Direkt zum Seiteninhalt

Wer sind Gog und Magog?

. .  . . . .






 

Wer ist der Fürst Gog des Landes Magog?

Rus gleich Rosch?

Auf dem folgenden Bild sehen wir, mit roten Punkten markiert, die vier Ecken der Erde. In der Bibel werden damit die Ecken der Landmassen bezeichnet und das sind Alaska, Sibirien, Australien und die Südspitze Südamerikas. Einer der Fragen, mit der wir uns beschäftigen ist: Wo befindet sich das Land Magog?


 Bild: Wikipedia


Die Geistliche Ebene der Bibel wird erkennbar, wenn wir uns auf der allegorischen Ebene die Erzählungen ansehen; dazu ist es notwendig, die Metaphern zu kennen und zu verstehen, vor allem aber, in welchem Kontext sie sich einreihen. Vorweg zu diesem Thema: Mit den gnostischen Lehren hat das Verständnis der geistlichen Ebene der Bibel nichts zu tun, sondern mit dem, was Paulus uns im Galaterbrief erklärt. Der Apostel weist in Kapitel 4,24 darauf hin, dass die Bündnisse mit Hagar und Sarah allegorisch interpretiert werden müssen. In der Elberfelder wird das Wort allegorisch mit „bildlich“ übersetzt, damit kommt die allegorische Erzählweise nicht so deutlich heraus. Die King James hat es klar und eindeutig übersetzt: Which things are an ALLEGORY.

Es folgen zuerst einige Beispiele, damit wir mit der bildlichen Sprache der Bibel vertraut werden, denn ohne die Bildersprache ist es unmöglich, die Geheimnisse zu entschleiern.


1. Beispiel - Die Waffenrüstung

Paulus fordert die Epheser in Kapitel 6 auf, die ganze Waffenrüstung Gottes anzuziehen. In Vers 14 nennt er die erste Waffe. Was denkst du lieber Leser, könnte die erste Waffe gewesen sein? Erstaunlich ist, dass Paulus zuerst vom Gürtel der Wahrheit spricht. Es handelt es sich allerdings nicht um einen schmalen Riemen, wie wir ihn heutzutage durch unsere Hosenschlaufen ziehen, sondern vielmehr um einen meterlangen Gürtel, der um den gesamten Oberkörper gebunden wird. Solch einen Gürtel trug Jesus, als er sich seinem Knecht offenbarte. Johannes sieht: „Inmitten der sieben Leuchter einen gleich dem Sohne des Menschen, angetan mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand, und an der BRUST umgürtet mit einem goldenen Gürtel.“  Offenbarung 1,14

Warum ist der Herr mit einen Gürtel aus Gold umgürtet? Beim Gold handelt es sich um ein Edelmetall, das als Metapher für Gerechtigkeit dient, hier in Offenbarung 1 steht es für die Gerechtigkeit Gottes. Im Buch Hiob wird ein Eliphas erwähnt, dessen Name „Gott des Goldes“ bzw. „Mein Gott ist Feingold“ bedeutet. Wie es die erste Übersetzungsvariante bereits andeutet, setzte Eliphas auf die eigene Gerechtigkeit, wohingegen die zweite Variante von der Gerechtigkeit Gottes spricht. Weil die eigene Gerechtigkeit vor Gott nichts gilt, fordert der Herr Hiob auf, auch für Eliphas zu beten, damit die Gerechtigkeit des Eliphas zu Feingold werde. Die Gerechtigkeit aus dem Gesetz – aus welchem Gesetz auch immer – kann die Forderungen Gottes nicht erfüllen. Allein die Gerechtigkeit, die Jesus am Kreuz erwirkt hat, kann von Gott akzeptiert werden.

Kommen wir zur nächsten Frage: Wofür steht der Gürtel, den der Herr um seine Brust gebunden hat? Der Gürtel steht als Metapher für die Wahrheit und steht somit für den Herr selbst.  Solch einen Gürtel sollen wir zuerst anziehen, als Passivbewaffnung schützt er uns und bewahrt vor Lug und Trug. Nicht umsonst schreibt Salomon: Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht; und der Herr sagt zu Laodicäa: „Ich rate dir, Gold zu kaufen“, damit jeder von ihnen reich werde. Mit diesem Wissen über die Wahrheit ausgestattet, sehen wir uns jetzt drei Schriftstellen des Alten Testaments an.

Psalm 85,11 - Parallelismus
Güte und Wahrheit sind sich begegnet,
Gerechtigkeit und Friede haben sich geküsst.

Die beiden Satzteile sind parallel gestellt, der erste Teil steht in Beziehung zu dem zweiten. Das Wort Güte steht parallel zum Begriff Gerechtigkeit und die Wahrheit steht parallel zum Frieden. Wir ersetzen wir das Wort Güte und tauschen es mit einem besseren aus, dann liest sich der Vers wie folgt:

Freundlichkeit und Wahrheit sind sich begegnet,
Gerechtigkeit und Friede haben sich geküsst.

Es erscheint der Herr in Offenbarung 1 als treuer Zeuge der Wahrheit. Als  Hoherpriester tritt er zwar unüberhörbar auf, aber freundlich. Er redet Wahrheit und bewirkt dadurch seine Gerechtigkeit in uns; das Ergebnis seines Wirkens lässt sich mit den Worten aus Jesaja 32,17 zusammenfassen: „Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein“, Frieden mit dem freundlichen Gott. Weil Gott Frieden gemacht hat, dürfen und müssen wir den Gürtel der Wahrheit als die erste Waffe anziehen, und wie schon gesagt, handelt es sich bei dem Gürtel der Wahrheit um eine Passivbewaffnung, die vor allem den Träger umgibt, d.h., ihn völlig umschließt und schützt. Mit goldenen Fäden durchzogen blinkt aus dem Gürtel ein Glanz, der uns versichert: Wahrheit und Gerechtigkeit sind eine fest miteinander verwobene Beziehung eingegangen, die sich mit keinem Mittel der Welt auflösen lässt.


