise) beinhaltet dieses Wissen: intime Kenntnis haben. Das Wort wird in einer großen Vielfalt von Anwendungen und mit vielen logischen Schlussfolgerungen verwendet. Weil die verhüllende Redeweise des Hebräischen für das Geheimnis und seine Enthüllung außerordentlich wichtig ist, sehen wir uns jetzt auch dieses Wort genauer an.

Nagad

Das hebräische Äquivalent für kundtun lautet:
‎נָגַד‭ ‬nagad‭ ‬-‭ ‬Verb‭ ‬-‭ ‬H5046
1. eigentlich: nach vorne, d.h., (sich körperlich) kühn und mutig gegenüberstehen;
2. implizit (d.h. nicht ausdrücklich gesagt, aber der Hörende versteht, was gemeint ist; wie durch die Blume sprechen.
   kausal (ursächlich): sich zeigen (und nicht verstecken);
3. im übertragenen Sinn: ankündigen; immer durch mündliche Äußerung gegenüber dem
   Anwesenden;
4. im Speziellen bedeutet es: vorhersagen, aufdecken, erklären, loben oder eben kundtun.


Zusammenfassung 1

Und jetzt nochmals mit kurzen Worten ausgedrückt. Das Kundtun beinhaltet: „vorhersagen“, „aufdecken“, „erklären“, wenn man sich zur rechten Zeit sich mutig dem Herr nähert, ihm gegenübersteht, damit er sich in seinem Wort von allen Seiten zeigen kann. Seine Geheimnisse sind Vorhersagen, die er zuvor verhüllt hat. Es ist daher nur folgerichtig, dass die verhüllten Vorhersagen zuerst enthüllt und anschließend erklärt werden müssen. Mit der verhüllenden Redeweise wird eine Vorhersage gemacht, die wir Weissagung oder Prophetie nennen. Damit die verschleierte Prophetie aufgedeckt und erklärt werden kann, bedurfte es der Mithilfe des Heiligen Geistes. Und noch eines tut der Geist: Er erinnert uns an das Gehörte, Gesehene und Gelesene. Kurzum: Der Geist betätigt sich als Pädagoge, so wie es Jesus den Jünger zuvor versprochen hatte. Johannes 14,26: Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.


Das Forschen der Propheten

Bereits die Propheten des Alten Testaments, in denen der Geist Christi wirkte, forschten in den vorhandenen Schriften über die Gnade des Herrn nach und fragten sich: Wann wird das sein? So wird es uns vom Apostel Petrus in seinem ersten Brief, Kapitel 1, Vers 10, mitgeteilt: „Über welche Errettung die Propheten nachsuchten und nachforschten, die von der GNADE – eigentlich: von den Freundlichkeiten - gegen euch weissagten.“ Und der Apostel Paulus erläutert in Römer 1,1-2, dass sein Evangelium bereits im Alten Testament vorausgesagt wurde, zu dem ihn Gott abgesondert hat: „Welches er – der Herr - durch seine Propheten in heiligen Schriften zuvor verheißen hat.“ Was den Propheten des Alten Testaments fehlte, waren die Erklärungen durch den Geist, der aber, weil die Zeit noch nicht reif war, sich mit Erklärungen bezüglich der Geheimnisse zurückhielt.


Vom Hören bis zum Wissen

Jetzt setzen wir die Begriffe kundtun, ginosko und nagad in Beziehung zu den Wörtern „betrachten“ und „untersuchen“, die als Forderung vom Apostel Paulus an die Hebräer erhoben wird. Anschließend verstehen wir, warum die Begriffe kundtun, ginosko und nagad eine so umfassende Bedeutungsbreite haben müssen. Paulus an die Hebräer: „Betrachtet den Apostel und Hohenpriester …“. Das Wort katanoeo (κατανοεω) fordert uns auf, ihn vollständig zu betrachten und zu beobachten, aber nicht nur, wer er ist und wie er ist, auch bei seinem Tun sollen wir ihm aufmerksam zusehen. Die Hebräer sollen aber nicht nur passiv beobachten. Beide sind aktiv, sowohl der Betrachter als auch der zu Betrachtende. Beide schauen und zeigen, reden und antworten, sie befinden sich im Dialog, der sowohl verbal und als auch nonverbal geführt wird. Wenn wir zum Betrachten aufgefordert werden, dann fordert uns Paulus eigentlich dazu auf, die Schriften eingehend zu studieren. (Studieren ist doch intensives suchen, betrachten, fragen, um Antworten zu erhalten oder nicht?)  

Mit vollständig beobachten bzw. betrachten wird Weiteres ausgedrückt. Dazu nehmen wir uns jetzt die beiden Wortwurzeln vor. Die Erste Wurzel präzisiert das vollständige Beobachten; wir sollen: tiefgreifend, ja, durchdringend sehen bzw. anschauen. Wir sollen hoch aktiv bei der Sache sein und eingehend untersuchen. Eine solche Untersuchung lässt sich mit einer Durchleuchtung mittels Röntgenstrahlen vergleichen, die tatsächlich tiefgreifend und durchdringend sind. Auf eine noch weitaus genauere Untersuchungsmethode sollten wir zugreifen, die wir ebenfalls der Medizin entlehnen und zwar das MRT. Hierbei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, mit dem auch wirklich jedes kleinste Detail des Körpers, Schicht für Schicht und Punkt für Punkt, „aufgenommen“ wird. Anschließend kann es betrachtet und untersucht werden. Unser Studium soll gleich sein wie die Vornahme solcher MRT-Bildaufnahmen und deren anschließenden Untersuchungen. Die erstellten Bilder und die Betrachtung ihrer Details und der daraus gewonnenen Erkenntnisse beschreibt Paulus in Epheser 3,18: „Auf dass ihr völlig zu erfassen vermöget mit allen Heiligen, welches die Breite und Länge und Tiefe und Höhe sei, um zu erkennen die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, auf dass ihr erfüllt sein möget zu der ganzen Fülle Gottes.“ Erst wahrnehmen und erfassen, dann begreifen, um zu erkennen; das ist wissen.

