Direkt zum Seiteninhalt
Das prophetische Lexikon
H. Randy Rohrer
© Copyright
rz

Tabor

Herkunft  Hebräisch
Schreibweise   תבר
                     
Bedeutung des Begriffs:

  1. Hügel.
  2. zerrissenes Gebiet, durchbrochene Region.

Das Wort leitet sich ab von תבר tebar mit der Bedeutung:
  1. brechen, absetzen, abbrechen, zerreißen;
  2. in Stücke (Teile) zerbrochen.

Eine wertvolle Photopraphie des Berges aus dem späten 19. Jahrhundert findest du  -> hier.
Beim Berg Tabor handelt es sich um einen Inselberg, wie es in der Geomorphologie ausgedrückt wird, der sich unvermittelt aus der Ebene erhebt. Er wird gebildet aus der Restform einer sich entblößten geologischen (fremden) Formation, d.h., die "Decke" wurde abgetragen.  

Es handelt sich nicht um einen seitenverkehrten Nabel, denn das hebräische Wort für Nabel schreibt sich so: טבור - Tabur und wird nicht im Tanakh, dem Alten Testament, verwendet. Es lässt sich leicht vom Wort Tabor unterscheiden, denn der erste Buchstabe des Nabels ist ein Teth - ט - und der dritte Konsonant, das Waff - ו - wird mit einem "u" vokalisiert.

Die erste Erwähnung des Namens Tabor finden wir in Josus 19, 12: und sie kehrte um von Sarid, ostwärts, gegen Sonnenaufgang, nach der Grenze von Kisloth-Tabor, und lief nach Daberath hin und stieg hinauf nach Japhija.
(Die Wortwurzel von Kisloth bedeutet fett, dick und beschreibt den Zustand des unteren Hanges des Berges. Desweiteren lässt sich die Wurzel mit "Lenden", "Eingeweide", "Bauch", "Dummheit" und "Vertrauen" übersetzen). Mit den warnenden Worten des Apostels Paulus ausgedrückt: Seid zusammen meine Nachahmer, Brüder, und sehet auf die, die ebenso wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes Christi sind; deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch, und deren Ehre in ihrer Schande ist, die auf das Irdische sinnen.

Die entscheidenen Begriffe sind in Fettdruck wiedergegeben. Die Flanken des Tabor deuten auf den Bauch bzw. die Lenden eines Menschen. Der Unterleib wird als Metapher gebraucht, um auf die Schande der Feinde hinzudeuten.

Auf Wikipedia wird behauptet, der Berg Tabor sei der "Weltenberg". Weder finden wir das Wort Tabbur in der Bibel, noch den sprachlichen Ausdruck "Nabel der Welt". Der Begriff "Weltenberg" beschreibt dann doch eher eine mythologische Vorstellung, die der Bibel völlig fremd ist, aber sehr wohl zu finden ist im römischen Katholizismus, in der jüdischen Mystik und vielen anderen Religionen. Es ist zu befürchten, dass der Berg Tabor zum Symbol des antichristlichen Synkretismus wird.

Allegorisch steht der Berg Tabor für die Erde. Dazu lesen wir Psalm 89, 12-13:  Dein sind die Himmel und dein die Erde; der Erdkreis und seine Fülle, du hast sie gegründet. Norden und Süden, du hast sie geschaffen; Tabor und Hermon jubeln in deinem Namen.

Die Verse 12 und 13 bilden einen Parallelismus. Vers 12 spricht von Himmel und Erde, das sind in Vers 13 der Norden und der Süden. Und tatsächlich liegt der Tabor im Süden und der Hermon im äußersten Norden.

In Hosea 5, 1 heißt es: Höret dieses, ihr Priester, und merket auf, Haus Israel! und ihr, Haus des Königs, nehmt es zu Ohren! Denn euch gilt das Gericht; denn ihr seid eine Schlinge zu Mizpa geworden und ein ausgebreitetes Netz auf Tabor.

Der Berg liegt im Süden des Nordreiches, auf  dem Stammesgebiet von Issaschar. Auf der allegorischen Ebene stehen Ephraim und Manasse für das Christentum und im engeren Sinn, so scheint es, steht Manasse für die römische Kirche, durchtränkt mit jüdischem Kult. Ihre Priester sollen aufmerken und auch der König, ihr Königpriester, auch als römischer Papst bekannt. Ihnen allen gilt das Gericht, denn sie werden mehr und mehr den Gläubigen zu einer Schlinge, zu einem ausgebreitetem Netz auf dem Tabor, dem Berg des Südens, dem Berg der Erde (das bedeutet: irdische Gesinnung). Ephraim treibt Hurerei, indem er zum mosaischen Kultus zurückkehrt.  
Am Ende fallen sie alle, Ephraim, Israel und mit ihnen auch Juda. Mit Tieropfern suchen sie Gott, siehe Hosea 5, 6, aber Gott entzieht sich ihnen.
Ihr dritter Tempel wird ihnen zur Schlinge werden, denn ihr Gottesdienst ist ein eigenwilliger Götzendienst. Dazu heißt es in 1. Samuel 15, 23:
Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du das Wort des Herrn verworfen hast, so hat er dich verworfen, dass du nicht mehr König seist.
König Saul war gegenüber Gott und Samuel widerspenstig. Das hebräische Wort dafür lässt sich übersetzen mit:
  1. Verstoß,
  2. Vergehen,
  3. Ärgernis,
  4. Frevel.

Die Sünde Sauls, (wir würden es nicht vermuten, geschweige denn davon schreiben, wenn Samuel es nicht zum König gesagt hätte), ist Wahrsagerei.

Und so steht der Berg Tabor für den Bruch, den Saul selbst verschuldet hatte und Gott dann vollzieht.

In Richter 4, 1 erfahren wir, dass der Richter Ehud gestorben war. Mit dem Tod Ehuds geht eine herrliche Epoche zu Ende. Es wird der Zerbruch, den Saul verschuldet hat, angedeutet. Ehud bedeutet "vereinigt". Gott hat durch Jesus die zwei, Juden und Griechen, zu einer Einheit verwoben. Nach dem Tod Ehuds, jetzt die allegorische Ebene betrachtet, ist es für diese Einheit zu spät.
Dennoch wendet sich der Herr den Zurückgebliebenen auf geheimnisvolle Weise zu. Deborah, wörtlich Biene, die Prophetin, symbolisiert die Braut und Barak deutet auf den Messias. Deborahs Wohnort lokalisieren wir zwischen Rama, welches im Stamme Benjamin liegt und Bethel, das gleichfalls auf dem Gebiet Benjamins verortet wird und zwar nahe an der Grenze zu Ephraim. Die Landschaft wird mit dem Ausdruck "Gebirge Ephraim" bezeichnet und deutet in der Regel auf die geistliche bzw. himmlische Dimenson.  
Sowohl das Wort Biene, als auch der Ausdruck "Gebirge Ephraim", deuten auf das Himmlische.

Erst wenn Deborah ihren Mann "erinnert", schreitet Barak zur Tat. Und so bildet der Berg Tabor den Anfang vom Ende des Heerobersten namens Sisere und des Königs Jabin.  

Querverweise:



    Zurück zum Seiteninhalt