2. Beispiel – Kein Gürtel mehr

Aus der nächsten Schriftstelle kann nach dem Lesen der Zeilen sofort der richtige Schluss gezogen werden, weil die Metapher bekannt und sofort verstanden wird, was der Prophet ausdrücken wollte. Jesaja 23,10: „Überflute dein Land wie der Nil, Tochter Tarsis! Es gibt keinen Gürtel mehr.“ Was gibt es für die Tochter Tarsis nicht mehr? Wir meinen, der Leser kennt die Antwort. Übrigens: Die Wasser stehen für das Wort Gottes, der Bibel. Hier jedoch stehen sie für ein anderes Buch, mit dem das Land (besser: die Erde) überflutet wird. Auch der Nil muss metaphorisch verstanden werden. Die Deutung finden wir in Jesaja 59,19, im zweiten Satz: „Wenn der Bedränger kommen wird wie ein Strom, wird der Hauch des Herrn ihn in die Flucht schlagen.“


3. Beispiel – Der versteckte Gürtel

Jeremia soll einen Gürtel kaufen und ihn umbinden, dann fordert Gott ihn auf: Nimm den Gürtel, den du gekauft hast, der um deine Lenden ist, und mache dich auf, geh an den Euphrat und verstecke ihn daselbst in einer Felsspalte. - Und Jeremia ging hin und verbarg ihn -

Dann heißt es: „Und es geschah am Ende vieler Tage, da sprach der Herr zu mir: Mache dich auf, geh an den Euphrat und hole von dort den Gürtel, den ich dir geboten habe daselbst zu verbergen. Und ich ging an den Euphrat und grub, und nahm den Gürtel von dem Ort, wo ich ihn verborgen hatte; und siehe, der Gürtel war verdorben, taugte zu gar nichts mehr.“ Jeremia 13

Wir erinnern uns, wovon der Gürtel spricht? Wie wir bereits gelesen haben, in Jesaja 23,10, gibt es keinen Gürtel mehr und den, welchen der Prophet Jeremia versteckt und vergraben hatte, war völlig verdorben und zu nichts mehr zu gebrauchen. So ist das auch mit der Wahrheit, hält man sie zurück oder versteckt sie sogar, dann wird sie am Ende gänzlich verdorben sein und ist für nichts mehr zu gebrauchen.  


Gog - Ein uns noch unbekannter Herrscher

Nun kommen wir zu unserem eigentlichen Thema, dem Gog, vom Lande Magog, dem Fürsten von Rosch, Mesech und Tubal, den Roger Liebi in seinem Vortrag „Der Count down läuft – Teil 6“, auf Russland deutet. Dazu sehen wir uns  nochmals Schriftstellen an, die uns helfen, die Bildersprache der Bibel immer besser zu verstehen und den Gog zu identifizieren. Danach wird es kinderleich sein, die Puzzleteile zuzuordnen, wenn man die Metaphern richtig verstanden hat. Daher: Man suche die passenden Wörter und Phrasen in der Bibel, erforsche die bestehenden Zusammenhänge und ordne sie sachgerecht zu. Ein zeitaufwendiges Spiel, aber weniger geht beim Puzzeln nicht.


Der Norden in Hesekiel 1 und die Angesichter der Cherubim

In Hesekiel1,10 werden vier Gestalten beschrieben, die wir unbedingt zu unserer Interpretation benötigen. Es sind Cherubim. Jeder dieser Engel hat vier Angesichter und die beschreibt Hesekiel: „Und die Gestalt des (ersten) Angesichts war das eines Menschen Angesicht, rechts das Angesicht eines Löwen, links das Angesicht eines Stieres und eines Adlers Angesicht hatten die vier.“
Zuerst nennt Hesekiel das Angesicht eines Menschen, warum? Nun, die vier Engel standen dem Propheten mit dem Angesicht eines Menschen gegenüber. Des Weiteren teil uns Hesekiel mit, dass sich das Löwenangesicht auf der rechten Seite befand und das Angesicht des Stieres auf der linken Seite. Das Adler-Angesicht konnte der Prophet nicht sehen, denn dieses schaute nach Norden, so wie auch Hesekiel gen Norden sah. Die Standortbestimmung des Propheten ist für die Interpretation der Vision wichtig. (Die wir hier aber nicht vornehmen.) Wir betrachten die Szene nur kurz, um die für uns notwendigen Informationen herauszuarbeiten. Hesekiel stand im Süden und blickte nach Norden, gleich wie die Adler-Angesichter der Cherubim.


Die Angesichter der Cherubim

Nun kommen wir zu den Bedeutungen der vier Angesichter und beginnen mit dem Adler. Der majestätische Vogel steht für ein Wesen, das sich in himmlischen Sphären bewegt, daraus schließen wir, der Norden steht für den Himmel, ganz gleich, ob für den Luft-, den  Sternen- oder den dritten Himmel. Daraus können wir eine weitere Schlussfolgerung ziehen, das Angesicht eines Menschen steht für die Erde. Wir halten daher fest: Der Norden, wird allegorisch durch einen Adler dargestellt und steht für den Himmel, folglich steht der Süden, bildlich dargestellt durch die Menschenangesichter der Cherubim für die Erde.