Die Länge und Breite umfassen den sichtbaren Bereich und die Tiefe und Höhe deuten auf das Nichtsichtbare, die seelischen und geistlichen Dimensionen. Das sind Dinge, die man mit dem menschlichen Auge nicht sehen kann. Wer vermag die Höhe auszuloten, wer die innere Tiefe messen? Doch genau das möchte Paulus und wünscht den Ephesern: „Auf dass ihr völlig zu erfassen vermöget.“ Und was sollen die Epheser erfassen? Es ist die Liebe, die allen Verstand übersteigt. Weder Tausend Worte, noch die Bücher der Welt, können sie beschreiben, aber das Herz des Geliebten kann sie erfassen.   

Jetzt sehen wir uns die zweite Wortwurzel von katanoeo an und die lautet noieo (νοιεω). Sie erklärt uns, wie das Betrachten im Alltag geschehen soll. Noieo wird übersetzt mit:  den Geist üben bzw. trainieren. Wer im Sport seine Übungen beständig wiederholt, also täglich übt, der weiß, welche Kraftanstrengungen es braucht, um das erstrebte Leistungsniveau zu erreichen und zu erhalten. Ein solcher Sportler lernt auch, dass er über die antrainierten Abläufe nicht mehr viel nachdenken muss, sind sie doch zu einem automatisierten Handlungsablauf geworden, die ihm zudem helfen, die Leistungen so weit zu steigern, dass er im Wettbewerb am Ende als Sieger dasteht. Beim Betrachten des Herrn in seinem Wort ist man ähnlichen Anstrengungen unterworfen, auch diese zahlen sich aus. SEIN Lohn aber ist größer und herrlicher als alle Gewinne der Welt. Selbst die Werte allen Goldes und Silbers dieser Erde können seinen Lohn nicht aufwiegen.    

Das Wort noieo bedeutet aber auch: den Geist beobachten. Hier gilt es, sowohl auf sich selbst und dem eigenen Geist aufzupassen, als auch auf das Reden und Handeln des Geistes Gottes zu achten. Das geeignete Mittel dazu ist das Wort Gottes, das unseren eigenen Geist in Abhängigkeit zum Geist Gottes hält und das wird mit der dritten Übersetzungsvariante ausgedrückt. Gott möchte, dass wir die Dinge „begreifen“ und „beachten“.


Zusammenfassung 2

Das ist es, was der Geist Gottes in den Aposteln und Propheten tun konnte. Sie hörten, was ihnen kundgetan worden ist und haben es anschließend ausgemessen mit jenem Mittel, das ihnen zur Verfügung stand, dem überlieferten Wort Gottes. Sie suchten zu begreifen, was die Schriften sagen, indem sie es täglich beobachteten, das heißt, untersuchten. Je ausdauernder sie sich darin übten und je tiefer sie in die Materie einstiegen, umso umfassender wurden ihre Kenntnisse und so genauer ihre Interpretationen. Die regelmäßige Beschäftigung mit dem Wort Gottes ist nichts anderes, als das beständige und gemeinsame Training mit dem Herrn. Wie ein Sportler, der zu allererst seinem Trainer zuhört, dann anschließend die Lektion studiert und einübt und zwar in Gegenwart des Trainers, so tun wir es analog dazu auch bei unseren Studien. Es ist überaus wichtig, dass wir diese Dinge nicht selbstständig ausführen, denn so mancher, der so für sich alleine trainierte, hat sich Verletzungen zugezogen, manche davon sind irreparabel. Das gilt auch im Geistlichen. Wer sich nicht vom Herrn leiten lässt, der holt sich alsbald eine platte Nase. Daher, studieren wir in der Gegenwart und in der Abhängigkeit unseres Herrn.


Konturen nehmen Gestalt an

Im ersten Korintherbrief, im zweiten Kapitel, erklärt Paulus der Gemeinde, wie Gott den Aposteln das Wort geoffenbart hat. Wie allgemein bekannt, bedeutet das griechische Wort apokalypto „enthüllen“. Gehen wir die Sache jetzt logisch und rational an und stellen uns vor, dass wir vor einem Gegenstand stehen, der allen noch unverhüllt ist. Keiner der Anwesenden weiß, was sich unter der Verhüllung versteckt hält. Bestenfalls lässt sich an Hand der Konturen der Gegenstand erraten, aber wissen tun wir es nicht. Genau solche Konturen bilden die Erzählungen des Alten Testaments und das auf vielfältige Art und auf vielerlei Weise, wie Paulus in Hebräer 1,1 sagt. Die Erzählungen des Alten Testaments bilden die Umrisse versteckter und verschleierter Gegenstände und sind daher genau das, was wir mit dem Begriff Schattenbild ausdrücken.

Schattenbilder

Abram ist das Schattenbild des erhabenen Gottes, und das gegenüber Knechten, wie Ismael. Abraham ist ein Schattenbild Gottes, der zum Vater einer Menge wird, repräsentiert durch die Nachkommen Sarahs. Isaak ist ein ganz besonderes Schattenbild Jesu. Und Jakob bildet die Schattenbilder des himmlischen und irdischen Israels. Als letztes Beispiel diene uns Joseph und seine beiden Söhne. Joseph ist Erstgeborener nach dem Fleisch- durch Rahel - gleich wie Manasse. Joseph ist aber auch Erstgeborener nach dem Willen des Vaters Jakob, wie auch Ephraim. Damit hätten wir die wichtigsten Personen des Alten Testaments, die uns heute als enthüllte Schattenbilder viele Geheimnisse offenlegen.