Das Angesicht des Löwen blickte nach rechts und damit schaute er nach Osten, der Stier sieht in die entgegengesetzte Richtung, sieht demnach nach Westen. Der Osten bildet den Anfang, genauer gesagt, er deutet auf den Beginn eines Tages und um es jetzt noch präziser auszudrücken, er steht für den Sonnenaufgang. Wir schlussfolgern, der Westen bildet das Ende eines Tages, angedeutet durch den Untergang der Sonne. (Richter 14). Der Süden steht daher nicht nur für die Erde, sondern auch für einen Sonnentag und solch ein Tag wird als Metapher für "das Heute" verwendet. Paulus zitiert „das Heute“ im Brief an die Hebräer Psalm 95,7-8 drei Mal. Dreimal sagt Paulus: „HEUTE, wenn ihr seine Stimme hört, verstocket eure Herzen nicht.“  Das HEUTE als Synonym für den Zeitraum, der sich vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang erstreckt.

Auf geistlicher Ebene bezeichnet das HEUTE die Epoche unserer Heilzeit von 2000 Jahren. Psalm 50,1: „Der Mächtige, Gott, Jahwe – die Dreiheit Gottes - hat geredet und die Erde gerufen vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.“ Wenn die Nacht hereinbricht, wird Gott nicht mehr rufen. Nach dem Untergang der Sonne, bricht die Nacht der großen Drangsal herein: „Und sie werden den Namen Jahwes fürchten vom Niedergang an …“ Jesaja 59,19. Das in diesem Vers auf die große Drangsal angespielt wird, lesen wir im Nachsatz, den wir bereits an anderer Stelle zitiert haben: „Wenn der Bedränger kommen wird, wie ein Strom, so wird der Hauch Jahwes ihn in die Flucht schlagen.“

Dass die Himmelsrichtungen noch mehr erzählen, soll nun in einem zweiten Beispiel, jetzt anhand des Tempels, verdeutlicht werden. Der Eingang des Tempels befand sich auf der Ostseite und so betrat der Priester das Heiligtum von Osten her und lief in westlicher Richtung weiter, um ins Allerheiligste zu gelangen; im Zentrum des Allerheiligsten befand sich die Bundeslade mit den zwei Tafeln des Gesetzes. Dort angekommen, schaut der Hoheprieter immer noch in Richtung Westen, das heißt, der Norden liegt rechts von ihm und der Süden links. Das korrespondiert mit den Texten der beiden Gesetzestafeln. Auf der rechten Tafel - in Richtung Norden - standen die ersten fünf Gebote und auf der linken - in Richtung Süden - die Gebote 6 bis 10. Die rechte Tafel enthielt jene Gebote, die mit unserer Beziehung zu Gott - der im Himmel thront - zu tun haben. Auf der linken Tafel  standen die anderen fünf Gebote, die unsere Beziehungen zu unseren Nächsten regeln. Daraus schließen wir, der Engel, der auf der nördlichen Seite stand, musste das Angesicht eines Adlers haben und der Engel auf der südlichen Seite das Angesicht eines Menschen.


Gog kommt aus dem äußersten Norden?

Der Fürst soll aus dem äußersten Norden kommen? Wie Roger Liebi ausführt, wird der Name poetisch verstanden, weit aus treffender müssen wir von der Allegorie des Gog reden. Ob es sich tatsächlich um eine bildliche Figur handelt und auf wen die Beschreibungen zutreffen, muss genauestens untersucht werden.  

Wir finden den Namen Gog 12 Mal in Hesekiel und das dreizehnte Mal im Buch der Chronik. Ein letztes Mal lesen wir von solch einem Mann in Offenbarung 19. Im ersten Buch der Chronik, Kapitel 5, Vers 4, wird er in der Genealogie des Erstgeborenen Ruben erwähnt. Seine Nachkommen  haben sich bis zum Euphrat, dem heutigen Irak, ausgebreitet und wie wir wissen, haben sich später auch die Rubeniter gänzlich im Völkermeer verteilt, wie auch die anderen Stämme des Nordreiches.  Alle diese Nachfahren können bis heute nicht identifiziert werden. Und doch, zur Zeit bietet sich jenen eine großartige Chance, sollte die Corona-Kampagne durchschlagenden Erfolg haben, durch die verordneten Tests in den Besitz der Gensequenzen der gesamten Menschheit kommen und wissen, wer zum Volk Israel gehört und wer nicht.

Der Gog aus Hesekiel 38 und 39 scheint dann tatsächlich ein allegorischer Gog zu sein, der sowohl auf den Widersacher der Menschen gedeutet werden kann als auch auf einen sehr bösen Menschen. Bei der Wiederkunft Jesu wird Gog vom Herrn herausgefordert, ins Land Israel zu kommen, weil er dort gerichtet werden soll. Als Mahnmal endet er dann in einem Massengrab, das nach seinem Namen benannt wird: „Tal der Menge Gogs“ und zwar im Gebiet, das östlich des Jordan und des Toten Meeres liegt. Und jetzt die Überraschung: Das Massengrab der Menge Gogs befindet sich auf dem Stammesgebiet der Rubeniter. Ist Gog ein verschleierter Rubeniter, ein Mann aus dem Volk Israel?

Auch der Gog aus Offenbarung steht eng in Verbindung mit dem Widersacher der Menschen. Satan bedient sich wiederum eines gewissen Ruben, um nochmals gegen Gottes Volk in den Krieg zu ziehen, wird aber nach der Anzettelung einer letzten Rebellion in den Feuersee geworfen und verbleibt dort auf ewig.