Das Haus Gottes in Schattenbilder

Joseph ist das Schattenbild auf Jesus hin und seine Söhne das auf die Gemeinde, dem Haus und dem Geschlecht Gottes. Es gilt dennoch eine Unterscheidung zwischen den beiden Söhnen vorzunehmen. Ephraim repräsentiert das von außen nicht Sichtbare des Zeltes und Manasse bildet den sichtbaren Teil des Heiligtums. Doch gemeinsam bilden sie das Schattenbild des eigentlichen Hauses. Was uns jetzt noch fehlt, ist ein Schattenbild für den Vorhof. Den Erzählungen über den Patriarchen Jakob entnehmen wir, dass er von Rahel noch einen zweiten Sohn hatte, Benjamin. Der Zweitgeborene Rahels ist das Schattenbild des Vorhofes, der einen sichtbaren Teil des Heiligtums abbildet und somit zum Haus gehört. Gebildet wird der Vorhof aus den Gemeinden Sardes, Pergamos und Thyatira. Diese Gemeinden bilden die Herbstfeste aus 3.Mose 23. (Weitere Informationen dazu unter „Struktur der Bibel“.) Während das eigentliche Tempelhaus den Himmel charakterisiert, dient der Vorhof als Bild für die Erde, insbesondere für ein irdisches Jerusalem. Während eines Zeitraums von 42 Monaten, der großen Drangsal, wird der Vorhof von den Nationen zertreten. Offenbarung 11,2

Hinweis: Die Mauer des himmlischen Jerusalems ist mit 12 Edelsteinen geschmückt, die durch Hitze und Druck entstanden sind. Diese Steine deuten auf die 12 Stämme, die aus der großen Drangsal kommen. Von den 12 Toren der Mauer wird ausdrücklich gesagt, dass sie die Namen der 12 Stämme Israels tragen.  


Enthüllungen von verschleierten Erzählungen

Wenn wir verstanden haben, dass die historischen Geschichten des Alten Testaments der  Verhüllung von Geheimnissen diente, dann können wir im Licht des Neuen Testaments das Enthüllte des AT erkennen und auf der allegorischen Ebene deutlich sehen, verstehen oder kurz ausgedrückt: wissen - ginosko - ausnahmslos absolut wissen und zwar das, was Gott uns enthüllt hat. Jegliche falsche Lehre lässt sich damit vom Tisch fegen. Die allegorische Ebene, die uns die eins-zu-eins gespiegelten Texte bildlich vor Augen malen, erzählen kontinuierlich und widerspruchsfrei die Geheimnisse der gesamten Heiligen Schrift.  

Wenn die verborgenen Dinge, auch die in Gott verborgenen, als Geheimnisse bei der Abfassung des Neuen Testaments in Form von verschleierten Texten vorlagen, was ist es dann anders als eine Entschleierung, zu jener Zeit vorgenommen, als der Heilige Geist 'in den' Aposteln und Propheten die Geheimnisse aufdeckte und erklärte? Der Apostel Paulus geht auf diesen Sachverhalt ein, wenn er den Ephesern schreibt: „Mir ist durch Offenbarung das Geheimnis kundgetan worden, wie ich es zuvor in kurzem beschrieben habe.“  Wir können auch lesen: „Mir ist durch Enthüllung das Geheimnis kundgetan worden.“ Und wir können es noch besser verstehen, wenn wir die Bedeutungen von kundtun in die Übersetzung übernehmen: „Mir ist durch Enthüllung das Geheimnis bekannt und verständlich gemacht worden.“


Nochmals: Wenn Paulus den Ephesern schreibt, dass ihm das Geheimnis durch Offenbarung kundgetan wurde, brauchen wir nur die Worterklärungen einsetzen, die wir zuvor geliefert haben. Offenbarung heißt Enthüllung, dass heißt, dem Paulus wurde das Verhüllte des Alten Testaments enthüllt. Durch den Geist Gottes wurde ihm der Schleier weggenommen, anschließend wurden ihm die aufgedeckten Bilder auf der allegorischen Ebene erklärt und verständlich gemacht. Der Herr hat sich dem Paulus auch persönlich gezeigt und mit ihm geredet, keine Frage, aber nach meinen persönlichen Erfahrungen kann ich sagen: Der Herr gibt das Licht, damit ich sehen kann. An mir jedoch lag und liegt es, das ins Licht gestellte Enthüllte mit des Herrn Hilfe täglich zu sehen und das gelingt nur durch ein tiefgründiges Studium. Hierbei gilt es, die Geheimnisse zu entdecken, zu erkennen und zu beschreiben.

Das 'Wie' der Offenbarungen nochmals anhand von 1.Korinther 2 erklärt. Gott hat den Aposteln nicht nur die Dinge enthüllt, er hat ihnen auch beim Erforschen geholfen: „Uns aber hat Gott es enthüllt durch {seinen} Geist.“ Dann sagt Paulus: „Denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.“ Ohne das es eines Beweises bedarf, können wir behaupten, dass Gott seine Tiefen kennt, er hat es nicht nötig, sein Innerstes zu erforschen.

Was aber will uns Paulus tatsächlich sagen, wenn er schreibt, dass der Geist auch die Tiefen Gottes erforscht? Zum besseren Verständnis erforschen wir jetzt die Tiefen des Textes und fangen beim Wort „erforschen“ an. Das griechische Wort euranao - ἐρευνάω – kommt sechs Mal im NT vor, hier das vierte Mal. Zuvor gebraucht Paulus das Wort in Römer 8,27, wenn er über das Wirken des Heilgen Geistes spricht, der auch die Herzen erforscht. Doch eigentlich muss der Geist weder seine Tiefen erforschen noch die Herzen der Menschen, denn er kennt die Gedanken des Herzens von Ferne, wie David feststellte. Deshalb ersetzen wir das Wort „erforschen“ mit dem Wort “suchen”, denn in Römer 8,27 heißt es, dass der, der die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist. Daher sucht der Geist nach dem Sinn bzw. nach der Absicht des Herzens bzw. sucht den Sinn des Geschriebenen.
Das Suchen des Geistes ist jedoch nicht das Suchen nach der Nadel im Heuhaufen, nach dem Motto: „Ach, wo find ich's denn?“ Sondern, der Geist greift zielsicher den Sinn bzw. die Absicht heraus und zeigt es uns. Seien es die wahren Motive des Herzens, der Geist Gottes sucht sie heraus und stellt sie ans Licht oder, wenn es gilt, die Geheimnissen zu verstehen, erklärt der Geist Gottes sie und gibt den wahren Sinn des Geschriebenen zu erkennen, das gilt sowohl für die alt- als auch neutestamentlichen Erzählungen. Wir ersetzen daher in Vers 10, aus 1.Kor. 2, das Wort „erforschen“ mit dem Wort „suchen“, dann lautet der Vers:  „Denn der Geist (durch)sucht alles, auch die Tiefen Gottes.“
Es geht noch präziser, deshalb gehen wir auch beim Wort „Tiefe“ in die Tiefe. Das griechische Wort lautet:

Bathos - βάθος – und lässt sich übersetzen mit
1. Tiefe, d.h. große Tiefe oder von tiefgründigen Dingen;
2. als Adjektiv: tief;
3. implizit: das Ausmaß von;
4. und im übertragenen Sinne ist es: ein Geheimnis.
von der Basis von G939

Wir müssen noch ein wenig tiefer eintauchen und die Länge und Breite und die Tiefe und Höhe vollständig erkunden, um nach dem Tauchgang von den Dimensionen zu berichten. Dazu sehen wir uns die Wortwurzel „Basis“ (βάσις) an. Die Bedeutung des Wortes lautet Fuß. Mit nur einem Fuß kann niemand von uns ordentlich laufen, daher brauchen wir deren zwei. Nun hat das Wort Basis noch eine zweite Bedeutung und die lautet: „Schritt“. Mit zwei gesunden Füßen kann ein Mensch ansehnlich gehen, kann einen Schritt nach dem anderen tun.

Dieses Konzept übertragen wir jetzt auf unser Bibelstudium. Um die Tiefen des Wortes Gottes zu ergründen, hat uns Gott zwei Testamente gegeben, bildlich zwei Füße. Das Alte Testament bildet den rechten Fuß und das Neue Testament den linken. Studiere ich das Wort Gottes, benötige ich auf alle Fälle beide Füße, d.h. beide Bibelteile. Notwendiger Weise muss ich einen ersten Schritt tun. Beginne ich mit dem rechten Fuß, befinde ich mich im Alten Testament. Dort untersuche ich einen Textabschnitt im Kontext des AT. Anschließend gehe ich den nächsten Schritt mit dem linken Fuß, also dem Neuen Testament. Auch hier untersuche ich die gesamte „Gegend“, bis ich den Gegenstand gefunden und verstanden habe. Den nächsten Schritt gehe ich wieder mit dem rechten Fuß, dem Alten Testament usw. usf.

Auf diese Weisen gehe ich Schritt für Schritt, sozusagen zweispurig, durch die Bibel. Ein jeder von uns weiß, ein intensives Studium ist kein Wettrennen. Oft bewegt man sich nur mühsam und langsam vorwärts, auch deswegen, weil wir uns beim Bibelstudium auf heiligem Land bewegen. Auf heiligem Boden, jetzt bildlich verstanden, gehe man langsam, weil barfüssig, gleich wie Moses.

Wer im realen Leben des Öfteren barfuß läuft, der weiß, wie aufmerksam, konzentriert und vorsichtig man gehen muss, um sich keine Verletzungen einzuhandeln. Ein barfuß Laufender erfährt aber auch, wie umfassend das Erspüren der Welt sein kann, auch der biblischen, denn überall worauf wir unseren Fuß setzen, wird dies intensiv vom ganzen Körper erspürt. Vom Fuß aus werden die Eindrücke über die Nervenleitungen dem ganzen Körper mitgeteilt und auch zum Gehirn weitergeleitet. Angenehm empfunden werden die von der Sonne aufgewärmten Steine, die Wärme durchströmt wohltuend den ganzen Leib. Nasses Gras kann als erfrischend empfunden werden, wenn die Außentemperaturen hoch sind, aber ein frösteln auslösen, der den ganze Körper durchzieht, wenn es draußen zu kühl ist. Und zack, es geht ganz schnell, hat man sich dann und wann einen Dorn eingefangen und humpelt zur nächsten Sitzgelegenheit.

So ähnlich ergeht es einem, wenn man die Bibel studiert. Da gibt es Texte, die in uns ein wollig-warmes Gefühl vermitteln, so, als wäre man bereits Zuhause angekommen. In anderen Schriftstellen liest man von Dingen, die einem tief bewegen oder Bestürzungen auslösen. Und dann gibt es so unvermittelt Stiche von Dornen aus den Erzählungen, die immer wieder die gleichen Schmerzen auslösen. Solche ein Stachel, würde er auch entfernt, schmerzt oft noch lange, manchmal ein Leben lang. Dennoch, wir gehen unseren Weg deshalb nicht ängstlicher, sondern wir laufen mutig immer umsichtiger durch die Welt. Es ist wahr, barfuß durch die Bibel ist ein ganz besonderes Abendteuer, auf dass du dich unbedingt einlassen solltest, denn viel näher kommt man dem Herrn auf dieser Erde kaum.

Hinweis: Den zweiten Tempel, inklusive Vorhof, durfte man nur barfuß betreten, so ist es uns zuverlässig überliefert worden.