Die Angaben in der Bibel zu den Himmelsrichtungen, wenn von Israel die Rede ist, müssen von Israel aus vorgenommen werden. Eine Hilfe sind uns die Grenzziehungen, wie sie im Buch Josua aufgezeichnet sind. Die Nordgrenze des Stammes Asers befand sich in der Gegend um Tyrus. Ziehen wir von dort eine waagerechte Linie in Richtung Osten, dann stoßen wir auf das Hermongebirge, das war in etwa der Verlauf der Nordgrenze Israels. Später zogen die Daniter dorthin und bauten am Fuß des Hermon die Stadt Laish wieder auf, die sie zuvor verbrannt hatten und gaben ihr den Namen Dan, zu Deutsch: Richter.



Der Hermon
 
 Bildquelle: land-der-bibel.de


Der Hermon
Seine Namen vermitteln uns u.a. auch seine Funktion. Hermon bedeutet: plötzlich und unerwartet; die Zidonier nennen ihn: Der Herr hat gesiegt. Und jetzt bilden wir einen Satz aus diesen beiden Namen: Der Herr hat gesiegt und das plötzlich und unerwartet. Paulus beschreibt das unerwartete Ereignis in 1.Korinther 2: „Wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene (Weisheit), die Gott zuvor bestimmt hat, vor den Zeitaltern, zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Fürsten dieses Zeitlaufs (auch Satan nicht) erkannt haben, denn wenn sie sie erkannt hätten (die  verborgene Weisheit), würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben - (auch Satan nicht).“ Durch Jesu Tod und Auferstehung wurde der Feind plötzlich und unerwartet besiegt.  

Es gibt da noch einen dritten Namen für den Berg, schnörkellos nennen ihn die Amoriter: Gipfel. Erst aus der Wortwurzel erfahren wir, wozu der Berg auch noch dient, er soll: hinweisen, hindeuten, zeigen. Das tut der Berg dann auch und deutet auf Josua 12. Ein gewisser König von Basan, er trug den Namen Og, herrschte über den Berg Hermon. Josua hat mit den Heeren Israels Og vollständig vernichtet. Wie sagten die Zidonier treffend: Der Herr hat gesiegt.
Wenn in der Bibel vom einem König des Nordens gesprochen wird, dann könnte der Klartext auf den König Syriens, besser noch auf Groß-Assyrien, deuten, denn sein Reich befand sich nördlich des Hermon und erstreckte sich weit nach Osten, bis hin zum Euphrat und Tigris, das ist in etwa auch das Verbreitungsgebiet des Stammes Ruben.

Wie verhält es sich nun mit der Bezeichnung „äußerster Norden“? Zur Beantwortung der Frage sehen wir uns einen Text aus Richter 19 an. Ein levitischer Mann ist auf Reisen, die Erzählung setzt dort ein, wo sich der Levit gerade an der äußersten Flanke des Gebirges Ephraims aufhält. Vers 1: „Und es geschah in jenen Tagen, als kein König in Israel war, dass sich ein levitischer Mann an der äußersten Seite des Gebirges Ephraim  aufhielt; und er nahm sich ein Kebsweib aus Bethlehem-Juda .“ Wir sehen uns jetzt den Ausdruck „äußerste Seite“ an, der auf Hebräisch yreka lautet.

Die „äußerste Seite“, auch Flanke genannt, bezeichnet, wenn es sich um die Beschreibung eines menschlichen Körpers handelt, um die Außenseite des Rumpfes, i.d.R. den einer Frau und zwar von unterhalb des Rippenbogens bis zur Höhe der Leistengegend. Bildlich bezeichnen die Flanken die Rückseite der Erdkugel, s. Bild unten, die gleichsam die Ecken der Erde darstellen. Beide Bezeichnungen haben eines gemeinsam, sie bilden jeweils einen runde Form ab. Nun wird der Begriff yreka – äußerste Seite - auch in Jesaja 14,13 verwendet. Satan will seinen Thron auf den Versammlungsberg im äußersten Norden setzen. Der Hermon, der im äußerten Norden Israels gelegen ist, könnte durchaus als Metapher für den Versammlungsberg dienen, denn Hermon bedeutet, wie wir bereits festgestellt haben: zeigen, hinweisen und hindeuten.


               
Grafiken von Stefan Kühn - Wikipedia


Was liegt nun näher, als sich jetzt mit der Topographie des Nordens Israels zu beschäftigen? Das Hermongebirge bildet die rechte Flanke des Jordangrabens und das Gebirge des Landes Naphtali bildet die linke Flanke. Nun sollte man noch wissen, dass vom Hermon her sich die drei Quellflüsse nordwestlich beim Dorf Sde Nehemia treffen und zum eigentlichen Jordan-Strom werden. Was man zudem wissen sollte, der Name Jordan bedeutet „der Herabkommende“. Mit diesen Grunddaten ausgestattet, werden wir die Landschaft des Nordens auf die allegorische Ebene heben und von Ereignissen der Vergangenheit als auch der Zukunft erzählen.


Geländekunde vom Allerfeinsten

Jede Sache hat ihre zwei Seiten, so auch die bildliche Ausdeutung des Nordens Israels. Roger Liebi spricht in seinen Vorträgen so dann und wann über den Jordan als ein Bild für den  Herabkommenden, also von Jesus, dem Sohn Gottes, der aus dem Himmel gekommen ist. Das dem auch wirklich so ist, können wir des Öfteren in der Bibel lesen , wie z.B. in Sprüche 30, 4 und dort als Frage formuliert: „Wer ist hinaufgestiegen gen Himmel und herniedergefahren?“ In Johannes 3,13 erhalten wir die Antwort: „Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, als nur der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“

Nun können wir in Erweiterung auch sagen, dass nicht nur der Sohn gekommen ist, sondern auch der Vater und der Heilige Geist, das wird anschaulich durch die drei Quellflüsse des Jordan dargestellt. In Richter 14,5, wenn wir wiederum die allegorische Ebene interpretieren, formulierte der Autor diese Tatsache wie folgt: „Und Simson ging mit seinem Vater und seiner Mutter nach Timnath hinab.“ Das wiederum liest sich in Lukas 1,35 dann so: „Und der Engel antwortete und sprach zu ihr – zu Maria: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.“ Mit ungefähr 30 Jahren beginnt Jesus seinen öffentlichen Dienst und offenbart den Vater.

In Johannes 5,17 klingt das aus dem Mund Jesu, dem Sohn Gottes wie folgt: „Mein Vater wirkt bis jetzt ...“ Wo und wie hat der Vater gewirkt? In dem er u.a. redete und das nicht nur einmal: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich wohlgefallen gefunden habe.“ Nun geht der Vers aus Joh.5,17  noch weiter, denn Jesus fügte hinzu: „und ich wirke.“ Die Wunderwerke Jesu und seine Worte waren das Werk des Vaters und des Sohnes. Die Juden, die ihm zuhörten, suchten ihn zu töten, denn sie erkannten zu Recht, dass Jesus sich tatsächlich Gott gleichmachte. Jesus reagiert auf ihre Drohungen und erklärt ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer, was er den Vater tun sieht; denn was irgend er tut, das tut auch der Sohn gleicherweise“. Und das Vater und Sohn eins sind, wird uns u.a. in Johannes 5,43 mitgeteilt: „Ich - Jesus - bin in dem Namen meines Vaters gekommen.“ Und in Johannes 8,16 kommt die gleichzeitige Präsens und das gleichzeitige Handeln des Sohnes und des Vaters noch stärker zum Ausdruck: „Wenn ich aber auch richte, so ist mein Gericht wahr, weil ich nicht allein bin, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.“

Nun zum Heiligen Geist, denn auch er wirkte, nicht nur bei der Überschattung der Maria. Er bezeugte mit dem Vater nach der Taufe durch Johannes in der Allegorie einer Taube, dass Jesus der geliebte Sohn ist, an dem Gott wohlgefallen gefunden hat. Alle drei Personen der Gottheit sind vom „Berg“ herabgekommen und bis auf diesen Tag fließen ihre Quellwasser in den Jordan und bewässern die Erde.  

Der Hermon ist und bleibt ein besonderer Berg, von dem auch die Evangelisten berichten, wie z.B. Matthäus. Er ist übrigens der einzige, der uns wissen lässt, auf welchem Berg die Verklärung Jesu stattfand und Lukas begleitet die Geschichte mit seiner präzisen Schilderung der Abfolge der Ereignisse, so wie man es von einem vertrauenswürdigen Historiker erwartet. Jesus und seine Jünger gehen zuerst nach Cäsarea Philippi, einer Stadt die am Fuße des Hermongebirges lag, bevor sie den Berg erklettern. Es musste unbedingt der Hermon sein, weil er der höchste Berg Israels ist und es musste auch deshalb der Hermon sein, weil er im äußersten Norden Israels steht. Wir rufen kurz in Erinnerung,  was wir zu Anfang ausführten, dass der Norden metaphorisch für den Himmel steht. Nur dort, auf dem höchsten Berg Israels, sollte und musste der Herr verherrlicht werden, denn der Hermon sollte als Abbild des Versammlungsberges dienen. Mose, Elia und die drei besonderen Jünger waren mit Jesus dort versammelt. Nach seiner Verherrlichung steigen Jesus und seine Jünger wieder vom Berg herunter. Am nächsten Tag, wie Lukas berichtet, bringt ein Vater seinen besessenen Sohn zu Jesus, damit dieser den Dämon  austreiben möchte. Diese Begebenheit am Fuße des Hermon war nicht von ungefähr, deutet sie doch den Sieg über den Widersacher an, der vor langer Zeit sich des Hermons bemächtigt hatte.  

Wir erwähnten bereits die vom Hermon her kommenden drei Quellflüsse, die nordwestlich des Dorfes Sde Nehemiah sich zum Jordan vereinen. Sieht man sich die Flussläufe im unteren Abschnitt von Süden her aus der Vogelperspektive an, erkennt man den hebräischen Buchstaben Schin ש. Im Judentum wird das Schin - ש - zur Umschreibung des allmächtigen Gottes verwendet und bedeutet „der Name“ - hebräisch: HaSchem.  Mit hebräischen Buchstaben geschrieben sieht es dann so aus: השם (von rechts nach links gelesen).


Vogelperspektive - Süd-Nord-Ansicht




Und noch ein Phänomen tut sich auf. Betrachtet man die Gestalt des von den Flüssen gebildeten Buchstabens von Norden her genauer, stellt man fest, das Schin ist ein gespiegeltes Schin. Das ist durchaus kein Zufall. Die Dinge, die den Hermon betreffen, wie der Berg selbst, die Flüsse, die Orte und die damit verbundenen Erzählungen, sowohl des Alten als auch des Neuen Testaments, stehen in Beziehung zum Himmel, denn er bildet gleichsam einen Spiegel. In Hiob 37,18 befragt Elihu den geplagten und mit Gott hadernden Hiob mit allerlei kniffligen Fragen über Gottes Fähigkeiten und seinem Tun. Eine seiner klugen und tiefsinnigen Fragen an Hiob lautet: „Kannst du, gleich ihm, das Himmelsgewölbe ausbreiten, fest wie ein gegossener Spiegel?“  





Mal ganz davon abgesehen, dass Hiob niemals die Enden des Himmels erreicht, wird es ihm erst recht unmöglich sein, diesen auszubreiten und dann auch noch als einen Spiegel. Ob Hiob sich auch verwundert hat, als er hörte, dass der Himmel einen Spiegel bildet? In diesem Zusammenhang schließt sich gleich die Frage an: Was spiegelt der Himmel? Würden wir „Den Namen“ HaSchem mit hebräischen Buchstaben seitenverkehrt auf ein Blatt Papier bringen, könnten wir das Gespiegelte ordentlich und flüssig lesen, wenn wir einen Spiegel verwenden. In der folgenden Zeile ist das zweite HaSchem gespiegelt. Einfach mal selbst ausprobieren.  