Das Laufen durch die Bibel ist noch die leichtere Angelegenheit, denn stellt man fest, dass man bereits nach dem ersten Schritt tiefer graben muss, beginnt die schweißtreibende Arbeit erst. Wer schon einmal im Garten ein ganzes Beet umgegraben hat, der weiß, wie anstrengend das ist. Daher, die Schätze der Bibel werden uns nicht weit hin sichtbar auf der Oberfläche, wie auf dem Silbertablett, präsentiert. In aller Regel befinden sie sich tiefer, weit unterhalb des Sichtbaren, wo sie ausgegraben und ausgebuddelt werden wollen. Bis zu sieben Unterwurzeln wurden bisher gezählt und die warten alle darauf, unbeschädigt aus der Tiefe geholt und untersucht zu werden.

Kehren wir zurück zu unserem Text aus 1.Korinther 2,10 und übersetzen den Vers ein drittes Mal, nach dem wir uns alle Wortwurzeln genauestens angesehen und auch verstanden haben, denn jetzt wissen wir, der Text muss lauten:

„Denn der Geist sucht alles, auch die Geheimnisse Gottes.“

Ob es der Geist Gottes oder der Geist des Menschen ist, der das Verschleierte in der Schrift zu entschlüsseln sucht, können wir jetzt auch erklären. Wir wissen, Gott kann es nicht sein, der die Rätsel lösen muss, hat er doch all die Dinge persönlich in seinem Wort versteckt, verschleiert und vergraben. Wir sind es, wir sollen die Rätsel lösen, aber nicht alleine. Der in uns wohnende Geist Gottes möchte mit uns zusammenarbeiten. Als genialer Teamplayer leitet und hilft er uns, die Dinge zu entdecken, deshalb nicht vergessen: Immer „gemeinsam“ mit ihm auf Schatzsuche geh'n. Die stille Regie während unserer Abenteuerreisen führt unbemerkt der Herr.



Das Reiches Gottes   

In Apostelgeschichte 1,3 hören wir es bereits, wie Jesus zu seinen Jüngern über das Reich Gottes spricht; er redet nicht vom Königreich der Juden. Zwischen diesen beiden müssen wir klar und deutlich unterscheiden, was Norbert Lieth offensichtlich nicht tut, ganz im Gegenteil, er vermischt und vermengt.

Als die Jünger den Herrn fragten: „Stellst du dem Israel das Reich wieder her“, verwendeten sie das griechische Wort Basileia, das mit dem deutschen Wort Reich übersetzt wurde. Es bezieht sich auf das irdische Reich, nicht auf das Reich Gottes, vom dem der Herr sprach. Und nochmals, das Reich (Israels) muss klar und deutlich vom Reich Gottes  unterschieden werden. Auch aus dem Textzusammenhang wird es deutlich, denn Jesus redet mit seinen Jüngern und Aposteln über das Reich Gottes, verliert dabei aber kein Wort über das Königreich Israels. Und weil Jesus in seinen Reden das Königreich Israels ausspart, nicht ein einziges Mal darauf zu sprechen kommt, halten es die Jünger nicht mehr aus und befragen ihn. Wie mussten sie dann enttäuscht feststellen, dass das Reich Israels für Jesus kein Thema ist und mehr noch, es soll und muss auch für seine Jünger irrelevant werden. Aus diesem Grund weist Jesus ihre Frage mit der klaren Ansage ab: „Es ist nicht eure Sache ...“

Der abschlägige Bescheid macht durchaus Sinn. Die Jünger sollen Botschafter des Reiches Gottes sein und nicht Botschafter Israels werden. Jesus geht behutsam vor, wenn er deutlich macht, warum es nicht ihre Sache sein kann: „Aber ihr – die Fragenden -  werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr – die Fragenden - werdet MEINE Zeugen sein (nicht die Zeugen Israels) sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ Jesus kann daher nie und nimmer über das Reich gesprochen haben, sondern, wie wir aus dem dritten Vers entnehmen, sprach der Herr ausschließlich über das Reich Gottes. „ … indem er vierzig Tage hindurch von ihnen gesehen wurde und über die Dinge redete, die das Reich Gottes betreffen.“

Heutzutage stellt man zunehmend fest, die Masse der Christen laufen solchen Verkündigungen wie vernarrt hinter her. Offenbar sind sie gerne Zeugen Israels, anstatt Zeugen des Herrn zu sein, für Israel und für alle anderen Nationen.   


Das Königreich Israels wird zeitlich nach hintern verschoben?

Zu diesem Thema werden wir von Norbert Lieht auf Apostelgeschichte 15,16 verwiesen. Jakobus, der Halbbruder des Herrn, erklärt der großen Versammlung: „Nach diesem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten.“ Jakobus zitiert hier Amos 9,11-12. Wer hört es nicht, deutlich und vernehmlich, dass der Herr sagt: „ICH WILL“? Aber Herr Lieth ignoriert und verschweigt das „Ich will“. Der Herr wird persönlich zurückkehren, um dann wieder aufzubauen, dass ist die Botschaft des Jakobus, ein Halbbruder Jesu. Damit schiebt er dem eigenwilligen Vorgreifen einen Riegel vor. Eigenwille ist nie gut. Ist er dann aber auch noch verbunden mit eigenwilligen Opfern, die der Prophet Samuel scharf als Götzendienst brandmarkt, wird Gott sie verwerfen, so wie er auch König Saul verworfen hat. Den Tempelbauenden und Opfernden wird ihr eigensinniges Handeln am Ende der Tage noch in allergrößte Bedrängnis führen.