Dem Wesen der Allegorie wohnt inne, dass in ihrer Erzählweise gleichzeitig auch Gegensätzliches erzählt wird, deshalb gibt es für den Hermon und den Herabsteigenden eine zweite Deutung. In Offenbarung 12,12 lesen wir: „Darum seid fröhlich, ihr Himmel und die in ihnen wohnet!“ Bei diesen Zeilen könnte man fast geneigt sein, die Laubhütten zu erkennen, die Petrus auf dem Berg der Verklärung bauen wollte. Der Vers in Offenbarung 12,12 geht aber noch weiter: „Wehe der Erde und dem Meere! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, dass er wenig Zeit hat.“ Einst wollte Satan sich über Gott erheben: „Und du, du sprachst in deinem Herzen: Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über die Sterne Gottes meinen Thron erheben, und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will hinauffahren auf Wolkenhöhen, mich gleichmachen dem Höchsten.“

Satan wollte sich bis zu den Höhen der Wolken erheben. Ob es auch im dritten Himmel Wolken gibt? Anschließend wollte er auf den Versammlungsberg Gottes, seinen Thron stellen. Ziel und Zweck seiner Motive: Er wollte sich gleichmachen dem Höchsten, sich verherrlichen lassen wie ein Gott. Alles das passt zu dem von uns ausgemalten allegorischen Bild des Hermon, dem Berg im äußersten Norden Israels. Und so herrscht Og,  König von Basan, über den Hermon bis auf diesen Tag.

Dennoch, Gottes Urteil über Satan steht schon fest und das Gericht über ihn erfolgt in Stufen, der Abwärtstrend ist unübersehbar. Zuerst wurde er aus der Mitte der feurigen Steine, den Cherubim, entfernt. Dann wird er in kürze auf die Erde geworfen. Von dieser Stufe aus gibt es keine Rückkehr, der Zutritt zum Himmel bleibt ihm auf ewig versperrt. Auf der Erde, gleichsam im Vorhof, wird Satan zu Asche gemacht. Jesaja 14,15 beschreibt den vollständigen Vollzug des Urteils des Allmächtigen: „In den Scheol wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube.“ Endlich! Endstation für den Widersacher! Er bekommt dennoch eine Sonderbehandlung, als ausgesonderter Cherub wurde ihm der unangenehmste Platz der Hölle reserviert.

Satan wird in naher Zukunft als Gog vom Berge kommen, gleich einem Jordan, der in seiner Wut das Land bedeckt mit seiner Flut. Er sucht das Weib mit seinem Strom zu töten, doch sie kann fliehen und so ist sein Wüten gerichtet auf den Überrest.  Offenbarung 12


Die Heere des Gog

Wenn nun Gog vom äußersten Norden her aufmarschiert, gesellen sich sowohl die Armeen von Rosch, Mesech und Tubal hinzu, als auch das Heer der gefallenen Engel. Ihnen entgegen reiten auf weißen Rossen der Herr und seine Heere. Als Oberster des Heeres wird Jesus bei seiner Wiederkunft den Gog und seine Armeen völlig vernichten. Prophetisch finden wir den Krieg bereits in Richter 4 und 5 beschrieben. Die endscheidende Schlacht findet womöglich am Bach Kison statt, dessen Name „windig“ bedeutet und neben der bildlichen vor allem die geistliche Dimension hervorhebt, auf der es wahrhaftig sehr stürmisch zugehen wird.


Die Herkunft des Fürsten Gog

Dazu nochmals die Schriftstelle aus Hesekiel 38, Vers 2: „Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Gog vom Lande Magog, den Fürsten von Rosch, Mesech und Tubal, und weissage wider ihn.“ Aus dem Text erfahren wir, dass er aus dem Land Magog kommt, den Namen finden wir das erste Mal in Genesis, dem Buch aller Anfänge. Kapitel 10 enthält die sogenannte Völkertafel, in der die Söhne Noahs, das sind Sem, Ham und Japhet und ihre Nachkommen gelistet sind. Als erstes wird der Erstgeborene genannt und das ist Sem. Es wird die Genealogie in 1.Chronika 1 schriftlich bestätigt, die wir in Genesis 10,1 bereits lesen: „Und dies sind die Geschlechter der Söhne Noahs, Sem, Ham und Japhet; ihnen wurden nach der Flut Söhne geboren.“ Weitere vier Male finden wir die Söhne im Alten Testament genannt und immer in der gleichen Reihenfolge.

Sem, Ham und Japhet im Alten Testament: Genesis 5,32; 6,10; 7,13; 9,18; 10,1 und 1.Chronik 1,4  In Genesis 10, Vers 2 werden die Nachkommen dann aber in umgekehrter Reihenfolge genannt, was eine besondere Bewandtnis hat, die wir noch nicht erklären, weil einige Bausteine der Prophetie noch  unklar sind.