Über die verfallene Hütte Davids

Es gibt Stimmen, die tönen in etwas so: Gott hat Israel gänzlich verworfen und nun sei die Gemeinde dafür eingesetzt. Ist dem wirklich so? Hören wir, was Jesus dazu sagt: „Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen werden, denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.“
Jesus sagt: „Euer Haus“, es ist nicht des Herrn Haus, „wird euch öde gelassen werden“, aber er sagt auch: „Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ Wir haben offensichtlich mit zwei unterschiedlichen Häusern zu tun. In der Zeit, in der das Haus Israels verödet bleibt, baut Gott das Haus der Gemeinde.  


Das öde Haus  

Erst wenn Jesus von Nazareth als legitimer Thronfolger von den Juden mit den den zuvor zitierten Worten aufgefordert wird, zu kommen, erst dann wird Jesus zurückkehren und auch dann erst wird er die verfallene Hütte Davids, eigentlich Zelt Davids, wieder aufbauen und erst danach wird er als priesterlicher König regieren. Die Hütte Davids deutet nicht auf einen prächtigen aus Steinen erbauten Königspalast, sondern auf ein Zelt, von dem aus der Messias regieren wird. Eines der Schattenbilder seiner Herschafft bildet der Priesterkönig Melchisedek.

Ein den meisten Lesern noch unbekanntes Schattenbild für den Ort seiner Herrschaft wird uns von David vorgestellt, der das innigste Verlangen des Messias mit den folgenden Worten zum Ausdruck bringt: „Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen Jahwes, mein Herz und mein Fleisch rufen laut nach dem lebendigen Gott.“ Und das die Vorhöfe durchaus als Metapher für die Erde stehen, wird im folgenden Vers noch deutlicher: „Die gepflanzt sind in dem Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen.“

Das es sich bei den Vorhöfen um eine allegorische Darstellung handelt, kann jeder leicht nachvollziehen, wenn er nur kurz darüber nachdenkt. Wie groß mag wohl das Haus mit den Vorhöfen einmal werden? Vielleicht so groß wie das 500-Ellen-Quadrat des zweiten Tempels? Die Verantwortlichen für den Tempelbau forcieren schon seit etlichen Jahren alle Maßnahmen, um mit den Bau zu beginnen. Es ist anzunehmen, dass heute schon alles Gewehr bei Fuß steht, um den Tempel in kürzester Zeit zu errichten. Stellen wir uns vor, das Tempelinstitut hätte 144.000 Bäume für den Vorhof eingeplant, wäre das realistisch? Ich denke nein. Was sind dann das für Vorhöfe, in denen das Gepflanzte grünen wird?

Die Größe des Platzes auf dem Tempelberg reicht bei weitem selbst auf der allegorischen Ebene nicht aus, um 144.000 Bäume (eine Metapher für die Versiegelten) in den Vorhöfen  zu pflanzen, geschweige denn einen dritten Teil von vielen Millionen, welche den Überrest repräsentieren, die der Herr retten wird. Gottes Erzählungen sind immer einleuchtend. Ob es Dinge aus der realen Welt sind oder aus dem geistlichen Bereich, seine Angaben sind für Menschen nachvollziehbar. Wie aber sieht es aus, wenn das Haus Gottes um einiges größer wäre? Stellen wir uns vor, die Gesamtfläche des Hauses, inklusive aller Vorhöfe, hätte die zweifache Größe Afrikas, das sind 60 Mio. km², und entspricht einem 40%-igen Anteil der Landfläche der Erde. Nun beschreibt die Flächengröße von 60 Mio. km² auch die Größe des himmlischen Jerusalems und auf solch einer Fläche haben viele Hunderte von Milliarden Bäume Platz. Aktuell werden auf den 60 Mio. km² ca.1,2 Billionen Bäume gezählt. Daher kann das Pflanzen von Bäumen in den Vorhöfen des Hauses des Herrn nur eines andeuten: Gerettete Menschen, die auf der Erde leben, wie in Psalm 1.

Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen, und nicht steht auf dem Wege der Sünder, und nicht sitzt auf dem Sitze der Spötter, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! Und er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Blatt nicht verwelkt; und alles, was er tut, gelingt.

Nicht so die Gesetzlosen, sondern sie sind wie die Spreu, die der Wind dahintreibt. Darum werden die Gesetzlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.  Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten; aber der Gesetzlosen Weg wird vergehen.


Wie wir gesehen haben, wird die Bezeichnung „Haus“ als Metapher verwendet, die auch alle Vorhöfe mit einschließen. Daher steht das Haus für den Verwaltungsbereich des Hausherrn, geht daher über das eigentliche Gebäude hinaus. In Analogie dazu erstreckt sich die Verwaltung des Hauses Gottes weit über das eigentliche Heiligtum. Es umfasst die Himmel und die Erde, in denen die verschiedenen Familien wohnen. Paulus erwähnt das in Epheser 3,14-15: „Deshalb beuge ich meine Knie vor dem VATER (aller Familien) unseres Herrn Jesus Christus, von welchem jede Familie in den Himmeln und auf Erden benannt wird.“ Die Familien, seien sie im Himmel oder auf der Erde, bilden zusammen das Haus Gottes, oder, wie Jesus es ausdrückt, sind das Reich Gottes, in dem das irdische Königreich Israels das geringste sein wird.

Das Haus Gottes, im engeren Sinne, wurde nach der Auferstehung Jesu gegründet, denn es heißt: „Den Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden.“ Die Oberschicht der Juden verwarfen Jesus, indem sie ihn ans Kreuz brachten.  Nach der Auferstehung wurde er auf wundersame Weise als lebendiger Stein zum Eckstein, dem ersten und wichtigsten Stein beim Hausbau. An diesem Stein sollen und müssen die Bauenden alle anderen Steine ausrichten. Und so orientierten sich die Aposteln am Eckstein, als sie selbst zum Fundament wurden. Seit jener Zeit wächst der Bau mehr und mehr durch das Hinzufügen lebendiger Steine.


Zusammenfassung 3

In Gott verborgen heißt eben auch, in seinem Wort verborgen. Die Geheimnisse, die in Form von Schattenbildern vorliegen, finden wir auf vielfältige und vielerlei Weise im Alten Testament. Das Ausmalen der Schattenbilder erfolgt beim Barfussgehen durch die Bibel und das zweispurig, die rechte Spur bildet das Alte Testament und die linke das Neue Testament. Bewegen wir uns so durch die beiden Teile der Bibel, können wir die Texte gründlich studieren, anschließend die passenden Puzzleteile einsammeln und dann dem großen Bild hinzufügen. Es lässt sich dann auch unschwer erkennen, das Königreich Israels bildet eine untergeordnete Teilmenge des Reiches Gottes.

Welche Methoden und Konzepte der Bibelexege des Herrn Lieth zugrunde liegen, sind uns nicht bekannt, aber schon aus seinen Interpretationen können wir erkennen, dass er die Details nicht händeln kann. Selbst eindeutige Dinge werden von ihm sträflich ignoriert und so kommt alles verdreht hervor. Es ist nicht nur zu befürchten, dass Herr Lieth auch bei anderen Themen fehlgeht.

Nehmen wir den Zeitpunkt der Gemeindegründung, den er erst in Apostelgeschichte 15 ansetzt, Jesu Aussagen zum Trotz. Der Herr hat sich zu diesem Thema, u.a. in Matthäus 16,18 und in Apostelgeschichte 1, eindeutig geäußert. Nach der Auferstehung ist Jesus als lebendiger Stein zum Eckstein geworden, danach (zu Pfingsten) sollte mit den 12 Aposteln das Fundament gelegt werden und bald nach der Himmelfahrt Jesu war es dann so weit. Am Pfingstfest kommt der Heilige Geist mit lautem Geräusch, wie ein gewaltiger Wind und die Versammelten werden mit dem Heiligen Geist erfüllt. Die nachfolgenden Ereignisse gipfeln in der Rede des Petrus. Auf sein Zeugnis hin bekehren sich 3000 Männer auf einmal. Nach deren Taufe und dem anschließenden Empfang des Heiligen Geistes wurden sie als lebendige Steine dem Haus Gottes hinzugefügt.

Wir sehen, am Pfingsttag erfolgte der Startschuss zum Bau der Gemeinde, mit den Juden zuerst und dann bald auch mit den Nationen. Und genau so hatte es ihnen der Herr in Apostelgeschichte 1,8 auch befohlen: „Ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa, Samaria und bis an das Ende der Erde“. Von jenem Tag an wird das geistliche Haus gebaut, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist.



Gründung einer jüdischen Gemeinde?

Völlig absurd ist die Behauptung des Herrn Lieth, dass zu Pfingsten eine jüdische Gemeinde gegründet wurde. Natürlich wurden zuerst Juden dem Haus Gottes hinzugefügt, denn das entsprach dem Befehl des Herrn: Von Jerusalem an, dann über Judäa, Samaria bis schließlich an die Enden der Erde. Das erklärt auch der Apostel Paulus dreimal im Römerbrief, wenn er sagt: „den Juden zuerst als auch den Griechen“. Es sind die beständigen Verdrehungen, mit denen sich Herr Lieth gegen die eindeutigen Aussagen der Bibel, die er zwar zitiert,  sich aber dagegen stemmt und dies auch noch in seinem ganzen Durcheinander das, wie toll trunken, betont wissen möchte. Es folgt eine Passage aus der Rede, die wir hier wörtlich wiedergeben möchten. Die Wörter in Großbuchstaben wurden vom Redner lautstark akzentuiert und demonstrieren exemplarisch, dass die rhetorischen Qualitäten proportional zu den inhaltlichen stehen.


Herrs Lieths Rede von der Minute 11:15 an: https://youtu.be/QgH2ITcXYic?t=673

„Zweitens: Und das zweite Wunder, die Ausgießung des Heiligen Geistes, Apostelgeschichte, Kapitel ZWEI (mit Betonung) zur Entstehung einer jüdischen Gemeinde, und das sag ich GANZ bewusst. (Es geht leise weiter): Ich habe schon verschiedene Male angedeutet, aber jetzt gehen wir vielleicht ein bisschen näher darauf ein, zur Entstehung einer jüdischen Gemeinde in der Apostelgeschichte 2, also es geht um Pfingsten. JA!? So! jetzt frag ich Sie: Wann ist die Christenheit entstanden?

Und bumm! (Es folgt ein Schlag mit der linken Hand auf die Innenfläche der rechten.) Pfingsten! Apostelgeschichte, Kapitel 2. Und ich sage: mmmmmmh? Ja, ich kann's nicht gaaaanz verneinen. Natürlich liegt da der Anfang, aber wir werden sehen, dass der Anfang rein jüdisch war und das wir die Christenheit, wie wir sie heute haben, damals, die gab es, die ist Pfingsten nicht entstanden, die ist woanders entstanden, da kommen wir auch noch drauf, da kommen wir auch noch drauf, aber nicht heute, da müssen Sie mit nach Ägypten kommen - spastisches Gelächter des Redners - Nein, nein.

Ja, jetzt werden Sie, jetzt werden vielleicht manche sagen oder denken: Ach Mensch, Norbert, hör doch auf. Ist denn das so wichtig, als ob jetzt Apostelgeschichte 2 oder Apostelgeschichte 10 oder, Hauptsache, wir haben heute die Christenheit. Ja, das ist schon richtig. Es ist nicht so wichtig und ich sag doch.