Nun zur Liste, sie beginnt in Vers 2 mit den Söhnen Japhets und endet ab Vers 22 mit den Söhnen Sems. Wir sehen uns aber nur die Söhne Japhets an. Vers 2: „Die Söhne Japhets: Gomer und Magog und Madai und Jawan und Tubal und Mesech und Tiras.“ Das sind die sieben Söhne Japhets. Nun hatte er auch Enkel und die werden in den Versen 3 und 4 aufgeführt: „Und die Söhne Gomers: Askenas und Riphat und Torgama.“ Das wären drei. Und dann Vers 4: Und die Söhne Jawans: „Elisa und Tarsis, die Kittim und die Dodanim.“ Das wären vier. Japhet hatte insgesamt 7 Söhne und 7 Enkel, das macht summa summarum 14


Wer ist der Erstgeborene Japhets

Wir untersuchen den Erstgeborenen Japhets, dessen Name insgesamt sechs Mal in der Bibel vorkommt und zwar zweimal in Genesis 10, zweimal in 1.Chronik, dann einmal in Hesekiel und ein sechstes und letztes Mal beim Propheten Hosea. Bevor wir Gomer interpretieren, noch einen Hinweis auf das zu grundliegende Verständnis der nachfolgenden Interpretation. Das Männliche steht für die persönliche Verantwortung eines Individuums, das gilt für Männer als auch für Frauen gleichermaßen. Das Weibliche beschreibt das Kollektiv, d.h., die Figur einer Frau kann immer auf eine größere Gruppe angewendet werden,  wie z.B. auf eine Stadt, einem Stamm oder einem ganzen Volk. Wenn wir von Gomer in Genesis 10,2 lesen, dann spricht es von einer Einzelperson, lesen wir  den Namen in Hosea, dann erfahren wir etwas über das Kollektiv Gomer. Auf der bildlichen Ebene wird der Herr durch den Propheten dargestellt, der eine Hure heiraten soll, Kapitel 1,2. Hosea gehorcht und heiratet Gomer, die drei Kinder zur Welt bringt. Den erstgeborenen Sohn nennt sie Jisreel, dann wird eine Tochter geboren, die den Namen Lo-Ruchama erhält und zuletzt wieder einen Sohn, der Lo-Ammi heißen soll.

Nun kommen wir zur Prophetie im engeren Sinne. Der Apostel Paulus hat die Weissagung des Textes richtig erkannt, wenn er in Römer 9,15 und 16 sagt: „Wie er - der Herr - auch in Hosea sagt: „Ich werde Nicht-mein-Volk mein Volk nennen und die Nicht-Geliebte – Geliebte. Und es wird geschehen, an dem Ort, da zu ihnen (dem Kollektiv) gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk - Lo-Ammi, daselbst werden sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden.“

Wer ist nun die Hure namens Gomer? Die Antwort finden wir in beiden Teilen der Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Beginnen wir mit Römer 9,24, dort schreibt Paulus, dass Gott den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Begnadigung kundtun will: „Uns, die er auch berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Nationen. Wie er auch in Hosea sagt: Ich werde Nicht-mein-Volk, (das ist Lo-Ami), mein Volk nennen, und die Nicht-Geliebte GELIEBTE.“ Das sind die Gefäße der Begnadigung oder herrlicher ausgedrückt: Gefäße seiner Freundlichkeit. Bei dieser Aussage kann man gar nicht anders als inne halten. Gott hat auch die Nationen berufen, Gefäße seiner Freundlichkeit zu sein und das im Alten Testament. Das liest sich in Hosea 1,10 wie folgt: „Und es wird geschehen, an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, wird zu ihnen gesagt werden: Kinder des lebendigen Gottes.“

Wer das ganze erste Kapitel des Propheten Hosea durchliest, der wird feststellen, die Worte gelten den 10 Stämme des Nordreiches, Israel genannt, Paulus aber wendet es in Römer 9 auf die Nationen an, indem er darauf hinweist, dass Gott die Berufung der Nationen bereits in Hosea kundgetan hatte. Gomer steht somit auf der allegorischen Ebene für Christen aus den Nationen, auf der wörtlichen Ebene stehen sie weiterhin für das Israel der 10 Stämme.

Jetzt untersuchen wir Magog, den Zweitgeborenen Jephtas, dessen Name in Hesekiel für ein Land steht, aus dem der Fürst Gog hervorkommen soll. Magog finden wir fünfmal in der Bibel, viermal im Alten Testament und einmal im Neuen. Das erste Mal in Genesis 10,2, dann einmal in 1.Chronika 1,5, zweimal in Hesekiel, und zwar in Kapitel 38,2 und in Kapitel 39,6 und ein letztes Mal in Offenbarung 20,8. Nun sind die Informationen zu Magog recht spärlich. Ob die wenigen Details ausreichend sind, das Land näher zu identifizieren?

In Genesis 10,2, 1.Chronika 1,5 und auch in Hesekiel 38,2  finden wir nur den Namen erwähnt, es werden keine weiteren Angaben gemacht. In Hesekiel 39, 6 haben wir einen fast nebensächlichen, aber möglichen Hinweis, wo sich in etwa das Land Magog befinden könnte, weil es mit Inseln in Verbindung gebracht wird. Das hebräische Wort für Insel lautet in der Einzahl Iy und im Plural Iyim - אִיִּ֖ים. Mit Iyim bezeichneten die Juden im Altertum die Anrainerstaaten des nördlichen Mittelmeerraums, insbesondere die Länder Griechenlands, Jugoslawiens, Italiens, Frankreichs und Spaniens und diverse Inseln.  