Ich halte es persönlich sehr wichtig und zwar, damit Gott die Ehre hat und damit wir heilsgeschichtlich sehen, wie Gott seinen Heilsratschluss verwirklicht und wie wwwUNderbar und wie EINzigartig die Gemeinde Jesu ist, wie wir sie heute haben, denn wenn Gott das nicht geschenkt hätte, wenn es hierbei geblieben wäre, dann wären wir wohl vielleicht auch gläubig geworden, das war ja immer klar, das war ja nicht 'nen Problem. Es hieß immer, dass auch Nationen gerettet werden. Ja? Wir haben gelesen, Judäa, Samaria, bis an das Ende der Erde, aber von der Christenheit, wie wir sie heute haben, war nie die Rede, war nie die Rede.“

Und, und darum finde ich es wichtig, dass wir als Christen uns auch dazu stellen und das lernen, das berücksichtigen. Jaaa,  ganz im tiefen Sinn begann es Apostelgeschichte 2 zu Pfingsten, aber das war noch'en bisschen anders, und die Nationen die wurden dann später in dieses bestehende Judentum eingegliedert und dann statt, aber entstand etwas vollkommen Neues.  
Der Herr Jesus hat ja gesagt, in Matthäus, Kapitel 16, 18: Das legen wir auch so automatisch, ja, das, da ist schon mal von der Gemeinde die Rede: Ich sage dir auch, du bis Petrus; und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen. Und dann Apostelgeschichte 2,1: Und als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie alle an einem Ort beisammen.“

Jaaa, hier haben wir doch den Beweis. Jesus sprrrachchch von der Gemeinde. Und das sag ich, ja, das stimmt. Das unterstreich ich, aber von welcher Gemeinde sprach er denn? Von welcher Gemeinde denn? Von einer jüdischen Gemeinde.  (Herr Lieth deutet an dieser Stelle mit den zusammengeführten Zeigefingern auf die Zuhörerschaft, zeichnet dann einen Halbkreis über das Publikum und sagt:) Er hat nicht von uns gesprochen. (Das trägt bereits blasphemischen Charakter, wenn er die Braut herabwürdigt.)

Und ich möchte versuchen, dass zu zeigen. Ähhh. Worin liegt den der Beweis. Ja, dann lief're mal 'nen Beweis, dass Jesus, ähh, in Matthäus, Kapitel, Kapitel 16, Vers 18, also das zu zu spät, zu Petrus sprach, nicht auch uns gemeint hat, sondern nur die Juden. Liefere doch mal 'nen Beweis, Norbert. Gibt es den?  Was meinen Sie? Tja, das müssen Sie mal ganz aufmerksam lesen, aber dann nicht nur lesen, sondern richtig mal so reintauchen, ja?

Epheser, Kapitel 2, Epheser, Kapitel 3: Und ich mach jetzt nur 'nen Auszug, Epheser, Kapitel 3, Verse 4 und 5. Das spricht Paulus über die Gemeinde, von heute, also die Leibesgemeinde, so nennen wir sie ja immer, ja, Paulus ist ja der, der immer über die Leibesgemeinde sprach und er sagt: Woran ihr beim Lesen mein Verständnis in dem Geheimnis des Christus wahrnehmen könnt.

Das in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht kundgetan worden ist, wie es (nun brüllend) JETZT offenbar worden ist seinen heiligen Aposteln und Propheten IM GEIST. Es sagt also nicht, Paulus sagt nicht, ja, da hat Jesus schon drüber geredet, im Matthäusevangelium, Kapitel 16, Vers 18. Nein, das sagt er nicht. Er sagt, dass die, die Gemeinde als ein Leib, bestehend aus Juden und Heiden, ist erst JETZT offenbart worden.“

Ende der Transkription


Zum Schluss nochmals ein paar Worte zum dem Begriff Geheimnis

Im Hebräischen finden wir das Wort Ta-a-lum-mah', mit Betonnung auf der letzten Silbe, das mit Geheimnis übersetzt wird. Das Wurzelwort alam erklärt uns, dass ein Geheimnis etwas verschleiertes  bzw. verborgenes ist. Nun gibt es in der Bibel noch ein weiteres Wort für Geheimnis und das lautet Ras (das s wird wie im Wort Rose ausgesprochen). Das Wörterbuch, Herr Lieth, beschreibt es folgendermaßen: abgeschwächt und verborgen. Ein Geheimnis ist also eine abgeschwächte Erzählung, die eigentlich auf etwas Größeres hindeutet. Nun gibt es ein drittes Wort im Alten Testament, das ebenfalls mit Geheimnis übersetzt wird und das lautet: Sod (das S wird das C in Cinderella bzw. Cinema ausgesprochen). Es bedeutet:
1. eine Sitzung; damit wird ausgedrückt, wenn wir uns mit dem Herrn zusammensetzen, dann erklärt er uns die Geheimnisse in einer privaten Unterhaltung. Das Wort Sod bedeutet aber auch, Intimität, dass deutet darauf hin, dass er sich dazu die Zweisamkeit wünscht, er möchte in aller Stille mit uns zusammen sein, dann erzählt und erklärt er uns auch seine Geheimnisse.

Norbert Lieth aber definiert das Wort Geheimnis wie ein Sektierer. Er behauptet, entgegen der Heiligen Schrift, dass ein Geheimnis etwas sei, dessen Inhalt auch nicht andeutungsweise bekannt war. Norbert Lieth wörtlich: „Der Sinn eines Geheimnisses ist ja, das da etwas verborgen ist, und darüber gibt es KEI-NER-LEI Vorherwissen. Auch noch nicht mal angedeutet.“ Damit sagt Herr Lieth nicht die Wahrheit, denn würde er die Bibel studiert oder wenigstens im Wörterbuch nachgeschlagen haben, dann würde im dieser grobe Fehler nicht unterlaufen sein. Und weil er auch in den anderen Ausführungen irrt, müssen wir seine voller Fehler behaftete unnüchterne Rede komplett verwerfen.




Berlin ,den 11.04.2022


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