Nun zur Bedeutung des Namens Magog. Magog wird übersetzt mit „Land des Gog“ und leitet sich vom hebräischen Begriff Gog ableitet. In Mickelson's-Lexikon

Mickelson's Enhanced Strong's Dictionaries of the Greek and Hebrew Testament - Software TheWord steht zum Eintrag Gog: of uncertain derivation, d.h., das Wort ist von ungewisser Herkunft, aber dennoch, im Wörterbuch von Brown-Driver-Briggs, kurz BDB genannt, finden wir eine Definition und die lautet: „Mountain“. Damit hätten wir Gog nochmals Mal als Berg identifiziert. Doch man fragt sich: Was ist das für ein Berg und von wem spricht er? Auf der allegorischen Ebene kommen wir diesem Gog vielleicht noch ein wenig näher, wenn wir in den Evangelien suchen und zwar in Matthäus und Markus. Irgendwo in diesen beiden Evangelien muss der Berg versteckt sein.

Matthäus 21,21
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hat, und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein das mit dem Feigenbaum Geschehene tun, sondern wenn ihr auch zu diesem Berg sagen werdet: Werde aufgehoben und ins Meer geworfen! So wird es geschehen.

Markus 11,23
Wahrlich, ich sage euch: Wer irgend zu diesem Berg sagen wird: Werde aufgehoben und ins Meer geworfen! Und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, dass geschieht, was er sagt, dem wird werden was irgend er sagen wird.

Der Erstgeborene Jakobs ist Ruben, auch dessen Mutter Lea ist Erstgeborene. Ruben verlor sein Erstgeburtsrecht, weil er mit Bilha, der dritten Frau Jakobs, Ehebruch beging. Sein Vater Jakob verabschiedete sich vor seinem Tod bei Ruben mit den folgenden Worten: „Ruben, mein Erstgeborener bist du, meine Kraft und der Erstling meiner Stärke! Vorzug an Hoheit und Vorzug an Macht! Überwallend wie Wasser, sollst du keinen Vorzug haben, denn du hast das Lager deines Vaters bestiegen; du hast es entweiht. Mein Bett hat er bestiegen!“

Was muss das für eine angespannte Atmosphäre gewesen sein, nachdem Jakob vor allen Söhnen seinem Ältesten den Spiegel vorhält. Vielleicht hatten die anderen bereits davon gewusst und sich nicht getraut, darüber zu reden, und wenn doch, dann nur hinter vorgehaltener Hand. Nun aber, so unmittelbar vor dem Tod des Vaters, hören sie es aus des Vaters Mund. Betretendes Schweigen in der Runde,  mucksmäuschenstill. Dem ein oder anderen werden ganz sich die eigenen Untaten in Erinnerung gekommen sein. Ob auch diese Geschichten nun auf den Tisch kommen? Simeon und Levi werden bei den Worten des Vater sicherlich am liebsten im Boden versunken oder gleich auf und davon.   

Warum hat der Vater das getan? Im ersten Vers nennt er den Grund seiner Ansprache, er ruft seine Söhne herzu und spricht zu ihnen: „Versammelt euch, und ich will euch verkünden, was euch begegnen wird in künftigen Tagen.“ In künftigen Tagen wird der Stamm Ruben erneut in ähnliche Situation geraten, wie ihr Stammvater. Jakob fordert seine Söhne auf, gut zuzuhören.  „Kommet zusammen, höret ihr Söhne und höret auf Israel, euren Vater,“ denn die Gefahr, dass der Stamm Ruben in ferner Zukunft sich in gleicher Weise verschulden könnte, ist der Grund meiner Mahnung, daher aufgepasst, Ehebruch war und ist kein Kavaliersdelikt. In 1.Korinther 5 finden wir einen ähnlichen Fall. Ein Mann aus Korinth hat eine Beziehung mit der Frau seines Vaters. Ist das nicht das, was Ruben getan hat? Ruben und der Mann aus 1.Korinther 5 stehen unter dem gleichen Urteil: Ein solcher wird dem Satan überliefert zum Verderben des Fleisches, auf dass der Geist gerettet werde. Der Vorzug, der mit dem Erstgeburtsrecht verbunden ist, ging für Ruben verloren. Und so wird auch der Mann aus 1.Korinther 5 sein Erstgeburtsrecht verloren haben, wegen fleischlicher Hurerei.  Wie viel mehr verliert ein Christ sein Erstgeburtsrecht, wenn er geistliche Hurerei treibt und auch das ist ein Thema im Hebräerbrief. Der Herr ist nicht in ihrer Mitte, ein anderer hat sich dort breit gemacht, er herrscht mit fremden Sitten und Gebräuchen.  

Rubens Sünde und auch die Sünde es Mannes aus 1.Korinther 5,  deuten im Grunde auf die schwere Schuld, die alle Antichristen begehen, besonders aber der Antichristus. Er verführt die Gemeinde zu geistlicher Hurerei. Auf der allegorischen Ebene nähert er sich Bilha, der Magd Rahels, mit Gewalt, gleich wie sich Amnon, der Königssohn Davids, der Tamar näherte.



Zu dem Erstgeburtsrecht lesen man die Skript:
https://simson-project.com/das-geheimnis-des-erstgeborenen.html




Berlin, den 12. April 2022





© Copyright by H. Randy Rohrer 2022
P.S.: Wir empfehlen den TOR-Browser, weil er ein sichereres Surfen ermöglicht und die Suchmaschine DuckDuckGo.com, weil tatsächlich mehr und bessere Suchtreffer angezeigt werden.
Zurück zum Seiteninhalt